Trappers lassen Indians keine Chance

Am Freitag ging es nun zum ersten von zwei Auswärtsspielen der eineinhalbfach-Runde der Meisterrunde nach Tilburg. Dieses Mal zwar ohne Schnee-Chaos, aber den Indians sollte es trotzdem noch kalt den Rücken runterlaufen. Die Indians waren ohne den verletzten Goller und den erkrankten Uusivirta angereist, dafür unterstützte Florian Kraus den ECH mal wieder. Nachdem Maskottchen „Bucky Buckaroo“ alle Fans begrüßt hatte und ich versuchte, die holländische Version von „Cowboy und Indianer“ aus dem Kopf zu kriegen, ging es auch schon los.

 Und mit was für einem Tempo. Die Trappers überrannten uns nahezu – während wir gerade mal einen halben Torschuss in der ersten Minute hatten, waren es bei Tilburg drei. Der Puck schlitterte in der 4. Minute schon bedrohlich aufs Tor, Albrecht war schon geschlagen, aber die Indians konnten die Scheibe in letzter Sekunde noch von der Linie kratzen. Aber nur sieben Sekunden später hieß es dann doch 1:0, als Bruijsten nochmal nachsetzte und mit dem nächsten Schuss die Führung erzielte. Auch wenn man es nicht gern zugibt, Tilburg spielte uns in dieser Phase nahezu an die Wand. In der 7. Minute dann endlich der erste richtig gute Torschuss der Indians durch Pohanka und ab da kämpften sich die Indians immer besser ins Spiel. Kurz danach kam Arnold nach einem Fehlpass unvermittelt direkt vor dem Tor an den Puck und konnte nur noch mit unfairen Mitteln gestoppt werden. Der sonst eher defensiv pfeifende Hauptschiedsrichter Daniels entschied auf Penalty. Arnold hatte aber einmal zu viel gezockt und blieb auf dem letzten Millimeter am Schoner von Meierdres im Tilburg-Tor hängen. Umso bitterer war es, dass gerade in der Sturm- und Drangphase von Hannover das zweite Tilburger Tor fiel. Das erste Überzahlspiel für die Hausherren und gleich der erste Überzahl-Treffer, als Bowles von der blauen Linie zum 2:0 abzog. Durch einen Puckverlust der Indians in der 15. Minute konnten die Trappers auch noch nachlegen. Erneut war es Bowles, der nach einem Querpass auch das 3:0 machte. Die Pause kam uns jetzt ganz gelegen, denn die Führung fiel doch etwas hoch aus, aber Tilburg war einfach unglaublich abgezockt und effizient.

 Viel mehr ging aber auch im zweiten Spielabschnitt nicht. Tilburg bestimmte das Tempo nach Belieben und spielte Katz und Maus, Hase und Igel oder meinetwegen auch das Hütchenspiel mit uns. In der 32. Minute musste Bacek auf die Strafbank, obwohl Pohanka am Boden lag, nachdem er einen Schläger ins Gesicht bekommen hatte. Unsere Nummer 10 hatte gerade Platz genommen, da durfte er auch schon wieder runter. Denn nach 14 Sekunden Powerplay machte auch Bruijsten seinen zweiten Treffer des Abends und traf zum 4:0. Kurz vor Drittelende hätten wir fast noch eine Strafe wegen 6 Mann kassiert, aber der Schiedsrichter korrigierte die Entscheidung des Linesman. Sonst hätten wir vielleicht doch noch ein Tor kassiert.

 Auch wenn ich immer bis zur letzten Sekunde an unsere Jungs glaube, muss man schon sagen, dass der Glaube inzwischen etwas schwer fiel. Und was wir im dritten Drittel sehen sollten, sollte wirklich schwer zu glauben sein. Ins letzte Drittel starteten wir mit einem Torwartwechsel und Golombek stand für die restlichen 20 Minuten im Kasten. Man kann ja sagen, was man will, aber die Indians bemühten sich nach Leibeskräften und hatten sich oder das Spiel noch nicht aufgegeben. Aber im schönen Zusammenspiel scheiterten Turnwald und Ledlin leider am starken Meierdres. Nachdem Pohanka schon vorhin einen abbekommen hatte, traf es jetzt Arnold, den der Gegner am Kopf traf und er sich beim Kopfschütteln, dass es keine Strafe gab, noch den Kiefer hielt. Aber der Schiedsrichter hatte die Szene einfach nicht gesehen. Bei den Indians ging es inzwischen vogelwild zu. Pohanka, Arnold, Valasek und wenig später Lilik waren nicht mehr auf dem Eis. Turnwald und teilweise Bovenschen mussten als Stürmer aushelfen. Da war es fast nur klar, dass der nächste Treffer für die Trappers fiel. Während Bacek vorhin noch 14 Sekunden hatte, saß Pfennings gerade mal 5 Sekunden auf dem Büßerbänkchen, da machte Bruijsten seinen Hattrick und erhöhte in der 51. Minute auf 5:0. Die Indians warfen wirklich alles in die Waagschale, was sie nur hatten und hätten sich zumindest einen Ehrentreffer redlich verdient, aber es sollte einfach nicht sein. Man hatte fast das Gefühl, Bacek hätte dem Schiedsrichter die Frau ausgespannt, denn fünf Minuten vor Schluss musste er zum dritten Mal runter (von insgesamt vier Strafen). Tilburg untermauerte ihre 100% Powerplay-Trefferquote und van den Heuvel schoss in der 58. Minute erneut in Überzahl das 6:0.

 Gegen extrem starke Trappers war heute kein Blumentopf zu gewinnen. Viel schlimmer sind jedoch die ganzen Ausfälle zum Ende des Spiels. Hoffen wir mal, dass die Jungs alle wieder fit sind, wenn es am Sonntag gegen Duisburg geht. Anpfiff der Partie ist wie gewohnt um 19 Uhr am Pferdeturm.

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Bruijsten (Collier, Nagtzaam) 03:10
2:0 Bowles (Vogelaar, Stempher / Überzahl-Tor 12:35
3:0 Bowles (Verkiel, de Hondt) 14:55
4:0 Bruijsten (Nagtzaam, Montgomery / Überzahl-Tor) 31:54
5:0 Bruijsten (Vogelaar, Nagtzaam / Überzahl-Tor) 50:04
6:0 van den Heuvel (van Oorschot, Bastings / Überzahl-Tor) 57:30   

 Strafen: Tilburg Trappers 6 Minuten – Hannover Indians 8 Minuten

 Zuschauer: 2.225