Indians verlieren gegen Tilburg im wohl verrücktesten Spiel der Saison

Vier zu sieben stand es am Ende in einem Spiel, das so wohl keiner erwartet hatte. Die Tilburg Trappers waren zu Gast am Pferdeturm und hatten die Meisterschaft der Hauptrunde schon im Gepäck. Denn mit einem Kantersieg gegen den zweitplatzierten Herner EV hatten sich die Niederländer unter der Woche mit exakt 100 Punkten uneinholbar an die Spitze der Tabelle gespielt.

Dem Spiel anzumerken war es jedoch nicht, dass die Trappers die Punkte nicht mehr nötig hatte. Louis Busch kam durch die beiden angeschlagenen Stammtorhüter Philip Lehr und Kristian Hufsky zu seinem Pflichtspieldebut, wobei das Endergebnis nicht seine Leistung widerspiegelt.

Die bisherigen Partien zwischen diesen beiden Mannschaften waren immer heiß umkämpft und sehr eng. Umso verwunderlicher, dass die Trappers nach nicht einmal acht Minuten durch Tore von van Gorp und Stempher mit 0:2 führten. In der 16. Minute konnte Indians-Schreck Kevin Bruijsten noch auf 0:3 erhöhen bevor es in die Pause ging.

In der Drittelpause änderte Indians-Coach Soccio die Reihen. Durch den Ausfall von Chad Niddery, zusätzlich zu den Langzeitverletzten Michael Burns und Robby Hein, und den ebenfalls ausgefallenen Jakob Ceglarski, versucht es Soccio im ersten Drittel mit Steven Raabe im Sturm neben Bosas und Weyrauch. Diesen Platz übernahm nach 20 Minuten dann Mike Glemser. Und die Änderungen schienen gefruchtet zu haben. Die Indians traten bissiger auf als noch im ersten Drittel und Roman Pfennings konnte in der 25. Minute den 1:3-Anschlusstreffer erzielen. Im Stile einer Spitzenmannschaft hatte Tilburg allerdings die passende Antwort knapp drei Minuten später mit dem 1:4, abermals durch Stempher, parat.

Im dritten Drittel begann sich, eine kuriose Szene an die nächste zu reihen. Es fielen in den letzten 20 Minuten nicht nur sechs Tore, vier davon wurden auch noch in Unterzahl erzielt – zwei auf Seiten der Hannoveraner und zwei durch die Trappers – und alle drei Tore unserer Indians schossen dann auch noch Verteidiger. Zuerst Philipp Hertel in bester Penalty-Manier (46. Minute) und lediglich drei Sekunden später und noch immer in Unterzahl erwischte Armin Finkel Ruud Leeuwesteijn im Trappers-Tor beim Sekundenschlaf und traf aus der neutralen Zone. Die Gebrüder Bruijsten versetzten den aufkeimenden Hoffnungen der Indians-Fans schnell einen Dämpfer. So traf erst Kevin (48.) und dann Mitch Bruijsten (50.) und das Brüderpaar stellte das Ergebnis auf 3:7. Ein wenig Ergebniskorrektur konnte dann noch in der 57. Minute Nico Turnwald mit dem 4:7 betreiben.

Trappers-Coach Bo Subr sagte nach der Partie: „Ein Spiel mit so vielen Toren haben wir heute nicht erwartet“. Beide Teams hatten mit einigen Ausfällen zu kämpfen, was dem Spiel jedoch nur bedingt anzumerken war. Und auch Indians-Trainer Lenny Soccio zeigte sich nach dem Spiel trotz der Niederlage gut gelaunt, wenn auch heiser, fand aber besonders bezüglich Louis Busch die passenden Worte: „Ich denke, wir haben Louis heute etwas im Stich gelassen.“

Ein Extra-Lob schickte Soccio in Richtung Fans: „Die Fans haben uns heute super unterstützt. Auch als wir klar hinten lagen, hat keiner gepfiffen. Das hat sich die Mannschaft verdient und gerade in den nächsten wichtigen Spielen brauchen wir unsere Fans als sechsten Mann!“

Weitere Punkte können die Indians dann am Sonntag holen, wenn es zu den Black Dragons nach Erfurt geht. Anpfiff der Partie ist bereits um 16 Uhr und unser Liveticker-Team wird euch wie gewohnt unter liveticker.hannover-indians.de auf dem Laufenden halten.

Tore 4:7 | Strafen 12:12 | Schüsse 33:30


Nicht unerwähnt bleiben soll noch das Spruchband, das zu Spielbeginn in der Nordkurve zu sehen war.

Denn beim Eishockey ist zwar Platz für Rivalität – aber kein Platz für Hass.

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