Mit Kampfkraft gleichen Indians die Serie gegen Rosenheim aus

Das war echt ein heißes Tänzchen, das den 2.609 Zuschauern am Sonntag am Pferdeturm geboten wurde. Mit dem Serien-Heimrecht bei Rosenheim, ist es für den ECH umso wichtiger, seine Heimspiele zu gewinnen, wenn sie in dieser Playoff-Runde gegen den Aufstiegsaspiranten eine Rolle spielen wollen.

Mit neu zusammengesetzten Reihen, im Vergleich zur Freitags-Partie, starteten die Indians ins Spiel. Der Druck war nahezu greifbar, der Beginn wirkte etwas nervös auf dem Eis. Auch, wenn Morczinietz eine aussichtsreiche Chance vorweisen konnte und Schwab sich in einem Alleingang versuchte. Eine 2+2 Strafe gegen Bacek wegen hohen Stocks Mitte des Drittels spielte den Gästen dann in die Hände, bzw. Handschuhe… Die Indians hatten alle Hände voll zu tun, den stürmenden Starbulls standzuhalten, konnten sich aber immer wieder befreien und überstanden letztendlich die 4-minütige Überzahl. Kaum komplett war der ECH dann am Drücker. Nach einem abgefälschten Torschuss von Morczinietz stand Turnwald eigentlich goldrichtig, konnte den Puck aber nicht am wieder sehr starkem Steinhauer im Starbulls-Tor vorbeibringen. Dann fiel zu einem denkbar ungünstigen Moment, eine Minute vor Schluss, doch noch der erste Treffer des Spiels. Bucheli schlich sich rechts an allen vorbei, bekam den Querpass und schob in der 19. Minute aus kurzer Distanz zum 0:1 ein.

Mit Beginn des zweiten Drittels wehte dann ein etwas anderer Wind auf dem Eis. Eine Überzahl-Situation gleich zu Beginn konnten die Indians zwar nicht in Zählbares ummünzen, zeigten aber ein gutes Powerplay, an dem es in der Saison ja immer mal wieder krankte. Negativer Höhepunkt der Partie dann in der 25. Minute. Rosenheims hochgewachsener Kapitän Tobias Draxinger setzte in der Ecke zum Check gegen Fröhlich an und traf ihn direkt am Kopf. Gestützt wurde Lukas „Happy“ Fröhlich vom Eis gebracht und für ihn ging es gleich weiter ins Krankenhaus. Gute Besserung an dieser Stelle! Die ausgesprochene 2-Minuten-Strafe erntete auf den Rängen nur Kopfschütteln und wenig Verständnis. Die eigentliche Strafe folgte dann knapp zwei Minuten später. Nur noch wenige Sekunden in Überzahl spielte Uusivirta in der 27. Minute an der blauen Linie entlang zu seinem „Partner in Crime“ Nico Turnwald und der zimmerte den Puck mit einer Geschwindigkeit ins Netz, dass auf jeden Fall der Führerschein lebenslang weg gewesen wäre, wenn der Schuss am Weidetor geblitzt worden wäre. Der Jubel über den 1:1 Ausgleichstreffer war noch nicht verklungen, da klingelte etwas anderes: Und zwar der Puck erneut im Rosenheimer Tor. Vom mittleren Bullypunkt aus Pohanka mit dem Bully-Gewinn, brachte einer der Gäste seinen Torwart selbst in Bedrängnis, der nur zur Seite abwehren konnte. Morczinietz hellwach hätte selbst schießen können, entschied sich aber für den kurzen Pass auf den heranfliegenden Bacek, der wenig Mitleid zeigte und den Puck am schon fast geschlagenen Steinhauer vorbei zum 2:1 ins Tor bugsierte. Jetzt gab es kein Halten mehr – kollektive Eskalation war auf der Tribüne angesagt! Starbulls-Coach Manuel Kofler nahm eine Auszeit, um ein bisschen Ruhe in sein Team zu bringen und den Höhenflug der Indians zu irritieren. Mit Erfolg. Rosenheim drückte weiter auf die Tube und Zick konnte einen schnellen Pass freistehend vorm Tor in der 31. Minute verwerten und mit dem 2:2 erneut ausgleichen.

Sollte im letzten Drittel eine Entscheidung gefunden werden oder ging das Spiel, wie schon so oft in der Saison in die Verlängerung? In der 47. Minute hatten schon alle ihre Arme zum Jubeln hoch, aber der eventuell schönste Spielzug der Saison endete nicht mit einem Treffer. Morczinietz kam mit Tempo ins Drittel, legte kurz vor dem Goalie durch die Beine zurück auf den folgenden Uusivirta, der schoss, aber Steinhauer hielt noch, dass sogar David Copperfield stolz auf ihn gewesen wäre. Aber wenn es nicht schön geht, dann eben einfach: Noch im gleichen Angriff kurvte Uusivirta mit dem Puck umher, legte sein Zielfernrohr an, schoss und traf! Sein Handgelenkschuss rutschte Steinhauer durch und schlitterte zum 3:2 ins Tor. Rosenheim wusste: wenn sie hier was erreichen wollen, musste schnellstmöglich der erneute Ausgleich her. Das Bombardement und Anrennen der Starbulls begann. Aber die Indians kämpfen wie die Löwen. Die Zeit schien in Zeitlupe von der Uhr zu gehen. Alle gefühlte fünf Minuten schaute man auf die Uhr und gerade mal 10 Sekunden waren vorbei. Die Indians kämpften wie die Löwen. Noch 1:33 auf der Uhr und nach einem Icing der Indians nahm Rosenheim den Torwart vom Eis und die Indians eine Auszeit. Die Spannung war kaum noch auszuhalten. Nur wenige Sekunden vor Schluss spitzelte Goller einem Rosenheimer Passempfänger den Puck vom Schläger, lief selbst hinterher und war frei durch, machte noch einige Meter, tippte den Puck nur noch an und währen dieser seinen Weg ins leere Tor zum 4:2 fand, sprang unsere 16 in die Kurve gegens Plexiglas und feierte den kaum mehr zu vermeidenden Sieg! Die letzten 13 Sekunden auf dem Eis gingen dann im Freudentaumel unter und die Schlusssirene ertönte noch während der Tordurchsage. Mit Kampf und Herz haben sich unsere tapferen Indianer diesen Sieg mehr als verdient und auch die gut 2.600 Fans (abzüglich der rund 75 Rosenheimer) haben ihren Teil mit einer tollen Stimmung dazu beigetragen.

Somit war es auf jeden Fall nicht das letzte Heimspiel der Saison, denn die Best-of-Five-Runde kann jetzt frühestens in Spiel 4 entschieden werden. Aber vorher geht es nochmal in den Süden. Am Dienstag um 19.30 Uhr startet dann Spiel 3 in Rosenheim. Ihr seid alle herzlich eingeladen, das Spiel im Liveticker zu verfolgen, die Daumen zu drücken und mitzufiebern.

Heute mit Grüßen aus dem Wigwam

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

Zahlen und Fakten

Tore:

0:1 Bucheli (Fröhlich, Neumann) 18:56
1:1 Turnwald (Uusivirta, Hein / Überzahl-Tor) 26:41
2:1 Bacek (Morczinietz, Pohanka) 26:48
2:2 Zick (Draxinger, Bucheli) 30:08
3:2 Uusivirta (Pohanka, Bacek / Überzahl-Tor) 46:54
4:2 Goller (Tramm, Pohl) 59:47    

 Strafen: Hannover Indians 4 Minuten – Starbulls Rosenheim 8 Minuten

 Zuschauer: 2.609

 

Attachment