Erneute 4:1-Niederlage in Erfurt

Wie auch schon beim letzten Besuch in Erfurt musste sich der ECH mit 4:1 geschlagen geben. Das Spiel selbst war zwar ein ganz anderes, aber das Endergebnis blieb letztendlich doch das gleiche.

Während die Tec Art Black Dragons wegen einer Spieldauerdisziplinarstrafe ohne ihren wichtigsten Defensivmann Sean Fischer auskommen musste, blieben auch die Reihen der Indians dünn – ohne Kapitän Branislav Pohanka, Michael Burns, Nick Bovenschen und Nick Aichinger. Allerdings schien sich die Mannschaft von Lenny Soccio auch ohne die Teamkameraden einiges vorgenommen zu haben. Von Anfang an zeigten sich die Indians nach vorne aggressiv. Belohnt wurden sie jedoch nur beinahe. Nach gut einer Minute zeigte der Hauptschiedsrichter nach einem Schuss von Bowles Tor an, das nach einer Beratung mit den Linesmen aber wieder zurückgenommen. Der Puck hatte lediglich den Pfosten getroffen. Auch die erste Überzahl des Spiels für den ECH machte Hoffnung. Während Maurice Keil wegen Stockschlags auf der Strafbank saß, zeigten die Indians ihre neu entdeckte Überzahl-Stärke, bewegten sich gut und kreierten ebenso gute Chancen. Jedoch ohne Treffer, was sich im Laufe des Spiels leider so fortsetzen sollte. Deutlich effizienter zeigten sich die Hausherren. Reto Schüpping hatte in der 14. Minute zu viel Zeit vorm Tor, zirkelte einmal von links nach rechts und schon dann über den liegenden Zabolotny zum 1:0 ein. Das Tor schien den Hausherren Aufwind gegeben zu haben, denn die Black Dragons wurden in den letzten Drittelminuten stärker. Dabei hatten die Indians 18 Sekunden vor Drittelende noch den Ausgleich – ausgerechnet in Unterzahl – auf dem Schläger. Weyrauch und Bowles gingen nach einem Breakaway auf Kessler im Erfurter Tor zu, jedoch vergab Weyrauch nach einem Doppelpass. Im direkten Gegenzug schlug es dann hinter Zabolotny ein. Noch vier Sekunden standen auf der Uhr, da zog Kyle Beach aus Halbdistanz ab und versenkte den Puck am kurzen Pfosten zum 2:0. Die Indians eigentlich die bessere Mannschaft im ersten Drittel mit mehr Druck und mehr Torchancen, Erfurt jedoch mit den Toren.

Ebenso zu Beginn des zweiten Abschnitts. Schon in der 22. Minute nutzte Enzo Herrschaft einen Abpraller von der Bande, der ihm genau auf den Schläger fiel zum 3:0. Der Rest des Drittels wurde von vielen (teils nicht zwingenden) Strafen gegen Erfurt geprägt. Gleich fünf Mal musste einer der Drachen auf die Büßerbank, zwei Mal hatten die Indians sogar eine 3-zu-5-Überzahl. Das erste Tor für die Indians sollte dann jedoch gerade dann fallen, als die Black Dragons wieder komplett waren. Lange warteten die Indians auf eine freie Schussbahn. Weil es von vor dem Tor aber nicht klappte, versuchte es Brett Bulmer hintenrum, passte diagonal auf Thore Weyrauch, der in den Slot geflogen kam und in der 29. Minute endlich zum 3:1 einnetzte. Ein Knotenlöser war der Treffer allerdings nicht. Vielmehr gehörten die Schlussminuten erneut Erfurt. In der 37. Minute war Kyle Beach schon am Jubeln nach einem versuchten Bauerntrick, aber Zabolotny konnte den Puck noch mit dem Schoner stoppen. Kurioser Weise eine ähnliche Szene auch in der 39. Minute: Wieder jubelte Beach, dieses Mal hatte er aber nur die Latte getroffen.

Ähnlich wie schon am Freitag gegen Rostock, nahmen die Indians ausgerechnet im dritten Drittel zu viele Strafen, was eine Aufholjagd natürlich noch zusätzlich erschwerte. So startete Erfurt bereits mit knapp zwei Minuten Überzahl. Eine weitere Strafe nutzte dann Topscorer Kyle Beach für den 4:1-Treffer. Kurz vor Ablauf der Strafe Bosas mit einem Hammer von der blauen Linie, aber rechts am Tor vorbei. Der Puck rutsche hinten ums Tor herum, ein kurzer cleverer Chippass vom aufmerksamen Schümann und Beach traf ins fast leere Eck. Die letzten Minuten sah es beinahe so aus, als müsste Erfurt alles dafür geben, ein Tor zu machen und nicht die Indians. Vielleicht waren es die zahlreichen Spiele und Ausfälle, die die Beine schwer machten, aber bis zum Schluss sah es nicht so aus, als könnten die Indianer die Partie noch zu ihren Gunsten drehen. Und so blieb es auch nach 60 Minuten beim Spielstand 4:1.

Für die Indians ein bitteres Ergebnis, war Erfurt doch einer der Konkurrenten um die direkte Playoff-Qualifikation und auch den Kampf um das Heimrecht. Mit den beiden Niederlagen am Wochenende müssen die Indians inzwischen jedoch fast eher nach hinten als nach vorne schauen. Denn der Abstand zu den IceFighters Leipzig auf Platz acht ist ziemlich geschrumpft. Und genau gegen das Team geht es dann bereits am Dienstag weiter. Eröffnungsbully ist dieses Mal bereits um 19.30 Uhr.

Hannover Indians gegen EXA IceFighters Leipzig – live auf SpradeTV