Rosenheim kein gutes Pflaster – Niederlage 2 in Spiel 3

Ich hoffe, ihr habt alle schon den spannenden Krimi vom letzten Sonntag verkraftet und seid heiß auf den nächsten Fight am Freitag. Aber dazwischen gab es ja auch noch den Dienstag, wo unsere Indians wieder auf fremdem Eis in Rosenheim antreten mussten. Bis auf Fröhlich, der sich am Freitag verletzt hatte, waren alle Indianer an Bord. Der Favorit aus Rosenheim wollte vor heimischem Publikum die Niederlage aus Hannover wieder wettmachen.

Entsprechend entschlossen gingen die Starbulls auch von Beginn an zu Werke. Auch begünstigt durch zwei frühe Strafen gegen den ECH. Wie schon die ganze Saison war das Unterzahlspiel unserer Indians aber wieder eine absolute Bank. Torchancen waren anfangs zwar eher Mangelware, aber der Kampf um den Puck und jeden Zentimeter Raum war sehr intensiv. Wie bei einem Auswärtsspiel bei einer so offensivstarken Mannschaft wie Rosenheim fast üblich, konzentrierten sich die Indians auf die Defensive und setzten mit schnellen Gegenangriffen Akzente. Bei der dritten Strafe musste der ECH dann jedoch die Führung der Hausherren hinnehmen. Erst konnte Albrecht einen Hammer von der Blauen noch halbwegs lässig abfangen, aber wenig später machte Michael Fröhlich (der ja auch schon mal für uns seine Schlittschuhe schnürte), in der 16. Minute das 1:0.

Wie im ersten Spielabschnitt Hannover, starteten jetzt auch die Starbulls mit zwei frühen Strafen ins Drittel. Aber die knapp vier Minuten Überzahl konnte der ECH nur bedingt nutzen. Zwar hatten die Indianer das Spiel im Griff, erspielten sich aber außer einem Schuss von Turnwald und einem Abfälscher (wenn das überhaupt ein Wort ist) von Arnold, der knapp am Pfosten vorbeiging, nur wenig zwingende Torchancen. Gerade mal komplett waren die Starbulls schon wieder in Überzahl, als Uusivirta eine Strafe wegen Behinderung verbüßen musste. Nach einer Sensations-Parade von Albrecht, der eigentlich schon geschlagen war, fiel in der 30. Minute – gerade wieder komplett, aber bei angezeigter Strafe – dann das 2:0 durch Bilek. Sehr zum Unmut unseres Keepers, der sich vehement beim Schiedsrichtergespann beschwerte. Laut Augenzeugen-Berichten ein klares Torraumabseits. Aber ich würde mich ja nie zu einer so gewagten Aussage hinreißen lassen. *hust* In der 33. Minute kamen wir uns fast schon bei Louis de Funès vor. „Nein! Doch! Ooooh!“. Aus dem Gewühl heraus hatte Morczinietz den Schläger genau an der richtigen Stelle und hob den Puck mit der Rückhand rein. Allerdings schien der Schiri den Treffer nicht zählen lassen zu wollen. Dann aber zum Glück doch noch – also 2:1. Hat er nochmal Glück gehabt. Sonst hätte er sich auf einen saftigen Zerriss seiner pfeiferischen Qualitäten in dem einen oder anderen Spielbericht gefasst machen können, nach ohnehin schon so vielen gegebenen Strafen. Das schien Rosenheim nicht wirklich zu schmecken. Wütende Angriffe rollten auf die Indianer zu. Bei einem davon konnte Albrecht einen Schuss nur prallen lassen und Reichel nutzte in der 34. Minute seine Chance und verwertete den Abpraller zu, 3:1. Hat nicht lange gewährt, die Freude über den Anschlusstreffer. Noch unschöner wurde es dann in der 40. Minute, als Rosenheims Finne Lammassaari zum 4:1 einnetzte.

Mit zunehmender Dauer hatten die Indians immer mehr vom Spiel und erarbeiteten sich gute Torszenen. Aber eben leider kein weiteres Tor. Ledlin scheiterte frei am Pfosten, Schüsse von Morczinietz und Bacek konnte Steinhauer entschärfen und auch ein Querschläger hüpfte am Tor vorbei. Ich will lieber nicht durchzählen, wie oft ich das in der Vergangenheit schon geschrieben habe: aber die Indians haderten erneut mit ihrer Chancenverwertung. Noch ein letzter Treffer mit dem 5:1 von Vollmayer in der 57. Minute und dann war das Spiel auch gegessen. Nach dem Rückstand musste der ECH weiter aufmachen, um offensiv mehr stattzufinden, was ihnen dann wieder zum Verhängnis wurde.

Aber wie heißt es so schön? Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Dann hoffen wir mal, dass es den Indians am Freitag noch einmal gelingt, die Bullen bei den Hörnern zu packen und nicht auf eben diese genommen zu werden. Denn mit einem Sieg erkämpfen wir uns das alles entscheidende Spiel 5, in dem die Indianer dann hoffentlich im Rosenheimer Bullenstall auf Bullenjagd gehen können. Denn nicht vergessen: wo ein Bulle ist, ist auch ein Weg!

Während ich noch überlege, wie ich „guter Bulle, böser Bulle“ mehr oder weniger sinnvoll hätte einbauen können, sehen wir uns dann am Freitag am Pferdeturm um 20 Uhr zum Eröffnungsbully. Lasst uns als Fans den Starbulls die Hölle heiß machen, dass sie in der Bullenhitze nicht mehr wissen, wo oben und unten ist! Okay, jetzt reicht’s auch – ich geb es zu…

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Fröhlich (Draxinger, Baindl / Überzahl-Tor) 15:04
2:0 Bilek (Baindl, Fröhlich) 29:32
2:1 Morczinietz (Ohne Assist) 32:04
3:1 Reichel (Draxinger, Nowak) 33:58
4:1 Lammassaari (Zick, Bucheli) 39:20
5:1 Vollmayer (Draxinger, Fröhlich / Überzahl-Tor) 56:12   

Strafen: Starbulls Rosenheim 8 Minuten – Hannover Indians 12 Minuten

 Zuschauer: 2.301