Indians beenden Torflaute und sichern einen Punkt gegen Leipzig

Rund 90 Minuten kein Tor gegen Leipzig, das war die traurige Bilanz der letzten beiden Spiele. Nach der 2:0 Niederlage am Sonntag in Leipzig wollte sich der ECH eigentlich für die Niederlage revanchieren, was nur bedingt gelang. Das Spiel zeigte jedoch einige Parallelen zum „Hinspiel“. Turnwald war zum Glück wieder mit an Bord, jedoch mussten Uusivirta und Ledlin passen. Aber auch die Gäste konnten nicht auf alle Spieler zurückgreifen, so fiel zum Beispiel Leipzigs Leader Eichelkraut aus.
Noch im Freudentaumel über den Einzug der deutschen Eishockey-Herren bei Olympia wurde das Spiel angepfiffen. Allerdings hatten die Icefighters auf der Busfahrt wohl besser aufgepasst, denn sie übernahmen von Beginn an die Initiative. Schon in der 1. Minute kam Paavilainen zur ersten guten Chance für die Gäste. Wenig später setzten beide Teams ihre ersten Duftmarken. Nach einem Check von Zink gegen Pfennings, gab es ein massenweises Gerangel, nachdem Goller seinem Mannschaftskameraden zur Hilfe geeilt war. In der 7. Minute schoss Paavilainen mit einem satten Handgelenksschuss noch knapp links vorbei, aber eine Minute später machte Velecky genau da weiter, wo er am Sonntag aufgehört hatte. Mit einem Bauerntrick schoss der Doppeltorschütze vom Leipziger 2:0-Erfolg gegen den ECH in der 8. Minute zum 0:1 ein. Wie schon am Sonntag waren die Icefighters auch heute die klar spielbestimmende Mannschaft. Die Indians brauchten rund eine Viertelstunde, um aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachsen. Die letzten Minuten im ersten Drittel kamen sie zu den ersten guten Chancen des Spiels. Aber erst bekam Pfennings dicht am Torwart den Puck nicht an jenem vorbei, dann setzte Arnold sich zwar sehenswert durch, hatte gegen drei Gegenspieler aber keine Chance, auch Bacek und Pohanka mit der Doppelchance konnten Hoffmann nicht überwinden und drei Sekunden vor Ende fand ein Schlagschuss von Turnwald auch nicht ins Ziel.
Ebenso wie in Leipzig starteten die Indians mit einer Überzahl ins zweite Drittel und konnten sie auch dieses Mal nicht nutzen. In der 23. Minute hätte Velecky fast noch sein zweites Tor nachgelegt, aber das wären dann echt zu viele Parallelen gewesen… Trotz einer Doppelchance von Bacek, einem Versuch von Morczinietz und einer zweifachen Gefahr durch Paavilainen sollte dieses Drittel torlos bleiben. Die Indians zwar insgesamt wacher, aber nicht zwingend genug. Kurz Sorgen machen mussten wir uns in der 34. Minute noch um Nico Turnwald, der nach einem Check an der Bande lange liegen blieb. Sein Ausfall hätte uns jetzt gerade noch gefehlt. Aber etwas später stand er glücklicherweise wieder und die Indianer konnten wenig später in der Drittelpause regenerieren.
Ebenfalls mit einer Schrecksekunde startete der letzte Spielabschnitt. Auf offenem Eis prallten Pohanka und Schneider aneinander, gingen beide sofort zu Boden und hielten sich schmerzvoll das Knie. Das hätte echt übel ausgehen können, aber nach einer kurzen Pause konnten beide ihr Knie wieder belasten. Die Indians wurden jetzt zunehmend aktiver und kreierten sich Chancen. Goller und Arnold marschierten zwei auf eins in Richtung Leipzig-Tor, aber Hoffmann entschärfte den Schuss. Und nach einem Pass von Turnwald in den Slot wurde Morczinietz von seinem Gegenspieler mitsamt dessen eigenen Torhüter ins Tor geschoben. Leider ohne Puck. In der 50. Minute beendete Tobi Schwab in Überzahl endlich endlich endlich die kleine Torkrise der Indians mit dem 1:1. Der Ausgleichstreffer schien unseren Großstadtkriegern die Last von den Schultern genommen zu haben. Noch in der gleichen Minute zappelte das Netz wieder, aber Goller hatte nur von außen getroffen. Jetzt waren auch die Fans da, wo sie hingehören: hinter ihrer Mannschaft. Gemeinsam wollten Indians und Fans den Sieg erringen. Erst hielt Leipzigs Goalie einen Schuss von Turnwald, den Abpraller wollte Pfennings verwerten, wurde aber gelegt. Die hier ausbleibende Strafe folgte aber eine Minute später. Jedoch waren die Gäste dem Tor trotz Unterzahl näher. In der 58. Minute hatten sie gleich eine dreifache Chance, aber Albrecht rettete in höchster Not. Nun ging es hin und her und wirklich jedes Team hätte den nächsten Treffer machen können. Machten aber beide nicht. Das war echt ein hart verdienter Punkt in einem Kampf- und Krampfspiel.
In der Verlängerung musste Leipzigs Weber wegen Stockschlags für zwei Minuten pausieren. Den Rest kann man schon unter „Pleiten, Pech und Pannen“ verbuchen. Erst brach Pohanka beim Schuss aus aussichtsreicher Position der Schläger, dann wurde ein Indians-Tor wegen hohen Stocks nicht anerkannt und nach einem tollen Querpass von Hein auf Valasek traf dieser nur den Pfosten (oder Hoffmann war gerade noch dran).
Also ging das Spiel in die maximale Distanz – das Penaltyschießen. Hier gab es für uns nicht viel zu holen. Die Icefighters starteten. Mit etwas gewöhnungsbedürftigen Penalties, aber Erfolg gibt einem ja Recht. Denn Paavilainen fuhr Schlangenlinien, Velecky im Schneckentempo, aber beide machten ihn rein. Bei den Indians scheiterten Schwab und Hein, sodass ein dritter Schütze gar nicht mehr antreten musste.
Ein Sieg und die damit verbundenen drei Punkte hätte uns hier echt gutgetan. Aber zumindest blieb ein Punkt am Pferdeturm, der vielleicht am Ende der Meisterrunde noch wichtig sein kann. Drei Spiele stehen jetzt noch aus. Bevor Tilburg bei uns zu Gast geht und es am letzten Spieltag nach Duisburg geht, führt uns der Weg am kommenden Sonntag zu den Moskitos aus Essen. Anpfiff ist um 18.30 Uhr und wir freuen uns, wenn ihr wieder am Liveticker mit uns und unseren Jungs mitfiebert.
Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
0:1 Velecky (Schneider) 07:58
1:1 Schwab (Morczinietz, Turnwald / Überzahl-Tor) 49:13
1:2 Paavilainen (Penaltyschießen) 65:00
Strafen: Hannover Indians 6 Minuten – EXA Icefighters Leipzig 12 Minuten
Zuschauer: 2.749