Erstmals Erfurt und Beginn des Heimspielmarathons gegen Herne und Hamm

Eine neue Woche, drei neue Spiele und ein „neuer“ Gegner stehen für die Indians an. Wie bereits gewohnt gehen die englischen Wochen für den ECH weiter. Dieses Mal treffen sie erstmals auf die TecArt Black Dragons Erfurt, erneut auf den Herner EV und mal wieder auf die Hammer Eisbären.

Nach einer kleinen Niederlagenserie von drei Spielen verweilen die Indians aktuell auf dem 6. Tabellenplatz. Jedoch ist es nach oben zu Platz 3 und nach untern zu Platz 8 nicht all zu weit, sodass zwei Siege die Tabelle wieder ziemlich durcheinanderwirbeln können.

Erstmals gegen Erfurt

Endlich – kann man beinahe sagen. Denn die bisher angesetzten Spiele gegen die Black Dragons mussten schon mehrfach verschoben werden. Nun kommt es also auch zum Duell mit dem letzten der 12 Oberliga-Gegner unserer Indians. Und Erfurt ist eine Mannschaft, die sehr schwer einzuschätzen ist. Schaut man sich die Teamstatistiken an, müsste das Team eigentlich einiges über Platz 8 in der Tabelle stehen.

Die Black Dragons haben aktuell das zweitbeste Powerplay-Spiel der Liga mit einer Erfolgsquote von 24,3% und sogar das beste Unterzahl-Spiel mit 85,7%. Torwart Konstantin Kessler ist im Ligavergleich zwar „nur“ auf Platz 5 zu finden, aber mit einer Fangquote von 92% hält er hier den Spitzenwert. Und auch nach vorne ist einiges an Gefahr in den Reihen der Black Dragons. Topscorer Kyle Beach wird als Königstransfer gefeiert (auch zurecht) und ihm auf dem Fuße folgt Arnoldas Bosas, der zuletzt das Trikot der Indians trug. Schon jetzt sind die beiden bei den Torjägern auf Platz 10 und 12 (mit 21 und 20 Toren) zu finden. Bei den Topscorern reicht es nur für Platz 21 und 34, man darf aber nicht vergessen, dass Erfurt das Team mit den wenigsten Spielen der Liga ist, da sie schon zwei Mal eine coronabedingte Pause einlegen mussten. Auf die Spiele heruntergerechnet wäre Beach sonst locker unter den Top 10 der Topscorer zu finden.

Diese Offensivpower zeigt sich auch in der beinahe beeindruckenden Tordifferenz von +12. Kein anderers Team auf den Plätzen von 6 – 13 hat positives Torverhältnis. Wieso also liegt das Team aus Erfurt „nur“ auf Platz 8 der Tabelle? Die Bilanz von Goalie Kessler zeigt schon ein Problem. Er pariert enorm viele Schüsse, hat aber einen schlechteren Gegentorschnitt. Dementsprechend liegt die Krux wohl in der Defensivarbeit der Erfurter, sodass Kessler zu oft als „Last Man Standing“ eingreifen muss. Außerdem sind die Black Dragons die Mannschaft mit den meisten Spielen, die in Verlängerung oder Penaltyschießen gingen. Zwar konnte das Team viele davon noch gewinnen, jedoch gibt es für solch einen Sieg eben nur zwei Punkte. Den einen Tag muss man sich den Scorpions erst im Penaltyschießen geschlagen geben und am vorletzten Spieltag verliert man zu Hause mit 1:2 gegen Hamm. Es ist eben doch ein bisschen wie bei der oft zitierten Wundertüte.

Erfurt wartet nun also erstmals auf ihre Gäste aus Hannover mit einer Empfehlung von sieben Siegen aus zehn Spielen und lediglich 0,08 Quotientenpunkte hinter den Indians. Wir können gespannt sein.

Das (vorerst) letzte Duell gegen Herne

Ende Dezember gab es das letzte Doppelduell zwischen Herne und Hannover. Recht kurz hintereinander konnte jeweils die Heimmannschaft ihr Spiel gewinnen – auch wenn das 10:1 in Herne etwas deutlicher war als das 4:3 in Hannover. Am letzten Freitag mussten sich die Indians erneut geschlagen geben. Dieses Mal mit 5:2, wobei das Spiel eigentlich etwas knapper war, als das Ergebnis vermuten lässt. Herne machte jedoch die Tore immer zum genau richtigen Zeitpunkt. Nach dieser Niederlage wechselten die beiden Mannschaften die Tabellenplätze: Der ECH rutschte auf Platz sechs, der HEV kletterte auf Platz vier – was Stand jetzt noch immer so ist. Jedoch, wie schon öfter erörtert, ist die gesamte Tabellenmitte ziemlich eng beieinander.

