Duell auf Augenhöhe geht knapp an Halle

Sie hatten sich so viel vorgenommen – und es fing auch gut an. Jedoch verloren die Hannover Indians das Duell mit den Saale Bulls, wie auch schon bei der Niederlage in Halle, denkbar knapp. Halle reiste wegen einiger Verletzter nur mit 14 Feldspielern an. Jedoch hatten wir schon am vorherigen Spieltag in Herne gesehen, dass das bei weitem kein Selbstläufer ist. Denn gerade bei einem kleinen Kader, ist der Kampfgeist umso größer. Bei den Indians fehlte Burns, der zuletzt in einer glänzend aufgelegten dritten Reihe gewirbelt hatte. Wegen einer Gehirnerschütterung wird er wohl noch länger ausfallen.

Bei den Gästen startete Urbisch im Tor, der bereits in der 5. Minute das 1:0 durch Thore Weyrauch hinnehmen musste. Es schien also alles nach Maß zu laufen. Die Zuschauer im Stream sahen ein äußerst munteres und temporeiches Oberliga-Spiel mit offenem Visier. Die tendenziell größeres Chancen – wie einen Lattentreffer durch Pohanka – gab es auf Seite der Hausherren, aber Halle zeigte sich effizient. In der 18. Minute war es Vihavainen, der nominell gefährlichste Angreifer der Saale Bulls, der mit seinem 23. Tor im 23. Spiel den 1:1-Ausgleich erzielte.

Das zweite Drittel sollte zwar intensiv und eng, aber torlos bleiben. Dabei hatten die Indians weiterhin dicke Chancen. Sogar einen Penalty, der nach einer Notbremse an Kapitän Branislav Pohanka ausgesprochen wurde, konnte Brett Bulmer nicht im Tor unterbringen, obwohl er mit einer schönen Bewegung Urbisch im Halle-Tor schon ausstiegen ließ, dieser aber noch im Liegen den Puck in die Fanghand bekam.

Die Entscheidung sollte im dritten Drittel fallen. Pohanka und Bacek, der an diesem Abend sein 150. Pflichtspiel für die Indians bestritt, setzten Ryan Del Monte in der 52. Minute vor dem Tor der Saale Bulls gut in Szene, sodass er sein Team mit 2:1 wieder in Front brachte. Die Freude währte jedoch nur kurz. Der Jubel war noch nicht ganz verklungen, da gelang Halle erneut der Ausgleich, Kapitän Kai Schmitz traf zum 2:2 in der 53. Minute. Der ECH hatte noch alle Möglichkeiten, bekamen rund vier Minuten vor Schluss jedoch eine denkbar ungünstige Strafzeit aufgebrummt. Nick Bovenschen saß nur eine halbe Minute auf der Strafbank, da sorgte Halles Topscorer Kyle Helms in der 57. Minute erstmals für eine Führung der Bullen. Es fehlte wie zuletzt häufiger das gewisse Quentchen Glück. Die letzten 80 Sekunden setzten die Indians mit sechs Stürmern auf dem Eis alles auf eine Karte, das Endergebnis blieb jedoch bei 2:3.

Die Indians verbleiben nach dieser Niederlage zwar auf Platz 6 der Tabelle, müssen aber den Abstand zu den Plätzen drei bis fünf etwas abreißen lassen. Während die Differenz nach hinten rechnerisch folgerichtig kleiner wird. Schon am Dienstag gibt es das nächste Verfolgerduell. Erstmals diese Saison treffen die Indians auf die Black Dragons Erfurt. Diese lauern auf Platz 8 auf ihre Gelegenheit – nur 0,08 Quotientenpunkte hinter dem ECH.

Foto: Stefan Zwing | deisterpics