Hernes Richie Müller besiegt Indians im Alleingang

Von diesem Abend wird Richard „Richie“ Müller sicher einige Seiten in seinem Tagebuch füllen können. Der vorherige Huskies-Spieler bezwang den ECH nahezu im Alleingang.

Ein solcher Spielverlauf zeichnete sich zu Beginn der Partie jedoch nicht ab. Beide Mannschaften begannen eher verhalten und wussten um die gegenseitigen Qualitäten. Mit zunehmender Spieldauer nahm der ECH das Zepter jedoch zunehmend in die Hand und das Spiel ging klar in eine Richtung: und zwar in die von Björn Lindas Tor. Allerdings machten die Indians zu wenig aus ihren Chancen, was nicht unbedingt daran lag, dass Linda gleich drei Mal das Tor verschob. Die sonst so zielsicheren Indianer trafen einfach nicht, trotz des kaum vorstellbaren Schussverhältnisses von 7:19 im ersten Drittel. Mit einer der ersten wirklich gefährlichen Torchancen stellte Herne den Spielverlauf mit dem Führungstreffer dann auf den Kopf. In der 18. Minute bekam Hernes Topscorer Richie Müller den Puck vom Bully weg, zog einfach ab und der Puck schlug zum 1:0 hinter Schaffrath ein. Das Spiel des HEV hatte sich mit dem ersten Treffer drastisch verändert. Bereits in der 19. Minute legte Müller dann nach, kam dieses Mal von hinter dem Tor und legte den Puck zum 2:0 an Schaffrath vorbei ins Tor. Ein durchaus kurioser Zwischenstand nach dem ersten Drittel, hatten die Indians nahezu durchgängig mehr Spielanteile und auch die hochkarätigeren Chancen. Nur die gewohnte Treffsicherheit fehlte bisher.

Mit Beginn des zweiten Drittels gab es einen Torwartwechsel bei den Hannover Indians. Zabolotny löste Schaffrath zwischen den Pfosten ab, der die Chance bekam, sich in seiner alten Wirkungsstätte zu beweisen. Aber auch der Torwartwechsel als Impuls für die Mannschaft zeigte keine Wirkung. Ein Sekundenschlaf der Indians in der 31. Minute wurde sofort bestraft: Mit drei auf null Spieler ging Herne da aufs Tor zu, Ovaska warf sich zwar noch in den Schuss, das half aber auch nichts mehr. Müller also im direkten Duell mit Zabolotny, der den Schuss erst hielt, der Puck aber dennoch über die Linie zum 3:0 und Müllers Hattrick kullerte. Die Antwort folgte dieses Mal jedoch promt. Es war noch immer die 31. Minute als Brett Bulmer den freistehenden Nico Turnwald vor dem Tor sah. Linda musste sich für eine Ecke entscheiden, rechnete aber mit einem Schuss von Bulmer, der passte jedoch und Turnwald konnte zum 3:1 Anschluss ins leere Tor einschieben. Abseits des Spielgeschehens gerieten plötzlich Armin Finkel und Denis Fominych aneinander. Da Finkel bei der Auseinandersetzung keine Handschuhe mehr anhatte, fand die neue Corona-Spielregel Anwendung und der Hüne erhielt nicht nur zwei Minuten wegen unnötiger Härte, sondern wurde wegen „unerlaubter Ausrüstung“ auch automatisch mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe bedacht. Gerade einmal 15 Sekunden in Überzahl brauchte der HEV, bis es 4:1 stand. Ackers spielte von der blauen Linie einen Pass auf – wer hätte es geahnt – Richie Müller, der von Höhe des Bullykreises traf. In der 35. besiegelte Müller das Spiel mit seinem „Quintrick“ und dem 5:1. Die Pausensirene erlöste dann die moralisch angeschlagenen Indians.

Da die Partie nun ohnehin entschieden war, überließ Müller seinen Mannschaftskameraden nun das Toreschießen. So konnten sich mit Pfeifer (46. Minute), Mike Schmitz (47. Minute), Fominych (51. Minute), Kolb (53. Minute) und Thielsch (55. Minute) weitere fünf Torschützen auf den Spielberichtsbogen eintragen. Endstand dieses Spieltags, den man schnell vergessen sollte, war dann 10:1, mit dem Herne das erste 6-Punkte-Wochenende der Saison verbuchen konnte.

Am kommendem Freitag hat der ECH die Chance, gegen die Hammer Eisbären zurück in die Erfolgsspur zu finden bevor es am Sonntag erneut gegen den Herner EV geht – dieses Mal jedoch am Pferdeturm.