Hamburg, Herne, Halle – Duell in der Tabellennachbarschaft

Die Hannover Indians haben es sich inzwischen wieder auf dem vierten Tabellenplatz eingerichtet. Schaute man lange Zeit nach unten, kann man nach einigen eigenen Siegen und kleineren Patzern bei anderen Teams den Blick auch wieder nach oben richten. Diese Woche treffen die Indians gleich auf drei Nachbarn, die erneut Dynamik in die Oberliga-Nord-Tabelle bringen können.

Platz 5: Crocodiles Hamburg jagen das Heimspielrecht

Das erneute Aufeinandertreffen mit den Crocodiles Hamburg läutet das Ende der Doppelspieltage ein, hat man zuletzt gleich dreimal hintereinander (oder nahezu hintereinander) gegen die selben Gegner am selbem Austragungsort gespielt. So war Hamburg erst am vergangenen Freitag zu Gast am Pferdeturm. Die drei Punkte konnte der ECH souverän mit einem 5:1 zu Hause einfahren. Lenny Soccio freute sich über eines der vielleicht besten Spiele seines Teams innerhalb der aktuellen Saison.

Viel Zeit ist also nicht vergangen, was beiden Teams interessante taktische Möglichkeiten bietet, hat man den aktuellen Gegner ja gerade erst bespielt. Am „Zwischenspieltag“ konnten beide Teams einen Sieg einfahren – die Indians in Leipzig, Hamburg gegen Rostock. Sonderlich viel hat sich also nicht verändert. Am Auffälligsten wohl der Abstand in der Tabelle: Waren die Crocodiles vor Partie eins noch auf den Fersen (0,03 Punkte pro Spiel), ist der Unterschied jetzt auf 0,14 gewachsen.

Stand Freitag noch Geburtstagskind Zoschke, die nominelle Nummer zwei, im Tor der Hanseaten, könnten die Indians jetzt wieder Kai Kristian überwinden müssen, der die Kleefelder schon das eine oder andere Mal verzweifeln ließ. Zoschke kann man jedoch nicht die Schuld für die Niederlage geben, in der Drangphase der Indians konnte er zwischenzeitlich sogar eine noch höhere Führung verhindern. Nach dem Spiel sagte er: „Wir standen im zweiten Drittel wieder neben uns und schenken das Spiel her. Hinten haben wir da nur zugeguckt. Dass wir vorne dann nur ein Tor erzielen, kommt noch dazu. Das war insgesamt einfach zu wenig“. (Quelle: Homepage Crocodiles) Besonders von der Offensive der Hamburger dürfte nach Freitag eine Reaktion zu erwarten sein, bildet das Team der Hamburger doch eine der punktbesten Angriffe der Liga, hat viel individuelle Klasse und wurde zuletzt mit zwei neuen Kontingentspielern verstärkt.

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Platz 6: Herner EV auf der Suche nach der eigenen Stärke

Das letzte Duell gegen den Herner EV ist im Gegensatz zu den Crocodiles Hamburg schon etwas länger her. Wir erinnern uns noch schmerzhaft an die 1:10-Niederlage am Gysenberg. Kurz vor Weihnachten machten die Kleefelder es auf heimischen Eis jedoch besser und erkämpften sich einen 4:3-Sieg.

Tabellarisch sind die Herner auf dem sechsten Tabellenplatz zu finden, knapp hinter Hamburg. Da beide Teams 33 Spiele haben, fällt eine Vergleichbarkeit auch ohne Quotienten leicht. Denn der HEV hat nur einen Punkt weniger auf dem Konto als die Hanseaten. In die Saison als einer der Favoriten gestartet, läuft Herne in dieser Saison noch etwas ihrer Form hinterher. 16 Siege, 12 Niederlagen nach regulärer Spielzeit und vier von fünf Spielen, die in Verlängerung gingen, endeten mit einer Niederlage. Man sollte nicht zu viel hineininterpretieren, aber die größten Gegner scheinen in diesem Jahr die Herner selbst, ihre Nerven und ihre Erwartungen zu sein (lassen wir mal zweistellige Siege außen vor, davon ist bisher nämlich nur einer gelungen.