Mit durchschnittlich 4,3 geschossenen Tore hat die HEV-Offensive ordentlich Durchschlagskraft. Allerdings gilt das für die Defensive ebenso. Mit 120 Gegentoren hat Herne die höchste Anzahl unter den Top 8. Es gilt also scheinbar das alte Sprichwort „vorne hui, hinten pfui“. Apropos hinten. Interessant ist auch die Konstellation im Herner Tor: Sicherer Rückhalt ist wie immer Björn Linda, der regelmäßig zu Hochform gegen die Indians aufläuft. War er in den letzten Spielzeiten immer einer der Goalies mit den meisten Spielzeiten, nimmt er diese Saison öfter den Platz auf der Bank ein. Denn mit Jonas Neffin steht ein großes Talent in den Startlöchern, der ein Drittel der absolvierten Spielzeit zwischen den Pfosten stehen durfte.

Der Einsatz von Hernes Topscorer, Patrick Asselin, ist aktuell noch fraglich. Er hat exakt die gleichen Statistiken vorzuweisen wie Brett Bulmer: 24 Tore und 24 Assists, jedoch fünf Spiele mehr als Bulmer. Auch bei den Torjägern geht es im Gleichschritt, befinden sich Asselin, Marsall und Müller alle gemeinsam mit ihren 24 geschossenen Toren auf Platz 4 im Ligavergleich. Während es in Überzahl nicht ganz so effektiv läuft, in Unterzahl umso mehr. Denn mit neun Toren bei eigener Unterzahl hält Herne hier mit Tilburg zusammen den Spitzenwert.

Beim Gastspiel am Pferdeturm werden die Herner wohl weiter auf einige Akteure verzichten müssen. Mehrere Spieler sind auf der Liste der Langzeitverletzten, bei anderen werden weitere Untersuchungen Klarheit bringen. Aber bereits das letzte Spiel hat gezeigt: Auch dezimierte Herner sind gefährlich. So kommt das Team trotz Verletzungssorgen mit einer Siegesserie von drei Spielen nach Hannover.

Hamm kommt mit roter Laterne

Die Hammer Eisbären würden sich wohl wünschen, ein Teil der ständigen Mittelfeld-Duelle zu sein. Denn das Team befindet sich nahezu aussichtslos auf dem 13. Tabellenplatz, hat mit einer Tordifferenz von -85 mehr als doppelt so viel wie die Rostock Piranhas und mit den mit Abstand wenigsten Punkten pro Spiel und geschossene Tore. In 31 Partien gelangen den Eisbären 76 Tore. Zum Vergleich: Erfurt mit den zweitwenigsten Toren erzielte 95 Treffer in nur 26 Spielen. Daran konnte auch die Nachverpflichtung von mehreren Routiniers – unter anderem Ex-Indianer Tobias Schwab – nur wenig ändern.

Aber immerhin befindet sich Hamm auf dem Aufsteigenden Ast, auch wenn es nicht für eine höhere Platzierung reicht. In den ersten 20 Spielen der Saison fuhren die Eisbären lediglich drei Siege ein. Ebenfalls drei Siege waren es auch in den letzten zehn Spielen. Somit hat sich die Erfolgsquote immerhin verdoppelt.

Weit oben stehen die Hammer Eisbären jedoch bei der Strafenverteilung. Mit insgesamt 433 Strafminuten sind es die zweitmeisten in der Liga. Was vor allem vielen großen Strafen geschuldet ist – Spacek, Kröber und Dotter erhielten jeweils Spieldauerstrafen und Hamm ist das einzige Team, gegen das bisher eine Matchstrafe ausgesprochen wurde. Mit Ibrahim Weißleder gingen bei einer Niederlage in Krefeld die Pferde durch und er wurde nach Stockschlag und Ellenbogencheck gegen den Kopf eines gegnerischen Stürmers vom Eis gestellt.

Das letzte Aufeinandertreffen der Kontrahenten fand am 18. Dezember statt. Die ersten beiden Spiele in Hamm gingen mit 0:5 und 0:6 an die Indians. In Hannover – und nach personeller Verstärkung in Hamm – siegten die Indians bei ihrem Heimspiel mit 5:3. Allerdings sind auch die Eisbären ziemlich von Ausfällen geplagt. Wie groß der Kader beim Gastspiel am Pferdeturm sein wird, wird man dann sehen.