Packender als „Der weiße Hai“ – Indians siegen 5:4 gegen Piranhas

Bei diesem Spiel hätte wohl jeder trotz Baldrian im Blut Herztabletten gebraucht. In einem kurzweiligen, unterhaltsamen, offensiven und spannendem Spiel konnten sich die Indians mit einem Fast-last-minute-Tor den Sieg gegen die Rostock Piranhas sichern. Aber der Reihe nach.

Nach dem 5:0-Erfolg in Hamm hatten die Indians scheinbar den Spaß am Toreschießen entdeckt. Denn schon in der 4. Minute machte Brett Bulmer da weiter, wo er und sein Team am Freitag aufgehört hatten: beim Toreschießen. In einer Linie gingen Bowles und Bulmer zusammen aufs Tor – Bowles rechts mit dem Puck hat das Auge für seinen kanadischen Kompagnon, der in der Mitte schon lauert und auch der letzte Rostocker Verteidiger konnte den Querpass und das darauf folgende 1:0 nicht verhindern. Dass Rostock über ordentlich Offensiv-Power verfügt, war schon vor dem Spiel klar und dass sie diese auch einzusetzen wissen, zeigten die Piranhas in der 9. Minute, als Rostocks Topscorer Stopinski perfekt den Rebound nach einem Schuss von Pauker verwertet, lange wartet und dann über den bereits liegenden Zabolotny hinweg einschiebt. Eben noch als Vorlagengeber, wollte Pauker es nun selbst erledigen und nagelte den Puck in der 15. Minute unter die Latte, nachdem er durch einen etwas unglücklichen Wechsel zu viel Platz hatte. Der erneute Ausgleich ließ jedoch nicht lange auf sich warten. In der 20. Minute avancierte auch Parker Bowles vom Vorlagengeber zum Torschützen. Neben dem Tor lauerte er, machte dann zwei schelle Schritte an den zweiten Pfosten und netzte dann ins offene Tor zum 2:2 ein. Der Ausgleich in dieser Phase eher unglücklich, denn den Takt gaben zu dieser Phase des Spiels die Gäste an.

Auch zu Beginn des zweiten Drittels die Piranhas mit dem Tiger im Tank. Jedoch konnten sie den Druck nicht in Tore ummünzen. Das gelang abermals Brett Bulmer in der 33. Minute besser. Pohanka ging mit viel Tempo ins Drittel, Bowles sorgte vor dem Tor für Ablenkung und Bulmer musste nur noch vollstrecken. Damit brachte er sein Team erneut in Führung und feierte den Treffer mit einer Kusshand für seine Liebste – alternativ auch für seine Mannschaftskameraden oder die wenigen Live-Anwesenden. Nach dem torreichen ersten Spielabschnitt sollte es das an Toren erstmal gewesen sein, die Indians gingen also mit einer hauchdünnen Führung in die Pause.

Das dritte Drittel sollten dann wieder etwas mehr Tore fallen. In der 42. Minute servierte Robby Hein seinem Mitspieler Mike Glemser den Puck auf dem Silbertablett und dieser versenkte den Puck beinahe schon routiniert mit einem satten Handgelenkschuss. Dabei konnte Nachwuchsverteidiger Nick Aichinger für den zweiten Assist auch seinen ersten Scorerpunkt im Jersey der Indians verbuchen. Beruhigend wirkte aber auch dieses 4:2 nicht auf die Partie, denn schon in der 44. Minute brachte von Ungern-Sternberg erneut nach einem ausbaufähigen Wechsel das Team aus Rostock mit einem gradlinigen Schuss mit 4:3 wieder ran. In der 49. Minute hatten die Piranhas gerade eine Unterzahl überstanden, da sieht Frick Pistilli in guter Position und der versenkt den Puck zum 4:4. Nun waren wir quasi wieder genau da, wo wir knapp 50 Minuten vorher waren. Fast wären die Indians in der 51. Minute direkt wieder in Führung gegangen, aber erst scheiterte Bacek und dann Pohl nur um Zentimeter. Die letzten Minuten machten jedoch vor allem die Rostocker ordentlich Druck, den Indians blieben kaum mehr als einige Entlastungsangriffe. Die Anspannung löste dann abermals Brett Bulmer in der 59. Minute als er unter großem Jubel seiner Mannschaftskollegen das 5:4 und seinen Hattrick machte. Exakt 44 Sekunden vor Spielende nahm Gästetrainer Niels Garbe eine Auszeit, um die finale Taktik zu besprechen, doch noch Punkte vom Pferdeturm mit auf die Autobahn zu nehmen. Die letzten 30 Sekunden war Rostocks Goalie Eric Steffen dann vom Eis, um vielleicht doch noch die Verlängerung zu erreichen. Es sah schon so aus, als hätten die Indians den Sieg im Sack, da brachte ein Missverständnis an der Mittellinie Matthew Pistilli zwei Sekunden vor der Sirene in Puckbesitz. Ein paar Schritte auf freier Prärie von ihm und Zabolotny konnte den Schuss mit der Schlusssekunde gerade noch entschärfen. Außer einem Bully geschah dann aber doch nichts mehr in letzter Sekunde.

An der Tabellenkonstellation hat das Spiel in der noch jungen Saison kurioser Weise nichts verändert. Die Indians verbleiben weiter auf dem achten Platz, während es sich Rostock mit einem Spiel weniger auf Platz zehn einrichtet. Bei dem spielerischen Können und der Schnelligkeit der Mannschaft dürfte das aber wohl nicht lange so bleiben. Einen Angriff auf die oberen Plätze können die Indians schon am kommenden Freitag starten, wenn es in der Ferne gegen die Herforder Ice Dragons, dem aktuellen Tabellendritten, geht. Das Spiel wird natürlich auch wieder vom SpradeTV-Team aus Herford übertragen.

 Fotos: Stefan Zwing | deisterpics