Indians skalpieren Scorpions in Derby Nr. 5

„Wir für vier“ – das war das Motto beim fünften und voraussichtlich letzten Derby der Saison. Drei der bisherigen vier Aufeinandertreffen konnten die Indians für sich entscheiden. Und nun sollte Derbysieg Nummer vier her. Auf Seiten des ECH fehlte Fröhlich, die Scorpions mussten auf Schütt und ihren Stammtorhüter Linda verzichten. Die erste Großchance des Spiels ging aufs Konto der Gäste, aber Bombis zog bei seinem 99%er aus nur einem Meter rechts am Pfosten vorbei. Die Zielgenauigkeit, die Bombis vermissen ließ, zeigte Arnold wenige Minuten später. In der 10. Minute nagelte er den Puck unter die Latte und drehte zum Jubel über den 1:0 Führungstreffer in die Kurve ab. Obwohl der Treffer unseren Indianern eigentlich Auftrieb verleihen sollte, ließ sich der ESC nicht aus der Ruhe bringen und hatte insgesamt sogar mehr vom Spiel. Aber das nützt halt nichts, wenn du die Tore nicht machst. Und so nutzte Pfennings in der 18. Minute seine Chance und traf zum wichtigen 2:0. Das war der Extra-Schub, den die Indians noch gebraucht hatten. Ab jetzt gab es nur einen Herr im Hause. Beinahe wäre die Führung sogar noch höher ausgefallen, aber erst schoss Valasek nach einem Sahne-Pass Müller an und dann ging ein Schuss von Goller nur Sekunden vor Schluss an die Latte. Aufs ganze Drittel gesehen, war die 2-Tore-Führung gefühlt vielleicht etwas unverdient. Aber mal ehrlich: wen juckt’s?!
So souverän, wie der ECH aufgehört hatte, machte er auch mit Beginn des zweiten Drittels weiter. Pohanka eröffnete mit einem Kracher gegen das Plexiglas und im Nachgang wurde der Puck noch vom eigenen Mann abgefälscht, rutschte dann aber am ESC-Tor vorbei. In der 25. Minute half dann aber nichts mehr, mit zwei auf eins ins Drittel, treibt Valasek den Puck voran, ich rufe noch „Spiel ab!“ und da zieht er ab ins ganz lange Eck. Müller nutzt alle seine 182 Zentimeter aus, aber der Puck fand seinen Weg die letzten verbleibenden Millimeter zwischen Pfosten und Schlittschuh ins Tor zum 3:0. Und warum aufhören, wenn es am schönsten ist? Bei vier gegen vier hatte Bacek viel Platz für Ideen und die Goldrichtige parat und hämmerte mit dem 4:0 in der 33. Minute den nächsten Nagel in den Derbysarg. Die Kurve forderte schon „nur noch 6“ und das Stadion erhob sich erstmals komplett. Denn „Wer nicht hüpft, der ist ein Bauer“. Unter all der Euphorie hatte Bacek Blut geleckt und machte in der 36. Minute, als Müller nach einem Schuss von Pohanka schon am Boden war, mit dem 5:0 seinen Doppelpack perfekt. 5:0 – in Worten: fünf zu null! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. In so einem Moment kann man schon mal an einen Torwartwechsel denken. Blöd nur, wenn man schon mit dem Backup spielt und der Ersatzmann auf der Bank noch nicht auf viel Oberliga-Erfahrung zurückblicken kann. Während auf Indians-Seite das ungläubige Staunen bereits durch Partystimmung ersetzt wurde, schien man auf Seiten der Scorpions komischerweise wenig amüsiert. Eine Minute vor Schluss fand der Puck dann doch noch den Weg ins Indians-Tor. Das Tor wurde allerdings nicht gegeben, da es mit dem Schlittschuh erzielt wurde. So ging es doch zu null in die Kabine. Eishockey kann so schön sein…
Und auch im letzten Drittel hatten die Indians noch lange nicht genug. Auch Valasek wollte sich in der 45. Minute in die Liste der Doppeltorschützen einreihen. Und mit was für einem Zucker-Tor! Er glitt da durch alle Gegner durch wie ein Messer durch Butter und schiebt noch im Fallen zum 6:0 ein. Das dürfte dann nicht mehr der letzte Sargnagel gewesen sein, sondern schon die Erde darüber. Die Gäste hatten sich inzwischen mehr auf Einzelaktionen verlagert und auch das sonst so starke Powerplay war eher lahm. Eigentlich wollte ich ja nicht gegen den weitestgehend unauffälligen Schiedsrichter wettern, aber vier Strafen ab der 49. Minute nur gegen die Indians auszusprechen, wirkt dann doch etwas merkwürdig. Verbuchen wir es mal unter Mitleid. Kaum komplett ging der Torzauber dann auch weiter. Tobi Schwab war es, der in der 55. Minute mit dem 7:0 die Grabrede hielt. Das 7:1 aus der 56. Minute durch den heute mehr durch Nickligkeiten als Torszenen aufgefallenen Schmid kann man dann auch nur mit zwei zugedrückten Augen noch als Ergebniskosmetik beschreiben. Passend dazu habe ich eh gerade nicht hingeguckt. Aber muss man ja wohl auch nicht gesehen haben…
Mal abgesehen von den wichtigen drei Punkten und dem Schritt nach oben in der Tabelle war das einfach nur ein geiler Eishockey-Abend. Und den schließe ich hiermit mit einem ehrwürdigen „Die Nummer 1 der Stadt sind wir“. Am Sonntag geht es jetzt für unsere Großstadt-Indianer wieder nach Leipzig. Begleitet uns beim Kampf um die nächsten Punkte wieder im Liveticker. Anpfiff in Taucha ist zur familienfreundlichen Zeit um 17 Uhr.
Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
1:0 Arnold (Tramm, Bovenschen) 09:54
2:0 Pfennings (Tramm, Pohanka) 17:14
3:0 Valasek (Hein, Finkel) 29:07
4:0 Bacek (Morczinietz, Uusivirta) 32:55
5:0 Bacek (Pohanka, Uusivirta) 35:49
6:0 Valasek (Hein, Pohl) 44:31
7:0 Schwab (Bacek, Morczinietz) 54:22
7:1 Schmid (Bombis, Lehmann) 55:54
Strafen: Hannover Indians 14 Minuten – Scorpions 8 Minuten
Zuschauer:

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