Aufholjagd in Leipzig wird nicht belohnt

Es war das erwartet knappe und spannende Spiel – auch wenn es zu Beginn nicht unbedingt danach aussah. Nach einer erneut starken Aufholjagd konnten sich die Indians aber im Leipziger Kohlrabizirkus nicht belohnen.

Die Partie begann denkbar ungünstig für den ECH. In der 7. Spielminute konnte Albrecht die erste Überzahl-Situation des Abends direkt in ein Tor ummünzen. Schaffrath, der erneut für den angeschlagenen Zabolotny auf dem Eis stand, protestierte zwar noch, da er nach dem ersten Schuss behindert wurde, aber der eingeschobene Abpraller zählte. In der 13. Minute war die Indians-Defensive einen Moment unsortiert und das bestrafte Leipzig sofort – wieder Albrecht und wieder mit einem Abpraller hieß es dann 2:0. Mit dem Rückstand ging es dann erstmal in die Kabine.

Im zweiten Drittel zeigten die Indians, dass auch sie zum Toreschießen gekommen waren. Das erste Powerplay für Hannover konnte Pohanka direkt nutzen und traf humorlos von kurz vor der blauen Linie direkt ins Eck. Die aufkeimende Hoffnung wurde jedoch schnell begraben, denn mit einem Doppelschlag zogen die IceFighters erst auf 3:1 und dann auf 4:1 davon. Erst hatte Eichelkraut zu viel Platz und markierte in der 25. Minute noch im Fallen seinen 200. Treffer für Leipzig. Nur 11 Sekunden war es Berger, der in einer ganz ähnlichen Szene, zu unbedrängt von der Indians-Defensive, zum Tor ziehen und erhöhen konnte. Psychologisch günstig für die IFL und ein potentieller Neckbraker für den ECH. Jedoch läutete Igor Bacek nach der Hälfte des Spiels mit einem Alleingang und einem lauten Ping am Lattenkreuz die Aufholjagd der Indians ein. Obwohl er nur Sekunden später auf die Strafbank musste, gelang den Indians in der 31. Minute der Anschlusstreffer. In Unterzahl ging das kongeniale kanadische Duo aufs Tor zu, Bulmer lockte Hoffmann aus seinem Tor heraus, spielte dann den scharfen Pass auf den mitgelaufenen Bowles und der musste nur noch zum 4:2 ins leere Tor einschieben. Auch komplett ging das Toreschießen weiter. In der 34. Minute belohnte sich Thore Weyrauch endlich mal wieder mit einem Treffer für seine Mühen. Mit viel Tempo brach er durch drei verteidigende Leipziger durch und machte dann mit dem absoluten Willen zum Tor das 4:3, das letztendlich über die Linie rutschte.

Im letzten Drittel waren die Indians eigentlich gut im Spiel, jedoch machte Leipzig dank einer glanzvollen Einzelaktion das Tor. Hannes Albrecht zum Dritten kreiselte einmal ums Tor und tippte in der 52. Minute zum 5:3 ein. Dieses Mal hatten die Gäste jedoch die passende Antwort parat. Erneut waren es nur 11 Sekunden, die den vorherigen und kommenden Treffer trennten. Hertel brachte den Puck seitlich von höhe der Torlinie auf den Kasten der Leipziger und Hoffmann rutschte der Puck irgendwie durch. Es hieß also 5:4 durch das erste Tor in der Saison für Philipp Hertel. Doch die Zeit wurde langsam knapp. Knappe zwei Minuten vor dem Spielende nahm Lenny Soccio eine Auszeit, zog wenig später den Torwart vom Eis und Slanina traf in der 60. Minute mit all seiner Routine ins leere Tor zum 6:4. Die drei Punkte blieben somit in Leipzig.

Die nächste Chance, Punkte aus dem Kohlrabizirkus mitzunehmen, haben die Indians bereits am kommenden Sonntag, wenn es erneut zum Auswärtsspiel nach Leipzig geht. Vorher (und ebenfalls nachher) sind jedoch noch die Crocodiles Hamburg zu Gast am Pferdeturm. Da geht es im direkten Duell um Platz vier und das damit verbundene Heimrecht in den Playoffs. Nicht verpassen – unser SpradeTV-Team überträgt die Partie natürlich wieder live.