Drei Tore, zwei Punkte – erster Overtime-Sieg der Saison

Wer schon einige Begegnungen zwischen den Hannover Indians und den EXA Icefighters Leipzig gesehen hat, weiß, dass diese Aufeinandertreffen eigentlich immer spannend, mit einer ordentlichen Portion Härte und meist recht engem Endergebnis gespielt werden. So sollte es auch an diesem Sonntag sein. Besonders die beiden Torhüter – Dalgic auf Seiten der Indians und Hoffmann im Leipziger Tor – sollten ausreichend Gelegenheit bekommen, sich auszuzeichnen.

Die Indians starteten deutlich besser ins Spiel als noch am Freitag in Herne und suchten den Weg zum Tor. Aber auch aus einer fünfminütige Überzahl nach gut 13 gespielten Minuten konnten sie nichts Zählbares herausholen. Ausgerechnet der hochmotivierte Michael Burns, der letzte Saison noch für die Indians seine Schlittschuhe schnürte, kassierte eine Fünf-Minuten-Strafe plus Spieldauer, nachdem er Aichinger hinter dem eigenen Tor in die Bande checkte und der junge Verteidiger mit blutiger Nase vom Eis musste. Alles in allem hatte der ECH mehr vom Spiel inklusive der dazugehörigen Torchancen, wollten es jedoch zu schön machen oder scheiterten am starken Hoffmann, der vor allem während der fünf-minütigen Unterzahl ein ums andere Mal über sich hinaus wuchs. Trotz einiger Großchancen von Kiss, Mieszkowski, mehrfach Bowles und Pohanka in der Schlusssekunde, blieb das erste Drittel torlos.

Das erste Tor sollte aber im zweiten Drittel dann endlich fallen. Die Indians nach einer Strafe kurz vor Ende des ersten Spielabschnitts noch in Unterzahl, nahmen schnell Fahrt auf und Bowles in Koproduktion mit dem Torschützen Gibbons stellten mit dem Unterzahltreffer in der 21. Minute den Spielstand auf 1:0. Verrückter Weise ab dieses Tor eher Leipzig Auftrieb. Dalgic rettete bei gleich drei Großchancen in höchster Not, verlor bei einer vierten sogar seinen Stock und wurde einmal über den Haufen gerannt. Das Glück, das Leipzig noch im ersten Drittel hatte, war nun auf Seiten der Indians. Einige etwas kleinliche Entscheidungen brachten den Indians eine um die andere Strafe in der zweiten Drittelhälfte ein und das Team musste wirklich kämpfen, um den knappen Vorsprung zu halten. Kurioser Weise war die größte Chance beim 5-3-Powerplay der Leipziger auf Seiten der Indians, aber Pohanka scheiterte knapp. Für die Stimmung war dieser aufopferungsvolle Kampf nur förderlich.

Lange sollte es bei diesem einem Tor bleiben, bis Slanina in der 52. Minute den heiß ersehnten Ausgleich für die inzwischen dezimierten Leipziger schoss. Die Icefighters waren mit 17 Feldspielern angereist, verloren währen des Aufwärmens und des Spiels jedoch vier ihrer Männer durch Verletzungen oder Strafen. Strafen gab es im letzten Spielabschnitt keine mehr, Tore jedoch auch nicht. Der Sieger sollte also in der Overtime gefunden werden.

Fünf Minuten dauert eine reguläre Overtime, in den Genuss kamen die 1.611 Zuschauer jedoch nicht mehr. In der 62. Minute war Robin Palka auf und davon, ließ seinen Gegenspieler stehen, vernaschte Hoffmann und jubelte in die frenetische Nordkurve. Das 2:1 und die drei Punkte waren in einem ziemlich verrückten Spiel schwer verdient und der eine Punkt für Leipzig ist sicherlich ebenso verdient.

Nach dem Spiel waren beide Trainer grundsätzlich zufrieden mit ihren Teams, zumindest mit Einsatz. Wie formulierte es Sven Gerike auf der Pressekonferenz so schön: „Der Kopf war da, die Füße nicht.“ Beim nächsten Mal wolle er lieber ein bisschen mehr Eishockey zeigen, weniger Halligalli. Und Soccio betonte mit einem Augenzwinkern, dass heute beide Teams vor allem in Unterzahl stark waren – über die Überzahl hüllen wir mal den Mantel des Schweigens.