Im Herner Umfeld rumort es schon seit Anfang der Saison, es gab teils harte Kritik der Fans und in der laufenden Saison zahlreiche Ab- und Neuzugänge. Wie auch schon beim letzten Herner Gastspiel am Pferdeturm, werden wir ein paar neue Gesichter sehen. Denn in der Zwischenzeit drei neue Spieler zum Team von Danny Albrecht. Mit Alexander Komov ist ein junger Stürmer aus dem Schwenninger Nachwuchs dabei, der auch schon mit der DEL-Mannschaft trainierte, aber garantierte Eiszeit vorzog. Und die Defensive verstärken einerseits Thomas Gauch, der wegen Verletzungspech in der letzten Saison für den Krefelder EV nur wenig Spiele machte, zuvor aber bei den Moskitos Essen besonders mit seiner physischen Präsenz auffiel und auf der anderen Seite der 17-jährige gebürtige Herner Aaron Krebietke, der eine Förderlizenz von der Iserlohner U20 erhält.

Auch dieses Spiel wird live über SpradeTV übertragen, ist zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht buchbar.

Platz 3: Polster der Saale Bulls Halle schmilzt

Mit den Saale Bulls Halle kommt die Mannschaft nach Hannover, die unmittelbar vor den Indians steht. Also wieder ein 6-Punkte-Spiel, das die Indians im Falle eines Sieges (spätestens dann) auf den dritten Tabellenplatz befördern könnte. Die Indians trafen in der Vorbereitung auf den MEC und dann lange nicht mehr – dann aber gleich doppelt. Denn die Mannen von Lenny Soccio mussten gleich back-to-back bei den Saale Bulls ran. Sah es in der Vorbereitung noch beinahe nach einem Klassenunterschied aus, waren die beiden Auswärtsspiele in Halle deutlich mehr auf Augenhöhe. Nach einer Siegesserie von neun Spielen mussten sich die Saale Bulls gegen die Indians mal wieder geschlagen geben. Ging das erste Duell mit 5:3 an den ECH, blieb Halle drei Tage später mit 6:4 als Sieger vom Eis. Allerdings hat die eine Niederlage eine ordentliche Delle in den Ruf als aktueller Überflieger gemacht – gingen zuletzt nämlich die beiden Spiele (je auswärts in Hamburg und Tilburg) verloren. Dabei fuhr das Team bisher vor allem in der Fremde regelmäßig Punkte ein.

Auch die Hallenser haben ordentlich Offensiv-Power zu bieten. Interner Topscorer Kyle Helms ist auf dem siebten Platz ligaweit zu finden, mit ebenfalls 48 Punkten wie Hamburgs Zuravlev, hat dabei allerdings sogar noch drei Spiele weniger. Die größte Torgefahr hingegen geht von Tatu Vihavainen aus. Der Finne schenkte den Indians beim ersten Duell nicht nur drei Tore ein, sondern kann in 21 Spielen stolze 20 Tore vorzeigen. In der Oberliga-Nord-Statistik reicht es zwar „nur“ für Platz 10, dabei hat auch er deutlich weniger Spiele absolviert als einige seiner Konkurrenten. Auf die Anzahl der Spiele gerechnet können sonst nur Thomas Matheson von Diez-Limburg und der uns allen bestens bekannte Brett Bulmer mithalten. Aber nicht nur vorne hat Halle was zu bieten: Mit Sebastian Albrecht steht der viertbeste Torwart der Liga zwischen den Pfosten. Zwar mit einem nicht unbedingt außergewöhnlichen Gegentorschnitt von (aktuell) 2,88, aber einer Fangquote von 91,8% – nahezu Ligabestwert. Nur Ilya Sharipov, der als Förderlizenzspieler von den Nürnberg Ice Tigers Anfang der Saison für die Hammer Eisbären sieben Spiele machte, kommt auf einen Wert von 91,9%.

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