Spannung und Tore en masse – 6:5 gegen Hamm

Wer einen entspannten Freitagabend erwartet hatte, wurde jäh enttäuscht. Alle anderen Eishockeyfans dürften jedoch voll auf ihre Kosten gekommen sein. Schon in der vierten Minute hatten die Indians das erste Mal die Gelegenheit, zu jubeln, als Parker Bowles sein Team mit 1:0 in Front brachte. Nur gut eine Minute später schlug es erneut hinter Filimonow ein, als Joe Kiss nach phänomenaler Vorarbeit von Tobias Möller zum 2:0 einnetzte. Ein Selbstläufer sollte dieses Spiel für den ECH jedoch nicht werden. Die Eisbären bewiesen, wie schon bei ihrem Spiel zuvor gegen Hamburg, ihre Comeback-Qualitäten – ein ums andere Mal, so viel sei schon verraten. Hamms neuer Kapitän, Michel Maaßen, läutete mit dem 2:1 in der 11. Minute die Aufholjagd für seine Mannschaft ein. In der 17. Minute war es dann Lichnovsky, der David Miserotti-Böttcher im zwei auf null keine Chance ließ und den Pausenstand von 2:2 herstellte.

Im zweiten Spielabschnitt ging der Torreigen weiter. Niko Selivanov setzte in der 27. Minute zum Bauerntrick an und schob mit dem 3:2 zur erneuten Führung ein. Lange sollte die Freude nicht währen, denn Trapp hatte exakt 90 Sekunden später viel zu viel Platz vor dem Indians-Gehäuse und bekam von seinem Teamkollegen den langen Querpass genau auf den Schläger serviert, sodass er ohne große Schwierigkeiten zum 3:3-Ausgleich kam. Das Spiel bestimmten in diesem Drittel eigentlich die Indians, aber Hamm kaltschnäuziger und effizienter vor dem Tor. So brachte Maaßen die Eisbären in der 32. Minute mit dem 3:4 erstmals sogar in Führung. Aber auch die Indians verfügen über Comeback-Qualitäten wie Parker Bowles mit einem schön herausgespielten Überzahl-Treffer zum 4:4 – und seinem zweiten Tor des Abends – in der 39. Minute bewies. Das Drittel bei einem Schussverhältnis von 14:4 abzugeben, wäre auch mehr als verwunderlich gewesen.

Die torverwöhnten 2.127 Zuschauer mussten auch im dritten Spielabschnitt nicht lange auf einen Treffer warten. Mit dem Treffer zum 5:4 in den Winkel belohnte sich der starke Kyle Gibbons, der zuvor schon zwei Tore aufgelegt hatte, dann endlich selbst. Aber erneut kamen die Eisbären zurück. In der 50. Minute zeigte Hamms Toptorjäger, Chris Schutz, was er kann. Er war nicht vom Puck zu trennen, tanzte sich durch die gesamte Abwehr der Hausherren und netzte aus kurzer Distanz zum 5:5 ein. Schon in der 54. Minute stellte Joe Kiss mit seinem zweiten Treffer dann die alte knappe Führung wieder her. Dem 6:5 lief Hamm jedoch erfolglos hinterher. Zum Schluss nahmen sie noch den Torwart vom Eis und es grenzte schon fast an ein Wunder, dass die Indians den Puck nicht ins leere Tor bugsieren konnten, standen sie doch alle drumherum, aber die Gäste gaben alles, was sie noch zu geben hatten. Für diesen aufopferungsvollen Kampf hätte man den Eisbären beinahe einen Punkt gewünscht, war letztendlich aber natürlich froh über die hart erkämpften drei Punkte, die der ECH trotz der Ausfälle von Nick Aichinger, Mike Mieszkowski und Jayden Schubert eingefahren hatten.

Weiter geht es nun am Sonntag mit einer Reise zum Essener Westbahnhof. Nach einem Jahr Abstinenz sind die Moskitos zurück in der Oberliga und haben eine Mannschaft mit vielen bekannten Gesichtern formiert. Die Essener SpradeTV-Kollegen übertragen das Spiel natürlich im Livestream. Der Puck fällt um 19.30 Uhr.