Galavorstellung gegen den Herner EV

Die Indians haben ihre Offensivpower zurück. Mit 7:4 schlugen sie den Herner EV. Das erste Drittel kann man aber nicht anders als spektakulär bezeichnen. Mit sechs Toren in 20 Minuten zerlegte der ECH die Gäste, die das Ergebnis zum Ende immerhin noch erträglich gestalten konnten.

So eine Partie hatte wohl keiner erwartet. Schon nach gut einer Minute brachte Bulmer mit seinen neuen Reihenkollegen Bacek und Weyrauch die Indians mit 1:0 in Führung. Die Freude war gerade abgeklungen, da sorgte Maxi Pohl mit einem etwas glücklichen Treffer aus der eigenen Hälfte für das 2:0. Es schien heute einfach alles zu klappen. In der 9. Spielminute war gerade eine Strafe gegen die Gäste angezeigt – aber dazu kam es gar nicht. Denn kurz nachdem der Schiri den Arm gehoben hatte, versenkte Robby Hein den Puck zum 3:0. Nach nicht einmal neun Minuten war der Arbeitstag von Björn Linda dann bereits beendet. Trainer Danny Albrecht versuchte, mit einem Torwartwechsel seiner Mannschaft einen frischen Impuls zu geben. Jedoch änderte sich auch mit Neffin im Herner Tor nicht viel. In der 15. Minute musste auch der junge Schlussmann nach dem 4:0-Überzahltreffer von Brett Bulmer hinter sich greifen. Nun hatten sich die Indians in Rage geschossen. So erhöhte Pohl mit seinem zweiten Treffer des Abends in der 17. Minute auf 5:0. Danny Albrecht nahm eine Auszeit, da offenbar der Torwartwechsel keine Besserung im Spiel der Herner brachte. Doch wie schon zuvor: Die Indians legten nach. Mit dem dritten Doppelpack des Abends legte Hein in Überzahl nach und stellte das Ergebnis in de 19. Minute auf 6:0. So ein Drittel hatte man am Pferdeturm lange nicht mehr gesehen.

Mit dem zweiten Drittel gab es dann auch in den Reihen der Indians einen Torwartwechsel. Zabolotny hatte sich zuvor bei einer Aktion etwas am Oberschenkel verletzt und wurde als Vorsichtsmaßnahme aus dem Spiel genommen. Den größten Druck hatten die Indians in der Kabine gelassen, sodass auch Herne nun ein wenig ins Spiel fand. So machten die Gäste in der 29. Minute ihr erstes Tor. Nico Kolb traf zum 6:1. Den letzten Nagel in den Sarg hämmerte dann Indians-Kapitän Branislav Pohanka in der 34. Minute, als er mit Vollspeed ums Tor zog und zum 7:1 mit einem vollendeten Bauerntrick einnetzte.

Im letzten Drittel nahmen sich die Indians weiter zurück. Lenny Soccio sagte in der nachfolgenden Pressekonferenz, dass er mit dem Drittel nicht zufrieden war, da sich die Indians „zu viel zurückgelehnt“ hatten. Daher konnte der HEV den letzten Spielabschnitt für sich entscheiden und so noch etwas Erebniskosmetik betreiben. So traf Komov in der 45. Minute zum 7:2 und Liesegang in der 50. Minute zum 7:3. Danny Albrecht wollte das Spiel noch nicht verlorengeben – vielleicht auch mehr als Zeichen an seine Mannschaft als an alle anderen – und nahm bereits sieben Minuten vor Ende den Torhüter vom Eis. Sekunden später gab es allerdings eine Strafe gegen den HEV, sodass dieser Plan schnell wieder in die Schublade musste. In der Schlussminute machte Elten in Überzahl noch das 7:4 und das Spiel war beendet.

Nach dem Spiel fand Coach Albrecht deutliche Worte: „Das war heute geistiger, körperlicher und emotionaler Dünnschiss meiner Mannschaft.“ Darüber täuschte wohl auch das Endergebnis nicht hinweg. Gerade mental nach den letzten Spielen ein Befreiungsschlag für die Indianer, die hoffentlich etwas aus dem ersten Drittel mit in die nächsten Spiele nehmen können. Denn schon am Sonntag kommt mit den Hammer Eisbären das nächste Team an den Pferdeturm – das zweite von vier Heimspielen am Stück.

Wermutstropfen des Abends: Nach dem Ausfall von Zabolotny blieben auch Bacek und Aichinger während des Spiels in der Kabine, da sie angeschlagen waren. Es wird sich noch zeigen, ob die drei am Sonntag und die kommenden Spiele im Kader stehen werden.