Die Serie hält: Overtime-Sieg gegen Rostock

Sechs Siege in Serie und Platz zwei in der Tabelle haben die Hannover Indians aktuell vorzuweisen. In den letzten sahen die ECH-Fans ein offensives Feuerwerk und Tore im Überfluss. Jede Menge Tore gab es auch beim erneuten Aufeinandertreffen der Indians und den Rostock Piranhas. Das Spektakel blieb auch nicht aus – jedoch nicht aufgrund der Dominanz, sondern der Spannung.

Von Beginn an machten die Piranhas ihrem Namen alle Ehre und zeigten sich überaus bissig. Ein schnelles Hintertreffen wie vor zwei Wochen bei der gleichen Paarung wollte Trainer Niels Garbe sicherlich vermeiden. Dabei fiel das erste Tor dieses Mal noch früher. Schon in der 2. Minute brachten Kapitän Branislav Pohanka seine Mannen mit 1:0 in Führung. Äußerst beeindruckt zeigten sich die Gäste jedoch nicht. In der 8. Minute zahlte sich das aus, als Dunbar aus spitzem Winkel das erste Mal an diesem Abend mit dem 1:1 ausglich. Der REC nun noch aggressiver und noch angriffslustiger brachte die Indians-Defensive ein ums andere Mal in Bedrängnis und Zabolotny in höchste Not, der aber auch unter diesem Druck seinen Kasten sauber hielt. Deutlich effizienter zeigte sie Hannover auf der anderen Seite in der 16. Minute, als sich Nico Turnwald in bester Stürmermanier durch die Rostocker Abwehr tanzte und zum 2:1 einnetzte. In der letzten Minute wurde es für die Hausherren noch einmal ziemlich eng, nachdem Bulmer auf die Strafbank beordert wurde nachdem Rostocks Morgan von ihm umgelaufen wurde – oder in ihn reingelaufen war. Die Indians gingen die harte Gangart der Piranhas zunehmend mit, so brachte auch ein nachhaltiger Open Ice Hit von Pohanka die Druckphase der Gäste zu einem jähen Ende. Mit diesem knappen Vorsprung ging es in die Pause.

Das zweite Drittel sollte dann den Rostockern gehören. Nach einem Abpraller lag der Puck in der 26. Minute einen halben Meter frei vor dem Tor, Rostocks Schubert schaltete schnell und gleich mit dem 2:2 erneut aus. In der 37. Minute war es abermals Schubert, der seine Farben das erste Mal an diesem Abend in Führung brachte. Unter dem Argusaugen aller Beteiligten schien das Tor lange unklar, begrub David Zabolotny den Puck doch unter sich. Letztendlich entschied der Schiedsrichter jedoch auf Tor und so gingen dieses Mal die Gäste mit einer dünnen Führung in die Pause.

Ausgerechnet in eigener Überzahl, in der die Indians ihre Statistik in dieser Saison deutlich verbessert hatten, kassierten sie nun einen Treffer. Nach einem geblockten Schuss von der blauen Linie gelang Rostock der Turnover, von Ungern-Sternberg demonstrierte seine enorme Schnelligkeit, bei der er auch glatt bei den Olympischen Spielen mithalten könnte, und ließ im eins gegen eins Zabolotny keine Chance und traf zum 2:4 in der 46. Minute. Eine passende Antwort hatten die Kleefelder aber schnell parat. Schon in der 48 Minute stellte Thore Weyrauch den altern Abstand mit dem Treffer zum 3:4 wieder her. Es sah schon beinahe aus, als sollte die Siegesserie des ECH heute reißen. Aber Indians geben niemals auf und setzten alles auf eine Karte. Knapp die letzten beiden Minuten nahmen sie zugunsten eines sechsten Feldspielers den Torwart vom Eis. Es war noch 1:22 zu spielen, da nahm Lenny Soccio vor einem Bully im Rostocker Drittel eine Auszeit, um die finale Strategie zu besprechen. Und 45 Sekunden vor Schluss belohnten sich die Indians tatsächlich für die Mühen. Branislav Pohanka wartete mittig vor dem Tor, bekam von Bulmer den Pass punktgenau auf den Schläger serviert und traf zum heiß umjubelten 4:4. Wenn bei dem Spiel Zuschauer erlaubt gewesen wären, hätte man sich Sorgen machen müssen, ob das Dach des altehrwürdigen Eisstadions abgehoben wäre.

Mit diesem Extra-Motivationsschub war auch der Zusatzpunkt in der Verlängerung zum Greifen nahe. In der 64. Minute war es dann Youngster Steven Raabe, der diese Partie mit seinem Tor und dem Endstand von 5:4 beendete. Somit geht die Serie weiter. Einerseits natürlich die Siegesserie der Indians, aber auch die Serie, dass Spiele gegen Rostock von enormer Spannung geprägt sind. Denn auch das Spiel vor zwei Wochen endete mit 5:4, auch wenn der ECH den Siegtreffer gute eine Minute vor Ablauf der regulären Spielzeit machte und nicht erst in der Verlängerung.

Kommendes Wochenende steht das das nächste Derby gegen die Scorpions an, dieses Mal am heimischen Pferdeturm. Am Sonntag steht dann das Auswärtsspiel gegen die Tilburg Trappers an, dass wegen der in den Niederlanden geltenden Corona-Beschränkungen nicht in Tilburg stattfinden kann. Austragungsort ist daher das Eisstadion am Pferdeturm – auch wenn es sich hierbei um kein Heimspiel handelt. Für Dauerkarteninhaber ist dieses Spiel daher nicht mit dem Dauerkarten-Kontingent buchbar und muss über die Tilburg Trappers gebucht werden.

Foto: Stefan Zwing | Deisterpics