Gebrauchtes Wochenende für die Indians

Gebrauchtes Wochenende für die Indians

Die EC Hannover Indians blicken auf ein gebrauchtes Wochenende zurück, bei dem das Team vom Pferdeturm beim 2:3 nach Verlängerung in Rostock und dem 6:8 auf eigenem Eis gegen die Scorpions nur einen Punkt einfahren konnte.

Am Freitag den 13. reiste das Team vom Pferdeturm nach Rostock, wo die Piranhas als Gegner warteten. Nach einem torlosen ersten Drittel, brachte Brockelt die Gastgeber in der 27. Minute mit 1:0 in Führung. Kurz nach Beginn des letzten Abschnitts erhöhte Beck (43.) dann auf 2:0. Doch die Indians gaben nicht auf und kamen durch Pohanka in der 45. Minute zum 2:1 Anschlusstreffer. Die Indians waren nun am Drücker und kämpften sich zurück ins Spiel. Die Belohnung war der Ausgleich von Niddery in der 59. Spielminute zum 2:2. Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Verlängerung, wo es dann nur 14 Sekunden dauerte und Pauker die Scheibe im Tor der Indians unterbrachte und den Sieg für die Piranhas Rostock sicher stellte.

Im Derby gegen die Scorpions wollten die Indians, nach zwei vorausgegangenen Derbyniederlagen, endlich den ersten Derbysieg einfahren.

Vor 4.477 Eishockeyfans am Pferdeturm sah es auch lange danach aus, als wenn dieses Unterfangen gelingen sollte.

In einem hart geführten 1. Drittel gingen die Indians in Unterzahl durch Pohanka in der 6. Minute mit 1:0 in Führung. Doch die Scorpions nutzten anschließend zwei Powerplaysituationen durch Garten (13.) und Schmid (16.) um selber in Führung zu gehen. Doch die Messe war im ersten Abschnitt noch lange nicht gelesen, denn Arnoldas Bosas drehte das Ergebnis in der 18. Spielminute mit zwei Treffern binnen 28 Sekunden zu Gunsten der Indians und so ging es mit 3:2 in die erste Pause.

Riesen Schock dann zu Beginn des zweiten Drittels, als Patrick Schmid im Trikot der Scorpions einen üblen Check gegen Igor Bacek fuhr und diesen böse am Kopf traf. Der Check war nicht nur ein „blind Site Hit“ sondern auch ein sogenannter „late Hit“. Diese Form der Fouls stehen eigentlich unter einer strengen Bestrafung. Warum der Schiedsrichter hier lediglich eine Spieldauerstrafe und keine Matchstrafe verhängte, ist vollkommen unverständlich. Der Stürmer der Indians blieb bewusstlos auf dem Eis liegen, musste dort minutenlang behandelt werden und konnte die Partie natürlich nicht weiterführen. Er wurde mit neurologischen Ausfällen und dem Verdacht auf Hirnblutungen und Kieferbruch ins Krankenhaus eingeliefert. Der Verdacht auf Hirnblutung bestätigte sich bislang glücklicherweise nicht. Bei Bacek wurde aufgrund der Schwere der Verletzung und den neurologischen Symptomen noch gestern Nacht eine notfallmässige Computertomographie vorgenommen. Er steht weiterhin unter enger Beobachtung, da sich Blutungen auch jetzt noch einstellen können. Bestätigt hat sich auf jeden Fall ein Kieferbruch. Bacek muss operiert werden und fällt somit sicherlich bis zum Saisonende aus.

Eishockey wurde anschließend aber trotzdem wieder gespielt. Das anschliessende Powerplay nutzte erneut Arnoldas Bosas, der mit seinem dritten Treffer auf 4:2 für die Indians erhöhte. In einem offenen Schlagabtausch, der nun vorwiegend spielerisch stattfand, kamen die Scorpions in der 32. Minute durch Rinke zum 4:3 Anschlusstreffer, dem Steven Raabe mit seinem ersten Tor für den ECH in der 37. Minute das 5:3 folgen ließ.

Wer nun dachte, dass die Messe am Pferdeturm gelesen war, sah sich jedoch getäuscht. Die Gäste aus der Wedemark kamen mit reichlich Power und Ansgar Preuss im Tor zurück aufs Eis und zum schnellen 5:4 Treffer nach nur 15 Sekunden. Dieses Tor schockte die Indians, denn ein Doppelschlag von Airich (43.) und Danny Reiss (44.) drehte das Spiel und es stand auf einmal 5:6 aus Sicht der Indians, die nun gefordert waren.

Hier war es nun Thore Weyrauch, der in in diesem verrückten Derby nun für die Indians traf und in der 44. Minute zum 6:6 ausgleichen konnte.

Doch die Scorpions drückten und kamen durch Blank in der 48. Minute zur erneuten Führung und es stand 6:7 aus Sicht der Indians.

Alles oder Nichts war die Devise für die letzten Minuten, bei dem die Indians in Überzahl sogar zusätzlich den Torwart, Kristian Hufsky kam zwischenzeitlich für Philipp Lehr, herausnahmen und den erneuten Ausgleich wollten. Doch statt den Ausgleich zu erzielen, ging die Scheibe durch Nägele in der 60. Minute ins leere Indians Tor und die Niederlage war endgültig mit 6:8 aus Sicht der Indians besiegelt.