NRW-Wochenende: Erst kommt Hamm, dann geht’s nach Essen

Als aktueller Tabellenzweiter gehen die Hannover Indians am kommenden Wochenende in zwei vermeintlich leichte Spiele. Am Freitag sind die Hammer Eisbären zu Gast am Pferdeturm, gegen die sich der ECH in der Vorbereitung bereits durchsetzen konnte und am Sonntag geht es zu den Moskitos Essen, die nach einer kurzen Abstinenz wieder in der Oberliga Nord spielen. Daher gehen die Indians sicher als Favorit ins Rennen. Jedoch kann man es nicht oft genug betonen, dass in dieser Liga jeder jeden schlagen kann. So konnten die Moskitos bereits die Saale Bulls Halle schlagen und die Eisbären kommen mit einem frischen Sieg über die Crocodiles Hamburg nach Hannover.

Verzichten müssen die Indians an diesem Wochenende auf Nick Aichinger, der nach seiner Verletzung im Spiel gegen Leipzig pausieren wird. Die Torhüteraufgaben werden sich beide Goalies wieder teilen – Miserotti-Böttcher am Freitag und Dalgic am Sonntag.

Hamm auf dem Weg zum Profi-Eishockey

Nach drei Heimspielen in Folge müssen die Hammer Eisbären am Freitag zu ihrem ersten Auswärtsspiel der Saison anreisen. Wegen der unsicheren Zuschauerlage, was die 2G-Regel und Zuschauerkapazitäten betraf, hatte man mit den Crocodiles das Heimrecht getauscht. Ein absolut kurioses Spiel. Nach einem 0:2-Rückstand kamen die Eisbären zurück und gewannen das Spiel noch mit 5:2 – mit je zwei Toren in Unterzahl und ins leere Tor. Dadurch konnten die Hammer Fans den ersten Sieg der noch jungen Saison bejubeln.

Und es dürfte nicht der letzte sein. Fanden sich die Eisbären nach der Saison 2020/21 am Ende auf dem letzten Platz wieder, dürfte das Team in diesem Jahr deutlich höhere Ziele anstreben. Bestand das Team im letzten Jahr größtenteils noch aus semiprofessionellen Spielern, die Eishockey und Beruf unter einen Hut bringen mussten, stehen in dieser Spielzeit fast ausschließlich Berufsspieler unter Vertrag. Und das gilt auch für den Trainer. Teilzeitcoach Ralf Hoya wurde zu dieser Saison durch Vollzeittrainer Jeff Job abgelöst, der zuvor fünf Jahre lang den Herforder EV trainiert hatte. Mehr Trainingseinheiten, mehr Zeit fürs Eishockey und sich auch mehr Schlaf – man darf gespannt sein, was die „neuen“ Eisbären erreichen werden.

Beim letzten Spiel standen nur 14 Feldspieler auf dem Spielberichtsbogen. Maximilian Otte wird nach einer Schulterverletzung noch länger ausfallen, ebenso Viktor Beck, David Trivellato fehlt voraussichtlich ebenfalls wegen Knieproblemen. Musste Jesse Roach wegen einer Spieldauerdisziplinarstrafe nach einem Check von hinten zuletzt noch passen, kann er gegen die Indians wieder ins Spieleschehen eingreifen. Fun Fact: Nach dem Ausscheiden von Leipzigs Hofverberg, der mit seinen 50 Jahren nun bei Schweinfurt in der vierten Liga spielt, ist Hamms Igor Furda mit seinen noch 44 Jahren nun der älteste aktive Spieler der Oberliga Nord. Jedoch sollte auch Chris Schutz nicht erwähnt bleiben. Der US-Australier/Aussie-Amerikaner (oder wie man die Mischung aus USA und Australien nennt) ist der torgefährlichste Spieler der Eisbären und mit sechs Punkten (fünf Tore, ein Assist) der fünftbeste Scorer der Liga.

Spielbeginn: Freitag, 20 Uhr
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Welcome back Moskitos

Neues Logo, neue Website, neue Trikots mit mehr schwarz-weiß und weniger lila-grün. Am Westbahnhof hat sich einiges getan. Aber dennoch hat man ein bisschen das Gefühl, auf ein Klassentreffen zu gehen. Denn im Team der Moskitos sind viele bekannte Gesichter zu sehen. Allen voran der zweifache „Coach of the Year“ Frank Petrozza, der den Indians-Fans nur zu gut aus seinen Herner Zeiten bekannt sein dürfte. Auch Aaron McLeod, André Huebscher oder Stephan Kreuzmann sind schon oft gegen den ECH angetreten und Thomas Ziolkowski sowie Mike Glemser haben selbst im Dienst der Indians gestanden.

Der vielleicht bemerkenswerteste Neuzugang dürfte wohl Mitch Bruijsten sein, der nach langer Zeit mal wieder eine Kontingentspieler besetzt. Lange Jahre war er mit seinem Bruder Kevin Dreh- und Angelpunkt der Tilburg Trappers, verließ das Team jedoch, um etwas kürzer zu treten. Nun kommt er mit einer Empfehlung von 387 Scorerpunkten in 240 Oberligaspielen zu den Moskitos. Neuland ist Essen dennoch nicht für ihn, spielte er einige Jahre bei den Young Moskitos.

Rein sportlich befinden sich die Moskitos Essen momentan auf dem vorletzten Platz. Nach dem Overtime-Auftaktsieg gegen Halle blieb das Team von Petrozza bisher sieglos, auch wenn die Spiele gegen Hamburg und Diez-Limburg nur knapp verloren gingen. In der Vorbereitung zeigte die Mannschaft jedoch gute Ansätze: Einer deutlichen Niederlage in Herne stand ein Sieg am Westbahnhof über den HEV entgegen und die Spiele gegen Tilburg gingen nur knapp verloren, einmal in Overtime. Seien wir gespannt, wie sich das Team bei der Partie mit den Indians zeigt.

Spielbeginn: Sonntag, 19.30 Uhr
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