Sieg nach Nervenkrimi und Playoff-Heimrecht für die Indians

Eine Achterbahnfahrt der Gefühle war diese Saison und dieses letzte Spiel in der Hauptrunde erst recht. Ein echter Gala-Auftritt des ECH ließ die 3.310 Fans am Pferdeturm schon früh jubeln. Denn nach dem ersten Drittel stand es bereits 3:0 für die Indians. Dadurch, dass die Icefighters Leipzig in Tilburg unter die Räder kamen, sah es schon fast so aus, als würden die vor dem Spiel punktgleichen Indianer auf den vierten Platz klettern, der das Heimrecht in den Playoffs bedeutet. Nach rund 10 Minuten war es Roman Pfennings, der sein Team mit dem wichtigen 1:0 in Führung bringen konnte. In der 16. Minute erhöhte Nick Bovenschen im Powerplay auf 2:0 und gerade einmal 61 Sekunden später schien Indians-Kapitän Branislav Pohanka mit dem 3:0 aus der zweiten Reihe schon den Deckel drauf zu machen.

Duisburgs Florian Spelleken sagte zur Pause im Kurzinterview bei unserem Sprade-TV-Team: „Das ist eine Frechheit, was wir unseren Fans hier bieten.“ Scheinbar sah nicht nur er das so. Denn im zweiten Spielabschnitt war ein ganz anderes Füchse-Team auf dem Eis zu sehen. Die Indians schalteten zu sehr in den Verwaltungsmodus und ermöglichten Duisburg ein kaum geahntes Comeback. Gleich zu Drittelbeginn war zu merken, dass die Füchse deutlich aktiver waren und so kündigte sich der 3:1-Anschlusstreffer durch Gibbons in der 24. Minute schon an. In der 28. Spielminute hätten die Indians im Powerplay beinahe den alten Abstand wieder hergestellt, doch das Tor wurde nicht gegeben, da es mit dem Schlittschuh erzielt wurde. Duisburgs Slanina machte es in der 36. Minute besser, zog aus dem Halbfeld einfach mal mit einem Schlagschuss ab und netzte zum 3:2 ein. Nur gut eine Minute später war dann das passiert, was man am Pferdeturm sicher vermeiden wollte. Tegkaev stellte mit dem 3:3-Ausgleich die Uhr zurück auf Null. Der Sieger der Partie musste nun also im dritten Drittel gefunden werden.

Der Beginn gehörte dieses Mal erneut den Indians. Nach nur 25 Sekunden stand Igor Bacek alleingelassen links vor dem Tor und bestrafte das, indem er einen Abpraller zum 4:3-Führungstreffer nutzte. Nachdem die Indians immer stärker aufspielten, nahm Duisburg dann eine Auszeit. Und auch dieses Mal schien Trainer Dieter Hegen die passenden Worte gefunden zu haben. Denn in der 45. Minute glich Alexander Eckl erneut aus. Beim 4:4 war Philip Lehr im Indians-Tor etwas die Sicht genommen, sodass er mit der Fanghand daneben griff. Ein Punkte würde den Indians zwar für Platz vier und das Heimrecht reichen, aber man hatte in diesem Spiel schon gesehen, dass man sich auf nichts verlassen sollte. Ausgerechnet Verteidiger Steven Raabe war es, der im Rutschen und bereits auf dem Eis liegend mit der äußersten Spitze seines Schlägers dem Puck noch den richtigen Drall verpasste und ihn in der 52. Minute zum umjubelten 5:4-Siegtreffer ins Tor zirkelte. Gut eine Minute vor Schluss verließ der oft geprüfte Christian Wendler sein Tor dann noch für einen sechsten Feldspieler. Zwei Mal hatten die Indians die Chance, das Spiel mit einem Treffer ins leere Tor zu entscheiden, aber beide Male rutsche der Puck Zentimeter rechts vorbei. 14 Sekunden vor Spielende nahm auch Coach Lenny Soccio noch seine Auszeit, die in den lauten Anfeuerungsrufen der Indians-Fans fast unterging. Das 5:4 brachte der ECH dann über die Zeit und sicherte sich so die letzten drei Punkte in der Hauptrunde der Oberliga Nord, Platz vier in der Tabelle und das damit verbundene Heimrecht in den Playoffs.

Auf welchen Gegner die Indians in den Playoffs treffen, steht allerdings noch nicht fest, da in der Oberliga Süd noch zwei Spieltage anstehen. Nach aktuellem Stand würde es zu einem Wiedersehen mit den Starbulls Rosenheim kommen, auf die der ECH schon in der Saison 2017/18 in der Verzahnungsrunde traf. Jedoch sind rechnerisch auch noch der Deggendorfer SC, der SC Riessersee oder der EC Peiting als Gegner möglich. Schauen wir also gespannt auf das nächste Wochenende, auf welche Paarung wir uns freuen können.

Tore 5:4 | Strafminuten 4:8 | Schüsse 55:34