Letztes Meisterrunden-Spiel in Duisburg endet mit Niederlage

Spannend wie schon lange nicht mehr war es am letzten Spieltag der diesjährigen Oberliga-Meisterrunde. Denn im Norden sowie im Süden sollten die letzten Partien über den finalen Tabellenplatz vieler Mannschaften entscheiden. So konnten unsere Indians zum Beispiel noch auf Selb, Landshut und Rosenheim treffen, je nach Ausgang des Aufeinandertreffens gegen Duisburg. Richtig vielversprechend sah es vor dem Spiel nicht aus, denn der ECH reiste mit lediglich 15 Feldspielern an. Mit dem Ausfall von Uusivirta und Turnwald war die Defensive angekratzt und auch Arnold fiel weiter aus.

Mit Patrick Golombek im Tor startete die Partie. Gleich zu Beginn wurde es kurios. Denn auf dem Eis war eine Bilderbuch-Strafe für Behinderung von Duisburgs Habermann zu sehen, trotzdem durfte Duisburg angreifen. Etwas verwirrend. Und dann pfiff der Schiedsrichter ab, als die Indians an den Puck kamen. Noch verwirrender. Sah das Schiedsrichtergespann wohl auch so. Nach Beratschlagung musste Habermann dann doch raus und die Schiris würfelten aus, wo der nächste Bully sein sollte. Die Füchse standen heute unter besonderer Beobachtung. Und zwar vom kritischen Duisburger Publikum wegen der doch eher durchwachsenen Saison vom wiederholten Aufstiegsaspiranten. Schon nach wenigen Minuten waren vereinzelt „Wir wollen euch kämpfen sehen“-Rufe zu hören. Auf dem Eis spielte aber, je länger die Partie dauerte, immer mehr ein Team: die Gäste aus Hannover. Aber ein Tor ließ doch ein wenig auf sich warten. In der 20. Minute erbarmten sich die Indians dann aber und entschädigten die mitgereisten Indians-Fans (und das Ticker-Team) mit einem sehenswerten Tor. Ein langer zielgerichteter Pass aus der Abwehr auf Ledlin, der mit Tempo Richtung Tor marschierte und traumhaft quer auf Goller ablegt. Der ließ Mathis keine Chance und markierte den 0:1 Führungstreffer. Nach einer Glanztat von Golombek, der den leichten, aber verdienten, Vorsprung rettete, ging es in die Drittelpause. Auch die leicht bekleideten Cheerleader konnten mit ihrem Auftritt die Stimmung in Duisburg nicht retten.

Mit einem Paukenschlag startete dann das zweite Drittel. Denn Pfennings mit einer dicken und noch dickeren (Doppel-)Chance hätte die Führung nach wenigen Sekunden schon ausbauen können. Aber an Mathis war kein Vorbeikommen. Auch im weiteren Spielverlauf hätte es eigentlich noch ein Tor geben müssen. Bacek machte erst über links, dann über rechts bis zum Tor alles richtig, aber dann leider alles falsch. Die Füchse schienen jetzt vollkommen von der Rolle, ein Fehlpass folgte dem anderen und die Indians wirkten frischer und immer bereit, sich den Puck zu erobern. Aber es fehlte einfach dieses gottverdammte Tor! Und wie aus dem Nichts trafen dann auf einmal die Hausherren. Mit einem Sonntagsschuss aus dem Handgelenk von der blauen Linie traf Schmitz in der 27. Minute zum 1:1. Kurz später eine Schrecksekunde um Bacek. Nach einem Check blieb er vor der Duisburger Bank am Boden liegen. Und der bleibt ja eigentlich nur liegen, wenn man ihm Arme und Beine auf dem Rücken zusammenbindet. Gestützt verließ er das Eis und belastete nur ein Bein dabei. Das hätte uns gerade noch gefehlt, ein weiterer Ausfall. Aber zum Glück konnte er nach kurzer Behandlungspause wieder zurück ins Spiel kommen. Auch im folgenden Überzahl-Spiel sahen wir wieder Chancen, aber wieder kein Tor. Alle aufzuzählen würde nicht nur lang dauern, sondern wäre auch noch deprimierend. Denn eigentlich hätten sich die Füchse auch nicht beschweren können, wenn es hier schon 3:0 gestanden hätte. Zum Ende des Drittels kam Duisburg aber besser rein, auch bedingt durch Strafzeiten, die eher einseitig ausfielen. Kurz vor Schluss hätten wir uns auch nicht beschweren können, wenn Duisburg in Führung gegangen wäre. Aber da der Ausgleich schon so unverdient war, kann man das wohl als ausgleichende Gerechtigkeit verbuchen.

Und jetzt begann die Phase, in der sich alle im Stadion Anwesenden die Augen rieben. Denn auf einmal zeigte Duisburg, dass auch sie in der Lage waren, Hockey zu spielen. Und was für welches! Als hätten sie in der Drittelpause eine Kelle von Miraculix‘ Zaubertrank getrunken, drehten sie auf. Jeder Pass, jeder Spielzug war genau so, wie er auch in der Theorie sein sollte. Berzins untermauerte das mit dem 2:1 in der 42. Minute. In der 45. Minute dann nächste Strafe und mit dem 3:1 nächstes Tor der Gastgeber durch Cespiva in Überzahl. Duisburg gelang jetzt wirklich alles. Und vielleicht fehlte der Rumpftruppe der Indians hinten raus ein bisschen die Kraft. Es folgte das 4:1 in der 54. Minute durch Pisarik, dessen Schuss vom Innenpfosten reinging. Über diesen wunderlichen Abend konnte man sagen, was man wollte: Aber die Indians hatten es nicht verdient, jetzt hier so abgeschossen zu werden. In der 56. Minute gab es sogar noch einen Penalty, den man mit einem zugedrückten Auge geben kann, aber Golombek entschärfte den Schuss von Pisarik. Insgesamt muss man wohl sagen, dass Mathis seinem Team in den ersten beiden Drittels mit einer sensationellen Save-Quote von 96% den A**** gerettet hat. Auch wenn die Niederlage etwas zu hoch ausfiel, konnten man mit der Leistung der Indians zufrieden sein. Nur die mangelnde Chancenverwertung könnte man ihnen vorhalten.

Mit diesem Ausgang steht jetzt unser erster Playoff-Gegner aus dem Süden fest. Der ECH wird auf die Starbulls aus Rosenheim treffen. Da können wir gespannt sein, wie der erste Nord-Süd-Vergleich am Freitag in Bayern aussieht. Wir reisen die rund 700 km auch wieder an, um euch mit dem Liveticker auf dem Laufenden zu halten. Anpfiff von Spiel 1 ist um 19.30 Uhr. Dann drücken wir mal alle fleißig die Daumen, dass unser Krankenlager sich etwas lichtet und wir den Starbulls zeigen können, was in uns steckt.

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

Zahlen und Fakten

Tore:

0:1 Goller (Ledlin, Tramm) 19:09
1:1 Schmitz (Beally, Neugebauer) 26:39
2:1 Berzins (Beck, Neugebauer) 41:53
3:1 Cespiva (Verelst, Huebscher / Überzahl-Tor) 44:53
4:1 Pisarik (Huebscher, Slanina) 53:05   

Strafen: Füchse Duisburg 4 Minuten – Hannover Indians 12 Minuten