Null Tore gegen Halle sind vier zu wenig

Mit einer guten Visitenkarte von vier Siegen in fünf Spielen kamen die Saale Bulls Halle am Freitag an den Pferdeturm. Die einzigen, die die Hallenser schlagen konnten, war der noch amtierende Meister aus Tilburg. Nach der längerfristigen Verletzung von Topscorer Nathan Robinson hatten die Saale Bulls sich mit zwei weiteren Neuzugängen gestärkt, um ihre Aufholjagd weiter voranzutreiben. Gerade so als siebter in die Meisterrunde gerutscht, hat sich Halle inzwischen auf Platz fünf vorgeschoben, wobei sie nur wenige Punkte von Platz zwei trennen. Die Indians mussten sich ihre Punkte zuletzt hart erarbeiten. Zwei Niederlagen und zwei Overtime-Siege wechselten sich ab.

Die Indians starteten gut in die Partie. Schon nach 19 Sekunden Pohanka mit der ersten Chance. Und wenig später verpasste Morczinietz nur um Haaresbreite einen scharfen Pass und wäre sonst alleine durch gewesen. Allerdings brauchte Halle nur wenige Minuten, um ebenfalls in der Partie anzukommen. Nach rund fünf Minuten hatten auch die Saale Bulls die erste dicke Chance aus dem Gewühl heraus. Aber Albrecht machte die letzten Lücken im Tor dicht. Als Striepeke Jannik in der 6. Minute auf die Strafbank musste, hätten die Indians die Zeichen auf Sieg stellen können. Allerdings hatten die Saale Bulls – in eigener Unterzahl – die größeren Chancen. Erst Schaludek und später Ehemann scheiterten aber im Alleingang. In der 9. Minuten jubelten die Halle-Fans bereits über einen vermeintlichen Treffer, aber der Schiedsrichter zeigte unmittelbar „kein Tor“ an. Inzwischen ging es hin und her – man kam sich schon fast vor, wie beim Tennis. Jede der beiden Mannschaften hätte in Führung gehen können. Taten aber beide nicht. Das erdste Drittel endete leistungsgerechtunentschieden, da die Indians mehr Chancen, Halle aber die hochkarätigeren hatte.
Leider ging es so nicht weiter, Halle übernahm die Zügel. Nach knapp zwei Minuten hätte es eigentlich schon die Führung für Halle sein müssen, aber mit mehr Glück als Verstand kam der ECH gerade noch drum rum. Die Freude hielt aber nicht lange an. Wenige Sekunden später gingen die Saale Bulls mit zwei zu eins aufs Tor. Und im Gegensatz zu Drittel Nummer eins, jubelte in der 23. Minute zwar keiner, aber der Schiedsrichter zeigte „Tor“ nach dem Schuss von May an. Somit dann doch noch die 0:1 Führung für die Gäste. Und auch im weiteren Verlauf sah man in weiten Strecken Halle spielen und die Indians reagieren. Die Saale Bulls setzten sich in den Zweikämpfen erfolgreicher durch und kamen zu oft zu einfach vors Tor. In der 31. Minute hatte Schaludek zu viele Freiräume, zockte sich einmal quer vor dem Tor lang und Albrecht musste nach Abstimmungsproblemen seiner Vorderleute dann beim 0:2 das zweite Mal hinter sich greifen.
Das dritte Drittel können wir in Ermangelung großer Highlights relativ kurz machen. Eine schöne Chance von Pohanka und Schwab soll nicht unerwähnt bleiben, jedoch ging der Puck halt daneben. Die Hallenser spielte ihren Stiefel herunter, die Indians waren bemüht, aber erfolglos. Exakt zwei Minuten vor Schluss erhöhte Striepeke dann noch auf 0:3.
Wenn du zu Hause kein einziges Tor machst, kannste auch nicht gewinnen. Gut – das gilt natürlich auch für auswärts, aber ihr wisst schon, was ich meine… Höhepunkt des Abends aus hannoverscher Sicht waren dann wohl die zahlreich vertretenen Gäste-Fans, die kurz vor Ende des Spiels „Hannover ist Indianerland“ anstimmten. Geschenkt werden die Punkte beim nächsten Kräftemessen der beiden Teams dafür aber nicht. Bevor es wieder gegen Halle geht, steht aber zuerst das nächste Derby an. Am Sonntag um 18.30 Uhr sind die Indians das nächste Mal in der Wedemark zu Gast. Und wir sind natürlich auch wieder dabei und halten euch auf dem Laufenden, wenn es hoffentlich wieder drei Punkte und den Derbysieg zu bejubeln gibt.
Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
0:1 May (Spöttel, Schiller) 22:35
0:2 Schaludek (Pietsch) 30:19
0:3 Striepeke (Schön, Spöttel) 58:00
Strafen: Hannover Indians 2 Minuten – MEC Halle 04 4 Minuten
Zuschauer: 2.222

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