Zwei epische Spiele bringen die Tabellenführung

Es waren die Spitzenspiele des Wochenendes, die für die EC Hannover Indians als Tabellenzweiter auf dem Spielplan der Oberliga Nord standen und diese Spiele beim Tabellendritten Herner EV, sowie im Eisstadion am Pferdeturm gegen den amtierenden Meister und aktuellen Tabellenführer Tilburg Trappers, hielten was sie versprachen. Es war sogar noch mehr: Es waren zwei Spiele, die derartig episch waren, dass sie in die Geschichte der Indians eingehen werden.

In Herne erwischten die Indians einen Fehlstart und so stand es bereits nach nur 10 Spielminuten 0:2 aus Sicht der Mannschaft vom Pferdeturm. Mieszkowski (8.) und Liesegang (10.) sorgten für die frühe Führung des HEV. Doch die Indians ließen sich, wie bereits zuvor in einigen Partien, hiervon nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Lukas Valasek besorgte in der 14. Minute den Anschlusstreffer und brachte die Indians damit zurück in die Partie. Mit etwas Glück wäre sogar noch der Ausgleich vor der ersten Pause möglich gewesen, doch hier hatten die Gastgeber mehr Glück und brachten die Führung in die Pause.

Im zweiten Drittel boten sich beide Mannschaften einen Kampf auf Augenhöhe, wobei die Herner durch Fominych in der 28. Minute durch den Treffer zum 3:1 wieder die alte zwei Tore Führung herstellte, mit der es auch in die zweite Pause ging.

Der Schlussabschnitt war dann mehr als spektakulär: In der 47. Minute erzielte Thore Weyrauch den Anschlusstreffer zum 3:2 und setzte damit endgültig die unbändige Kampfkraft der Indians frei. Diese Kraft beflügelte Brent Norris, der in der 50. Minute den Ausgleich in Unterzahl erzielte und damit die Gegenwehr der Gastgeber endgültig brach. Kapitän Pohanka war es dann vorbehalten in der 54. Minute die 4:3 Führung für die Indians zu erzielen und Routenier Andy Morczinietz machte mit dem Treffer zum 5:3 in der 58. Minute den Deckel drauf und sicherte den Sieg der Indians in Herne endgültig.

Mit diesem Sieg in Herne zogen die Indians in der Tabelle mit dem Tabellenführer aus Tilburg gleich, blieb aber aufgrund einer Partie mehr auf dem zweiten Platz der Tabelle, sodass das ultimative Spitzenspiel dann im Eisstadion am Pferdeturm auf dem Programm stand.

Dieses Spiel sollte dann alles halten, was sich die Fans von dieser Partie versprachen – auch wenn der Start der Indians, erneut, mächtig in die Hose ging. Durch drei Tore der Trappers schien die Begegnung nach 15 Minuten bereits entschieden und die Mannschaft vom Pferdeturm lag mit 0:3 zurück. Doch erneut kämpften sich die Indians zurück in die Begegnung. Victor Knaub sorgte noch vor der Pause mit seinem Treffer zum 1:3 dafür, Mannschaft und Fans eine kleine Hoffnung bekamen. Diese Hoffnung sollte sich mit in den zweiten Abschnitt übertragen. Die Indians kamen aus der Kabine und kämpften unglaublich. Dieser Kampf wurde durch Tore von Andy Morczinietz (23.) und Roman Pfennings (26.) belohnt und es stand auf einmal 3:3. „Nun haben wir wieder ein Hockeygame“, stellte Stadionsprecher Mike Münkel treffend fest und so schenkten sich die Teams fortan Nichts. Doch die Gäste aus den Niederlanden hatten hier (noch) etwas mehr Scheibenglück und so erzielte van Oorschot kurz vor der Pause die erneute Führung der Trappers, sodass es aus Sicht der Indians mit 3:4 in den Schlussabschnitt gegen sollte.

Hier ging es, wie im zweiten Abschnitt, immer wieder hin und her und beide Torhüter hatten mehrfach die Gelegenheit sich auszuzeichnen. Doch das Momentum war auf Seiten der Indians: Wie am Freitag in Herne war es Kapitän Pohanka der voran ging und in der 57. Minute den Ausgleich erzielen sollte. Doch die Gäste zeigten sich hiervon unbeeindruckt und kamen, praktisch im Gegenzug, durch Nagtzaam in der 58. Minute zur erneuten Führung. Mit 4:5 ging es nach Wiederbeginn in die letzte Spielminute, wo Trainer Lenny Soccio Kevin Beech zu Gunsten eines sechsten Feldspielers herausnahm und Erfolg haben sollte. Im direkten Angriff war es „Big Mike“ Michael Knauf, der den völlig verdienten Ausgleich erzielen konnte und den Pferdeturm zu einem Tollhaus verwandelte und so die Verlängerung sicherte.

Die Verlängerung sollte dann nur noch 3:25 Minuten dauern, als Brent Norris auf die Reise geschickt wurde und die Scheibe zum umjubelten 6:5 Siegtreffer im Tor der Tilburg Trappers versenkte und diesem Abend endgültig etwas ganz Besonderes verlieh, denn es war für die Indians das Jubiläumsspiel. Vor fast genau 20 Jahren war es nämlich soweit und die Geschichte der Indians startete mit einem Auswärtsspiel am 24.10.1998 beim TuS Harsefeld, was die Fans vor Spielbeginn zu einer grossartigen Choreo veranlasste. Mit dem Sieg über Tilburg war es dann nach zwei Jahrzehnten Indians soweit und die Fans konnten mit dem Team ausgelassen die Tabellenführung im Eisstadion am Pferdeturm feiern. Besser geht’s nicht…

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