Indians brechen Halles Siegesserie

Neun Siege in Folge – mit dieser Visitenkarte empfingen die Saale Bulls Halle die Hannover Indians am Dienstag im heimischen Eisdom. Nach 60 Minuten waren es jedoch die Indians, die jubeln konnten. Denn auch ein Hattrick von Halles Tatu Vihavainen konnte den Saale Bulls nicht der erhofften Sieg bringen.

Dabei startete das Spiel aus Sicht der Hausherren wie im Märchen. Bereits in der 3. Minute brachte Vihavainen sein Team mit einem Treffer durch die Beine von Zabolotny in Führung. Wer sich jetzt an die letzte Auswärtspleite erinnert fühlte, sollte irren. Denn Bulmer setzte sich sehenswert durch, seinen Schuss konnte Albrecht noch parieren, aber der abgelenkte Puck landete beim angeflogenen Bacek, der in der 10. Minute zum 1:1-Ausgleich einschob. Der nächste Treffer der Saale Bulls ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Schon in der 11. war es erneut Vihavainen, der die Führung mit dem 2:1 durch einen Abpraller wieder herstellte. Insgesamt ging die Führung für die spielstarken Hallenser jedoch absolut in Ordnung.

Im zweiten Drittel sollten die Indians jedoch endgültig im Spiel ankommen. Hatten die Saale Bulls in der 24. Minute einen Moment nicht aufpasst, da nutzen die Indians die Gelegenheit zum 2:2. Pohanka nahm Albrecht im Halle-Tor noch perfekt im Slot die Sicht, da erzielte Benedikt Jiranek mit einem Schuss von der blauen Linie sein erstes Tor für die Indians. Nur imaginären Halbzeit hätten die Hausherren erneut in Führung gehen können, nachdem Halle ein Penalty zugesprochen wurde – eine vertretbare, aber durchaus harte Entscheidung. Den Schuss von Vihavainen konnte Zabolotny jedoch entschärfen. Das zweite Drittel gehörte den Indians, das sie folgerichtig auch an Toren für sich entscheiden konnten.

Im dritten Drittel machten die Indians da weiter, wo sie im vorherigen aufgehört hatten. Hotakainen musste wegen Behinderung auf der Strafbank platznehmen, da kombinierten sich Bowles und Bulmer in einem dynamischen Powerplay zur ersten Indians-Führung des Abends. Nach einem Pass von Bowles quer durch die gesamte Angriffszone stand Bulmer Halbfeld genau richtig und versenkte den Puck in Überzahl zum 2:3. Jetzt hatten sich die Indians warmgeschossen. Beinahe exakt eine Minute später klingelte es schon wieder im Kasten von Halle. Dieses Mal war es Pohanka, der in der 54. Minute auf 2:4 erhöhte. Jetzt ging es Schlag auf Schlag im Eisdom. Eigentlich spielten in dieser Phase nur die Indians. Ein Puckverlust, ein Querpass und Vihavainen traf beinahe aus dem Nichts zum 3:4 und machte in der 55. Minute nach seinem vergebenen Penalty doch noch seinen Hattrick perfekt. 30 Sekunden später musste Nick Aichinger dann wegen Beinstellens vom Eis und Halle war am Drücker. Zittern in den letzten Minuten – daran sind die Indians-Fans inzwischen schon gewöhnt. Mit einer beherzten Unterzahl überstand der ECH das Powerplay der Saale Bulls jedoch und in der 58. Minute bekam Aichinger den letzten Befreiungsschlag passgenau auf den Schläger als er von der Strafbank kommt, marschiert – verfolgt von einem Hallenser – aufs Tor zu und macht das 3:5 ist bester Vollstrecker-Manier. Es stand noch 1:12 auf der Uhr, da nahm Halle eine Auszeit und startete bei Bully vorm Indians-Tor ohne ihren Torwart, mit einem sechsten Feldspieler. Kurz vor Ende der Partie krönte Zabolotny seine starke Leistung am heutigen Abend mit einem Riesen-Save, parierte erst einen Schuss in die linke Ecke und hechtete dann aus dem Liegen in die rechte hinüber. Damit war der 3:5-Endstand dann besiegelt und die Indians konnten die drei Punkte mit auf die Heimreise nehmen.

Gelegenheit zur Revanche haben die Saale Bulls jedoch schon am Freitag, denn da müssen die Indians erneut in die Saalestadt reisen.