Indians ringen Herforder Ice Dragons drei Punkte ab

Beim ersten von zwei Auswärtsspielen an diesem Wochenende ging es für den ECH nach Herford. Nach einem etwas holprigen Saisonstart sollte es der dritte Sieg in Folge werden.

Dieses Mal stand Lukas Schaffrath für die Indians im Kasten und bekam von Beginn an gut zu tun. Die Indians schienen die Busfahrten wohl noch nicht gewöhnt zu sein und kamen etwas schläfrig aufs Eis. In der 14. Minute hätte es spätestens die Führung für Herford sein müssen, als Christmann plötzlich allein vor Schaffrath auftauchte. Die 33 kam weit aus seinem Gehäuse raus, um den Winkel zu verkürzen und konnte den Schuss noch entschärfen. Nach dem alten Eishockeygesetz Nummer 27 „Machste keins, kriegste eins“ war beinahe klar, was passieren musste. Parker Bowles brachte die Gäste in der 15. Minute mit dem 0:1 in Führung, als die Defensive der Ice Dragons etwas unsortiert war. Die Führung zur Drittelpause kann durchaus als glücklich bezeichnet werden, aber Effizienz hat schon oft Spiele gewonnen.

Von der anfänglichen Müdigkeit war bei den Indians im zwieten Drittel jedoch nichts mehr zu bemerken. Schon in der 23. Minute erhöhten sie ihre Führung auf 0:2. Torschütze mit einem Schuss von der blauen Linie in den Winkel war Nick Aichinger, der damit sein erstes Tor für den ECH machte und gleich den Puck für die Vitrine einkassierte. Nun waren die Jungs vom Pferdeturm in Wallung gekommen. Mit einem tollen Solo kämpfte sich Michael Burns einmal über das ganze Feld und scheiterte nur um Zentimeter, gefolgt von einer Doppelchance von Weyrauch und Bacek. Aber erinnern wir uns an Regel 27 – noch überraschender als der Führungstreffer für die Indians, fiel in der 25. Minute durch Christmann der Anschlusstreffer für die Ice Dragons. Die Indians zeigten sich wenig beeindruckt und Bulmer wollte sich in der 27. gerade am Bauerntrick versuchen, da pfiff der Schiedsrichter wegen hohen Stocks ab und schickte Glemser auf die Strafbank. Die Unterzahl dauerte lediglich 14 Sekunden, da netzte Rinke unhaltbar von Höhe des rechten Bullykreises vor dem Indians-Tor zum 2:2 ein. Es ging weiter hin und her, nur eine Minute später hätten die Kleefelder erneut in Führung gehen können, als Burns mit einem sehenswerten Move den Verteidiger der Drachen aussteigen ließ, den mitgelaufenen Bacek im Slot bediente und Albrecht im Herforder Tor wie durch ein Wunder noch halten konnte, obwohl zwischen ihn und Bacek mit dem Puck gerade mal ein Hamster gepasst hätte. Aber auf den Jubel mussten die Indians-Fans vor den Bildschirmen nicht lange warten. In der 30. Minute nutzte Michael Burns die freie Eisfläche beim vier gegen vier und belohnte sich endlich mit dem 2:3-Treffer. Wenig später, als Dennis König die Strafbank hüten musste, stellte Thore Weyrauch die 2-Tore-Führung von Anfang des zweiten Drittels wieder her. Mit dem 2:4-Zwischenstand sollte es dann auch in die Pause gehen.

Diese Führung hielt jedoch nur bis zur 47. Minute, denn da machte Lessard Aydin wie aus dem Nichts mit dem 3:4 den erneuten Anschlusstreffer. Das Spiel ist eben erst vorbei, wenn der Mann in schwarz abpfeift. Herford drängte auf den Ausgleich, hatten sie doch bisher in allen ihren vier Partien mindestens einen Punkt auf ihrem Konto verbuchen können. Schon zwei Minuten vor Schluss suchte Keeper Ennio Albrecht immer den Blick seines Trainers, aber die Indians gaben den Drachen keine Chance, den Torhüter vom Eis zu nehmen. Danach war alles eine Frage von Sekunden: 49 Sekunden vor Spielende nahm Trainer Jeff Job eine Auszeit, 41 Sekunden vor Schluss trat Albrecht nun doch seinen Weg vom Eis für einen zusätzlichen Feldspieler an und sieben Sekunden vor Schluss traf Brett Bulmer beinahe von der anderen Seite des Spielfelds fast mittig zum 3:5 ins leere Tor.

Mit diesem letzten Dolchstoß waren die drei Punkte für die Indians besiegelt und die Hausherren gingen erstmals in dieser Saison punktlos vom Eis. Damit gewinnen die Indians nicht nur ihr drittes Spiel in Folge, sondern schießen auch das dritte Mal in Folge genau fünf Tore. Im Vergleich zur letzten Saison, ist das Toreschießen offenbar kein Problem mehr.

Tore: 3:5 | Schüsse: 30:34 | Strafen: 8:22