Erst hui, dann ui – Zittersieg über den Herforder EV

Nach dem letzten Aufeinandertreffen der Hannover Indians und den Herforder Ice Dragons hatte man es schon vermuten können, dass es eine umkämpfte und spannende Partie werden würde. Und so sollte es auch kommen.

Schon in der 10. Minute stellte Parker Bowles mit seinem Treffer zum 1:0 die Weichen auf Sieg. Bis zu eben diesem sollte aber noch viel Wasser die Leine hinunterlaufen.

Den besseren Beginn im zweiten Drittel hatten dann die Gäste. Ulib Berezovs’kij konnte in der 24. Minute für sein Team ausgleichen und zog damit Parallelen zum letzten Schlagabtausch: Die Indians legten vor, Herford – kämpferisch stark – zog nach. Es sollte jedoch abermals mit einer knappen Führung für den ECH in die Pause gehen. Robby Hein konnte eine Powerplaysituation in der 31. Minute nutzen und Ennio Albrecht im Ice Dragons-Tor zum 2:1 überwinden.

Zum Showdown kam es dann allerdings im letzten Spielabschnitt, den auch Steven Spielberg nicht hätte spannender inszeniert werden können. Ein denkwürdiges Tor erzielte Indians-Kapitän Branislav Pohanka in der 52. Minute. Es war nicht nur das erste Unterzahltor der Indians und der vermeintliche Neckbreaker im Spiel gegen den Herforder EV, sondern auch für Brano Pohanka persönlich ein besonderer Treffer. Denn mit dem 3:1 zog er in den All Time Toren mit Kyle Doyle gleich und teilt sich mit 121 erzielten Toren den zweiten Platz. Lediglich Jamie Chamberlain hat in seiner Indians-Historie mehr Treffer erzielt. Trotz eigener Überzahl nicht den Ausgleich zu erzielen, sondern weiter in Rückstand zu geraten – das war sicher nicht der Plan der Ice Dragons. In der 55. Minute konnten die Indians nach dem 4:1 durch Parker Bowles eigentlich den Deckel draufmachen. Und das sogar, obwohl es der HEV war, der das Spiel hier machte. Aber hängende Köpfe waren bei Herford nicht zu sehen. Mit dem Mut der Verzweiflung stemmten sich die Ice Dragons nochmal gegen den 3-Tore-Rückstand. Und es sollte noch einmal spannend werden. 111 Sekunden vor dem offiziellen Ende der Partie brachte Lessard Aydin die Aufholjagd der Drachen mit seinem Treffer zum 4:2 ins Rollen. Exakt 90 Sekunden vor Ultimo verließ Ennio Albrecht dann das Eis zugunsten eines zusätzlichen Feldspielers. 51 Sekunden vor Schluss musste Brett Bulmer dann wegen übertriebener Härte auf der Strafbank platznehmen. Die letzten Spielminuten sind die Emotionen durchaus mit einigen Spielern durchgegangen und es kam zum einen oder anderen Handgemenge. Die Tür war gerade einmal für fünf Sekunden geschlossen, da konnte Krüger bei sechs zu vier Spielern unter ungläubigen Blicken der Indians-Anhänger mit dem 4:3 sogar noch den Anschlusstreffer in Überzahl markieren. Nun begann also das große Zittern. Albrecht nahm nur für den Bully seinen Platz im Tor wieder ein und sprintete dann erneut in Richtung Bank. Die Indians verteidigten mit Mann und Maus und wurden letztendlich für den heute defensiv sehr engagierten Auftritt belohnt.

Zeit zum Jubeln war jedoch nicht. Denn nach dem Schlusspfiff und einigem Körpereinsatz auf dem Eis schien das Spiel zumindest hier noch in Verlängerung zu gehen. Allerdings beruhigten sich die erhitzten Gemüter nach wenigen Minuten wieder und das Schiedsrichtergespann kam um das Aussprechen von Strafen herum.

Schon am Freitag kommt es jedoch zum Rematch der beiden Kontrahenten. Es wird sich zeigen, in wieweit sich tatsächlich alle beruhigt haben. Zumindest birgt das Spiel einiges an Zündstoff. Die SpradeTV-Kollegen aus Herford übertragen die Partie wieder live.