Dienstag gegen Erfurt, Donnerstag nach Diez-Limburg

Vier Spiele. In dieser verrückten Corona-Saison stehen in der Hauptrunde noch viel Spiele an, wo sie noch einige Punkte sammeln müssen, um die Pre-Playoffs zu vermeiden oder sich zumindest das Heimrecht zu sichern. Denn diese Saison wird im Modus Best-of-one gespielt, wo der Heimvorteil umso wichtiger ist. Die ersten beiden Gegner dieser vier Partien sind die TecArt Black Dragons Erfurt, die schon Dienstag am Pferdeturm gastieren, bevor es an Gründonnerstag für den ECH zu den EG Diez-Limburg Rockets geht.

Erfurt erstmals am Pferdeturm

Man mag es kaum glauben, aber tatsächlich treten die Black Dragons am 30. März das erste Mal in der Saison 2020/21 am Pferdeturm an. Und auch das letzte Mal. Ursprünglich sollten die Partien im Januar und Februar stattfinden, mussten aber beide wegen einer Corona-Quarantäne verlegt werden. So wird am Dienstag das Duell vom 15. Januar nachgeholt, das vom 7. Februar muss voraussichtlich komplett ausfallen, da beide Mannschaften schon drei Spiele pro Woche im Terminplan haben.

Wer bei diesem Spiel auf ein Ergebnis von 4:1 tippen möchte, hat keine ganz schlechten Karten. Denn so gingen beide Spiele in der Erfurter Kartoffelhalle aus. Als Sieger gingen jedoch die Drachen vom Eis. Auch wenn die Spiele hätten nicht viel unterschiedlicher sein können – verpennten die Indians den Start im ersten Spiel noch komplett, machten sie im zweiten Druck ab der ersten Minute. Jedoch blieb das Endergebnis das gleiche.

Erfurt spielt dieses Jahr ihre beste Saison in der nun sechsjährigen Zugehörigkeit zur Oberliga Nord. Denker und Lenker dieses Erfolgs ist Trainer-Novize Raphael Joly, der nach seiner aktiven Karriere in der letzten Saison Co-Trainer in Duisburg war und nun sein erstes Jahr als Headcoach bestreitet. Dabei hat er besonders bei den beiden Importspielern ein glückliches Händchen bewiesen. Neben Ex-Indianer sorgt vor allem Kyle Beach für ordentlich Torgefahr auf dem Eis. Erst gestern wurde bekannt, dass Beach für zwei weitere Jahre in Thüringens Hauptstadt bleibt, auch Torwart Constantin Kessler verpflichtete sich für ein weiteres Jahr. Für ebenfalls zwei weitere Jahre unterschrieb auch Joly, sodass zumindest dieses Erfolgstrio zusammenbleibt.

Sportlich kämpft Erfurt um die direkte Playoff-Qualifikation – einen Platz, den auch die Indians gerne erreichen würden. Zwar liegen die Black Dragons 0,16 Punkte pro Spiel vor den Indians, rechnerisch können die Großstadtindianer diesen Platz allerdings noch erreichen, zumal Erfurt mit Herne, den Scorpions und Rostock ein durchaus anspruchsvolles Restprogramm hat.

Diez-Limburg will als bester Aufsteiger Playoffs spielen

Die EGDL liegt aktuell auf dem neunten Tabellenplatz, also direkt hinter den Indians. Damit sind sie – wie schon den Großteil der Saison – der bestplatzierte Aufsteiger in die Oberliga Nord. Diese Premieren-Saison möchten die Rockets nun (mindestens) mit den Pre-Playoffs krönen. Um das zu schaffen, reicht ihnen ein Sieg aus den noch verbleibenden drei Partien. Einfache Spiele werden das sicher nicht, muss Diez-Limburg gegen Leipzig und gleich doppelt gegen die Indians ran. Allerdings alle drei Spiele zu Hause.

Mitte Februar trat Arno Lörsch freiwillig von seinem Posten als Trainer zurück. Damit wolle er „einen Impuls setzen“, so der 60-Jährige. Eine ungewöhnliche Entscheidung, denn die Geschäftsführung sicherte ihm noch kurz zuvor Rückendeckung zu. Die Valentinstags-Niederlage gegen die Indians war sein letztes Spiel an der Bande. Allerdings bleibt Lörsch den Rockets als sportlicher Leiter erhalten, auch am SpradeTV-Mikro war er schon das eine oder andere Mal zu hören. Den Trainerposten hat Marius Riedel übernommen, der bereits zuvor zum Trainerstab der EGDL gehörte. 

Der gewünschte Impuls trat zumindest bedingt ein. Eine 10-Siege-Serie kann man von einem Aufsteiger nicht erwarten, jedoch zeigte sich das Team bissiger und konnte rein statistisch gesehen mehr Siege einfahren als zuvor. Absolute Waffe ist auf jeden Fall Thomas Matheson, der mit 36 Toren ligaweit die Torjäger-Tabelle anführt. Damit hat er ein Tor mehr auf dem Konto als Brett Bulmer. Die beiden Partien werden also auch zum Duell der Top-Torjäger.

Sorgenkind der EGDL hingegen sind die Special Teams, die trotz solcher individuellen Spitzenspielern wie Matheson oder auch Kyle Brothers, der immer für Wirbel im Angriffsdrittel sorgt, nicht richtig in Schwung kommen. So hat Diez-Limburg statistisch gesehen das schlechteste Überzahlspiel der Liga und das drittschwächste Unterzahlspiel.

Im Tor kämpft der uns noch gut bekannte Louis Busch um die Nummer 1 im Kasten, die aktuell eigentlich Jan Guryca innehat. Am Pferdeturm standen schon beide zwischen den Pfosten. Beim ersten Gastspiel mit Guryca ging die Partie mit 4:3 an die Indians, beim zweiten Auftritt entschied der ECH das Spiel mit 3:7 für sich. Nun werden wir also mal schauen, wie sich die Hannoveraner im Eisstadion Diez schlagen werden.