Niederlage in Leipzig kostet Platz vier

Der Kampf um Platz vier und somit Playoff-Heimrecht ist in vollem Gange und war wohl noch nie so spannend wie in dieser Saison. Durch den phänomenalen Derbysieg am Freitag konnten sich die Indians auf den begehrten vierten Platz vorschieben und wollten alles tun, um diesen zu halten. Mit vielen Plänen reisten sie also nach Leipzig zu den Icefighters. Neben Lucas Fröhlich musste auch Nico Turnwald verletzungsbedingt passen. Aus diesem Grund wurde Leon Lilik bei dieser Partie wieder in der Verteidigung eingesetzt.

Der ECH startete gut ins erste Drittel und übernahm gleich von Beginn an die Leitung. Leider änderte sich das sehr schnell. Denn schon in der 5. Minute nutzten die Gastgeber einen unpräzisen Spielaufbau und Velecky traf nach dem ersten guten Angriff der Icefighters mit der Rückhand zum 1:0. War zuletzt das Nervenkostüm nicht das größte Problem unserer Krieger, brachte das Gegentor sie heute aus dem Tritt. Glück und Albrecht verhinderten da einige gefährliche Torchancen. Zu allem Überfluss kamen dann auch noch Strafen dazu. Erst wurde Pohanka vom Eis gestellt und nachdem die Strafe fast abgelaufen war, musste auch Bovenschen raus. Konnten die Indians die erste Überzahl noch unbeschadet überstehen, dauerte es nur Sekunden nach der zweiten, da machte der heute sehr auffällige Velecky in der 12. Minute mit einem Schlagschuss aus dem Halbfeld das 2:0. Das Bombardement ging weiter und der ECH hatte alle Mühe, nicht noch einen Treffer zu kassieren. In den letzten Minuten des Drittels fingen sich die Indians wieder und hätten mit etwas Glück noch den Anschlusstreffer erzielen können, aber weder Gewühl noch ein Schuss von Uusivirta von der Blauen führte zum Erfolg.

Mit knapp zwei Minuten Überzahl ging es für die Indians dann ins zweite Drittel. Jedoch ohne nennenswerte Chancen. Bei gleicher Zahl lief es wesentlich besser, aber ein Tor entsprang daraus nicht. Kurz vor Drittelende dann eine noch weniger schöne Szene. Uusivirta wurde da in die Bande gejagt und fuhr mit blutender Nase zur Bank und ging gleich in die Kabine. Das will schon was heißen, eigentlich hat der ja nur Eis in seinen Adern. Gleich drei unserer Jungs waren schon auf dem Weg zum Übeltäter, aber der Linesmen konnte eine größere Auseinandersetzung verhindern. Zum Unmut des Publikums gab es die aus meinen Augen doch recht nachvollziehbare Spieldauerstrafe gegen Leipzigs Berger. Schwab in Überzahl noch mit der Doppelchance, aber rein ging der Puck auch dieses Mal nicht.

In das letzte Drittel ging es nun sogar mit einer gut dreiminütigen Überzahl. Zum Glück konnte auch Uusivirta weiterspielen, würde er vermutlich auch mit abgetrenntem Fuß noch tun… Die Indians konnten allerdings machen, was sie wollten. Das Tor schien wie vernagelt zu sein. Leipzig unterdessen verlegte sich aufs Mauern und setzten immer wieder mit schnellen Angriffen Akzente nach vorne. In den letzten zehn Minuten gab es noch einen regelrechten Strafenreigen. Hauptakteur war Maxi Pohl. Man konnte schon beinahe das Gefühl bekommen, er hätte was mit der Schwester eines Leipzigers gehabt. Denn gleich dreimal wollte sich einer der Icefighters mit ihm prügeln. Ob in Unterzahl, gleicher Mannstärke oder Überzahl – heute war wohl so ein Tag, da hätten wir noch fünf Drittel spielen können und es wäre kein Tor daraus entstanden.

Das war es vorerst also wieder mit Platz vier. Aber am Freitag kommen die Icefighters zur direkten Revanche an den Turm. Mal sehen, was da geht. Jetzt stehen nur noch vier Spiele in der Meisterrunde auf dem Plan. Und alle bis auf die Partie gegen Tilburg sind jetzt bei der engen Tabellensituation 6-Punkte-Spiele. Anpfiff bei der Jagd um Punkte und Plätze ist wie immer um 20 Uhr. 

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Velecky (Martin, Eichelkraut) 04:12
2:0 Velecky (Hofverberg, Eichelkraut / Überzahl-Tor) 11:23   

Strafen: ECA Icefighters Leipzig 37 Minuten – Hannover Indians 16 Minuten

Zuschauer: 1.007