Dezimierte Indians verlieren gegen Leipzig

Es war so ziemlich genau das Gegenteil von dem, was wir vor rund zwei Wochen gesehen haben, als die EXA IceFighters Leipzig zum letzten Mal am Pferdeturm gastierten. Dieses Mal waren es die Indians, die mit einem dünnen Kader antreten mussten. Lenny Soccio kam zwar noch auf 13 Feldspieler, aber nur, weil auch die Spieler spielten, die eigentlich wegen einer Verletzung pausieren sollten oder sich im Laufe des Spiels verletzten.

Dabei legten die Indians eigentlich gut los. Motiviert und offensiv hatten sie in den Anfangsminuten gleich mehrere gute Chancen und Parker Bowles gelang schon in der 6. Minute das 1:0. Einen Schuss von Turnwald von der blauen Linie konnte Hoffmann nur prallen lassen, Weyrauch im Slot zog die Verteidiger auf sich, sodass Bowles aus der zweiten Reihe den Puck stibitzen und einnetzen konnte. Diese Führung wollte Leipzig nicht auf sich sitzen lassen, kämpft das Team doch ebenso wie die Indians um die direkte Playoff-Qualifikation. In der 10. Spielminute schnürten die IceFighters die Indians im eigenen Drittel ein und der Ausgleich war beinahe absehbar. Zille sah aus dem Halbfeld eine Lücke und traf durch Zabolotnys Beine zum 1:1. Leipzig hatte offensiv mehr vom Spiel, die Indians verlagerten sich aufgrund der Personallage folgerichtig auf Konter.

Im zweiten Drittel haderten die Indians weiter mit der Chancenverwertung. Sie kamen zwar zu einigen guten Offensivaktionen, konnten diese aber nicht in Tore ummünzen. Besser gelang das den IceFighters. Erst hatte Hannon in der 28. Minute zu viel Platz und markierte das 1:2 und in der 35. Minute nutzte Eichelkraut ein Durcheinander vor dem hannoveraner Tor zum 1:3.

Die Indians gaben sich nicht auf, aber die Beine wurden zunehmend schwerer. Für neue Energie sorgte der 2:3-Anschlusstreffer von Weyrauch in der 49. Minute bei einer der seltenen Überzahl-Situationen in diesem Spiel. Bulmer bediente Turnwald mit einem weiten Querpass, der scheiterte noch knapp an Hoffmann, aber Weyrauch hellwach nutzte den freien Slot, um den Puck ins Tor zu bugsieren. In den Gesichtern der Indianer konnte man fast lesen: „Na also, es geht doch.“ Die Indians mussten mit zunehmender Zeit aufmachen, was Leipzig mehr Raum gab und schnelle Konter ermöglichte. Einer von diesen landete in der 57. Minute dann im Tor. Hertel wollte den tödlichen Pass blocken, der Puck traf seinen Schlittschuh aber so unglücklich, dass die Scheibe zum 2:4 im Tor landete. Das war dann schon beinahe die traurige Vorentscheidung. Die letzten zwei Minuten spielten die Indians noch mit einem sechsten Feldspieler, aber der letzte Treffer des Spiels ging ins leere Tor der Hannover Indians, nachdem Sofiene Bräuner sich nach einem vergebenen Alleingang und einem Schuss am leeren Tor vorbei doch noch mit dem 2:5 belohnte.

Mit diesem Sieg sind die IceFighters an den Indians in der Tabelle vorbeigezogen und haben Platz sieben erobert. So müssen sich die Indians langsam mit dem Gedanken anfreunden, den Weg in die Playoffs über die Pre-Playoffs zu finden. Im Best-of-One-Modus ist das Heimrecht, das mit den Plätzen sieben und acht käme, umso wichtiger. Das Auswärtsspiel am Freitag gegen die Tilburg Trappers muss wegen eines Corona-Falls in den Reihen der Trappers abgesagt werden. Am Sonntag sind dann die Scorpions Gegner am heimischen Pferdeturm.

Foto: Stefan Zwing | deisterpics