Revanche geglückt: Indians sichern im Nervenkrimi gegen Herne Platz zwei

Dieses Spiel war nichts für schwache Nerven. Die Hannover Indians wollten Wiedergutmachung für die Pleite gegen Herne am vorherigen Sonntag leisten und der Herner EV wollte die Kritik nach den letzten beiden knappen Niederlagen gegen Krefeld und Halle Lügen strafen. Die beste Ausgangssituation für ein spannendes Spiel. Es war also angerichtet.

Aus Sicht der Indians mit einem regelrechten Bilderbuch-Start – und das, obwohl Topscorer Brett Bulmer verletzt pausieren musste. Nach gut einer Minute jubelte sein üblicher Reihenpartner bereits. Das Tor wurde jedoch von den beiden Hauptschiedsrichtern nicht gegeben, da der Puck die Torlinie nicht überquert hatte. Lange ließ sich die Nummer 93 jedoch nicht bitten und versenkte in der 4. Minute nach einer Einzelleistung und schon im Fallen den Puck zum 1:0. Herne in dieser Phase wenig präsent und konsequent. Die Indians bestimmten beinahe nach Belieben das Spiel, konnten aber kein weiteres Tor erzielen.

Nach einigen deutlichen und lautstarken Worten von Hernes Trainer Danny Albrecht in der Gästekabine fand seine Mannschaft besser ins Spiel. Der folgende Ausgleich in der 29. Minute war daher nicht unbedingt unverdient, aber die Art des Tores doch etwas. Ein weiter Schuss von der anderen Hälfte des Spielfeldes kam auf den heute starken Zabolotny zu, beim Stoppen prallte der Puck jedoch so unglücklich ab, dass er direkt vor dem Tor liegenblieb und Fominych – zwar hellwach, aber dennoch – nur noch zum 1:1 einschieben musste. Der Ausgleich hielt jedoch nur rund zwei Minuten stand. Denn Parker Bowles wie entfesselt tanzte sich da von einer Seite des Spielfeld zur anderen durch, ließ drei Herner aussteigen, war in seinem Rausch schon am Tor vorbei, legte dann noch zurück und verhalf Ryan Del Monte, der für Bulmer in die erste Reihe aufrückte, zu seinem ersten Treffer für die Indians.

Das Spiel war bisher wenig zäh, jedoch die Tore fielen in etwa so. Ab der 46. Minute überschlugen sich die Ereignisse dann jedoch fast. Kapitän Branislav Pohanka brachte sein Team mit dem 3:1 in Überzahl weiter nach vorne. Wer das Spiel für Herne hier bereits verloren sah, sollte jedoch irren. Denn direkt in der 47. Minute brachte Patrick Asselin den HEV mit dem 3:2 wieder ran, bevor Marcus Marsall schon in der 48. Minute mit seinem Treffer zum 3:3 egalisierte. Die wenigen Zuschauer, die sich zum Arbeiten im Stadion befanden, attestierten der Partie teils schon Playoff-Intensität, denn die Teams wollten beide den Führungstreffer für sich verbuchen. Knapp fünf Minuten vor regulärem Ende der Partie war es Maximilian Pohl, der das mit dem 4:3- von kurz vor der blauen Linie erreichte. Etwa 90 Sekunden vor Schluss nahm Danny Albrecht noch eine Auszeit und ließ seinen Goalie, Björn Linda, bei Bully vor dem Indians-Tor, vom Eis. Die Indians kamen trotz numerischer Überzahl von Herne immer wieder aus ihrem eigenen Drittel heraus, aber der Puck wollte einfach nicht den Weg ins leere Tor finden. So waren es quälend lange Sekunden bis das Spiel letztendlich mit dem Endstand 4:3 abgepfiffen wurde und das Team des ECH jubeln durfte.

Durch diesen Sieg konnten die Indians den zweiten Tabellenplatz festigen, auch wenn das Verfolgerfeld dahinter enorm eng ist. Das nächste Mal auf Punktejagd gehen die Hannover Indians jetzt am 26. Dezember gegen den Krefelder EV 81. Das geplante Spiel am 23. Dezember wurde abgesagt und der ursprünglich freie Spieltag am zweiten Weihnachtsfeiertag wurde mit dem KEV aufgefüllt.

Genießt die nächsten Tage so gut es in Corona-Zeiten geht. Das Team und das Team hinter dem Team wünschen euch allen frohe Weihnachten!

Fotos: Stefan Zwing | deisterpics