Indians mit erster Saison-Niederlage

Nach einem Auftaktwochenende mit zwei Siegen mussten die Hannover Indians am Freitag beim Gastspiel in Herne die erste Niederlage der Saison hinnehmen und ihre – ohnehin nicht so ganz ernstzunehmende – Tabellenführung abgeben. Denn die Miners, so heißt der Herner EV nun mit Beinamen, konnten das Spiel mit 5:2 für sich entscheiden. Herne war vor allem im ersten Drittel stark und die Indians fanden zu spät zu ihrem Rhythmus.

Eigentlich ist es das Spiel der Indians, mit viel Druck und Tempo ins Spiel zu starten. Jedoch hatten sie Schwierigkeiten, ihre eigene Medizin zu kosten. Denn auch Hernes Gameplan schien so zu lauten. Bereits in der 5. Spielminute hatte Marsall über rechts viel zu viel Platz und ließ Miserotti-Böttcher keine Chance im eins zu eins und brachte die Hausherren früh in Führung. Gerade einmal 70 Sekunden musste Böttcher wieder hinter sich greifen. Bei eigenen Angriff spitzelte Elten einem Indianer den Puck kurz vor der blauen Linie weg, der Tegkaev dabei direkt auf den Schläger fiel. Zwei kurze Pässe und es war wieder Tegkaev, der bei verdeckter Sicht zum 2:0 traf. Herne wirkte, als würde die Mannschaft so schon eine ganze Saison zusammen gespielt haben. Das machte sich vor allem im Powerplay bemerkbar. In der ersten Unterzahl konnten die Indians schon fast froh sein, kein Tor kassiert zu haben, jedoch holte das Marsall in der 14. Minute – und dem zweiten Powerplay der Miners – nach und stellte die Uhr auf 3:0. Nach diesem dritten Treffer nahm Lenny Soccio eine Auszeit und sie schien zu fruchten. Denn die Indians kamen langsam besser ins Spiel und setzten Herne zum Drittelende gut unter Druck. Das Tor machte jedoch wieder der HEV. Das 4:0 von Tomi Wilenius in der 20. Minute war vielleicht das am schönsten herausgespielte und auch das bitterste Tor. Denn die Indians wurden für ihr Aufbäumen nicht belohnt und mussten mit einem vier-Tore-Rückstand in die Pause gehen.

Ab dem zweiten Spielabschnitt brachten beide Teams mehr Härte ins Spiel, nicht nur durch Checks und Körperspiel, sondern auch mit dem einen oder anderen Faustkampf. Torreich sollte das Drittel zwar nicht werden, aber Wilenius steuerte mit dem 5:0 in der 37. Minute seinen zweiten Treffer des Abends, dieses Mal im Powerplay, bei.

Mit der klaren Führung im Rücken nahm Herne den größten Druck aus der Partie und die Indians witterten ihre Chance. In der zweiten indianischen Überzahl nutze Mieszkowski die Chance und netzte in der 46. Minute aus kurzer Distanz zum 5:1 ein. Hatte Bacek eben noch aufgelegt, traf er in Minute 51 selbst. Der Deutsch-Slowake lauerte goldrichtig vor dem Tor, bekam den Diagonalpass von hinter dem Tor und traf zum 5:2. Eine vermeintlich einfache Strafe wegen Behinderung gegen Jayden Schubert erhitzte gut sechs Minuten vor Spielende noch einmal die Gemüter. Sortieren wir kurz die Ereignisse. Schubert kam recht unglücklich Benjamin Hüfner in den Weg und brachte ihn wenig später mit einem Schubser zu fall. Daraufhin schritt Behrens ein, wollte Schubert stellen, wurde jedoch von Bovenschen aufgehalten. Die Szene schien sich eigentlich schon beruhigt zu haben, da gerieten Schubert und Peleikis abseits aneinander. In der Pressekonferenz monierte Soccio, dass Peleikis von der Bank kam und so hätte eine größere Strafe bekommen müssen. Herne Trainer Albrecht zeigte Verständnis für die Ansicht, ging seinerseits jedoch davon aus, dass die Szene bereits geklärt war und schickte seine Powerplay-Formation aufs Eis. Dass es zwischen zwei Heißspornen wie Peleikis und Schubert jedoch schnell mal knallen kann, dürfte jedem klar sein, der die beiden schon öfter hat spielen sehen. Beide erhielten eine alleinstehende fünf-Minuten-Strafe, die es seit dieser Saison ja gibt, und Schubert zusätzlich zwei Minuten für Behinderung und zwei Minuten wegen Crosschecks. Vier von den sechs verbleibenden Spielminuten verbrachte der ECH also in Unterzahl, was einen möglichen Schlussspurt deutlich erschwerte. Somit blieb das Endergebnis bei 5:2.

Bei der folgenden Pressekonferenz resümierte Soccio, dass es sich sicher um einen hochverdienten Sieg handele, er mit der Moral seiner Mannschaft aber trotzdem zufrieden sei: „Sie haben Herz gezeigt und nicht aufgegeben.“

Besser machen können es die Indians am Sonntag, wenn die EXA Icefighters Leipzig zu Gast am Turm sind. Eröffnungsbully ist um 19 Uhr. Für alle, die dabei sein wollen, gibt es Tickets vorab im Online-Shop der Indians, ab 17.30 Uhr an der Abendkasse und für die, die nicht im Stadion sein können, überträgt unser SpradeTV-Team die Partie auch wie gewohnt live.

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