Indians siegen in turbulentem Spiel über Essen

Am Dienstag stand nun das erste Spiel des neuen Jahres an. Nach den anstrengenden Derbys zum Ende des Jahres, kam den Indianern der spielfreie Samstag ganz gelegen, um die Akkus wieder aufzuladen. Bis auf Stefan Goller, der verletzt ausfiel, konnte Lenny Soccio auf sein ganzes Team zugreifen. 13 Tore in einem Spiel – das sieht man nicht jeden Tag am Pferdeturm. Wobei die, passend zum neuen Jahr, 2.018 Zuschauer auf das eine oder andere durchaus hätten verzichten können.

Dabei sah es erst so aus, als sollte es eine klare Angelegenheit für den ECH werden. Schon in der 5. Minute spielte Pohanka sein ganzes Können aus und traf aus der Drehung zum 1:0. Anschließend bot sich ein Chancenfestival sondergleichen. Besonders Pohanka zog hierbei alle Blicke auf sich. Gästetrainer Frank Gentges fasste es in der Pressekonferenz nach dem Spiel schön zusammen: „Im ersten Drittel waren es die Pohanka-Festspiele. Wir haben daneben gestanden und Beifall geklatscht.“ Trotzdem dauerte es bis zur 20. Minute bis das nächste Tor fiel. Während einer angezeigten Strafe nutzte Jan Tramm die Gelegenheit, setzte sich aus dem Gewühl durch und schoss das 2:0 und damit sein zweites Saisontor in den Winkel. Wobei sich auch keiner hätte beschweren können, wenn es schon 4:0 gestanden hätte.

Die Entstehung des nächsten Treffers mag einem irgendwie bekannt vorkommen. Denn es war wieder bei einer angezeigten Strafe, dieses Mal jedoch noch fünf Sekunden in Überzahl, als Tramm in der 30. Minute und dem 3:0 bewies, dass er auch von der blauen Linie Tore schießen kann. Nachdem dann auch endlich geklärt war, ob die angezeigte Strafe nun wegfällt oder sie auf die Uhr kommt und die verbleibenden Sekunden der vorherigen wegkommt (es war Variante 2), konnte es dann auch weitergehen. Und jetzt fing es an, richtig spannend zu werden. Denn in der 35. Minuten starteten die Moskitos ihre Aufholjagd. Ein scharfer Pass quer vor dem Tor und Thielsch schob in Überzahl ein. Aber die Indians hatten die passende Antwort parat. Es dauerte nur bis zur 37. Minute, da setzte Turnwald Dennis Arnold mit einem Sahne-Pass perfekt in Szene, der kam im richtigen Moment angeflogen und stellte mit dem 4:1 den alten Abstand wieder her. Aber auch Essen blieb nicht lange eine Antwort schuldig. Es war noch immer die 37. Minute, da machte Thielsch sein zweites Tor des Abends mit einigem Protest von Albrecht, der sich da behindert sah. Aber der Treffer zählte. Die Defensive der Indians, die zuvor noch glänzte, war jetzt etwas von der Rolle, so dass sich jetzt ein Spiel mit offenem Visier beider Teams entwickelte.

Die Drittelpause schien genau das gewesen zu sein, was die Moskitos gebraucht haben. Denn jetzt zeigte Essen endgültig seine Comeback-Qualitäten. Auch De Coste trug sich in die Liste der Doppeltorschützen ein. Quasi ohne jegliche vorherige Warnung tankte er sich in der 43. Minute zum Tor durch und hob den Puck zum 4:3 unter die Latte. Der Ausgleichstreffer kündigte sich schon etwas an. Ewig war ein Gewühl vor Albrechts Kasten, die Indians bekommen den Puck nicht weg und dann ist halt ein Schuss mal durch. De Coste in der 50. Minute zum 4:4. Aber auch die Indians hatten scheinbar etwas Comeback-Cola in der Drittelpause getrunken. Denn statt sich von dem überraschenden Ausgleich weiter verunsichern zu lassen, bliesen sie in der nächsten Überzahl direkt wieder zum Angriff. In der 51. Minute waren wir gerade mal 11 Sekunden im Powerplay, da brachte Valasek die Indians mit dem 5:4 aus kurzer Distanz wieder in Führung. Damit aber nicht genug, denn Fröhlich legte in der 55. Minute mit dem 6:4 nach. Viele Mannschaften hätten sich davon sicher nicht mehr erholt. Die Moskitos nahmen eine Auszeit, um die weitere Taktik zu besprechen – der Fahrplan war relativ klar: Alles nach vorne werfen und den Torwart zum Schluss vom Eis nehmen. Essens Goalie Staudt war gerade noch auf dem Weg zur Bank, da musste Albrecht schon hinter sich greifen, als Pelletier in der 59. Minute sein Team mit dem 6:5 nochmal ins Spiel brachte. Nun waren es die Indians, die die letzte Minute in einer Auszeit besprechen wollten. Da Essen noch immer zurück lag, blieb Staudt zu Gunsten eines sechsten Feldsspielers vom Eis. 17 Sekunden vor Ende der Partie und den nach der Dominanz im ersten Drittel schon beinahe eingeplanten drei Punkten, hatte Pfänder viel Zeit an der blauen Linie, schaute sich den perfekten Moment aus und Ziolkowski im Slot staubte noch ab und traf tatsächlich noch zum 6:6 Ausgleich. Alle Fans hüben wie drüben konnten es kaum fassen. Aber solche Geschichten schreibt nun mal das Eishockey und beide Teams hatten schon einen sicheren Punkt auf der Haben-Seite. Der noch übrige Punkt wurde dann in der Verlängerung vergeben – auch wenn sich der eine oder andere vermutlich gefragt hat „Warum nicht gleich so?“ In einem wunderschönen Spielzug spielten Pohanka, Bacek und Uusivirta einmal ums Tor herum, Pohanka zog aufs Tor und Bacek fälschte noch ab und sicherte seiner Mannschaft so den zweiten Punkt.

 Nach dem Spiel konnte man gar nicht sicher sagen, ob man sich jetzt über die zwei Punkte freuen sollte oder nicht – so oft ist das Spiel gekippt. Aber sicher ist, es sind zwei wichtige Punkte auf dem Weg der Meisterrunde. Die nächsten können dann schon am Freitag bei den Trappers aus Tilburg eingefahren werden, auch wenn das sicher alles andere als ein Selbstläufer wird. Spielbeginn ist im IJssportcentrum um 20 Uhr und ihr seid alle herzlich eingeladen, den Liveticker zu lesen, damit sich unsere weite Anfahrt auch lohnt. 🙂

 Heute mit Grüßen aus dem Wigwam

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 Zahlen und Fakten

 Tore:

1:0 Pohanka (Bacek, Hein) 04:47
2:0 Tramm (Pohl, Morczinietz) 19:31
3:0 Tramm (Turnwald, Schwab / Überzahl-Tor) 29:15
3:1 Thielsch (Pelletier, De Coste / Überzahl-Tor) 34:45
4:1 Arnold (Turnwald, Uusivirta) 36:24
4:2 Thielsch (De Coste, Pelletier) 36:56
4:3 De Coste (Thielsch, Ochmann) 42:38
4:4 De Coste (Hartmann, Pelletier) 49:31
5:4 Valasek (Tramm, Turnwald / Überzahl-Tor) 50:55
6:4 Fröhlich (Morczinietz, Schwab) 54:52
6:5 Pelletier (De Coste, Thielsch / Sechster Feldspieler) 58:34
6:6 Ziolkowski (Pfänder, Thielsch / Sechster Feldspieler) 59:43
7:6 Bacek (Uusivirta, Pohanka) 60:46   

 Strafen: Hannover Indians 8 Minuten – Moskitos Essen 8 Minuten

 Zuschauer: 2.018

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