Erstes Gastspiel im Süden endet mit 0:3-Niederlage

Die heiße Phase der Saison hat begonnen – die Playoffs stehen an. Im Gegensatz zum letzten Jahr gibt es gleich zu Beginn ein Aufeinandertreffen eines Teams aus dem Norden mit einem aus dem Süden. Unsere Indians müssen nun gegen die Starbulls aus Rosenheim, die nach der Meisterrunde auf dem zweiten Platz standen, während der Saison aber auch öfters an der Tabellenspitze zu finden waren. Sicher kein einfaches Los, aber der ECH hat ja schon in der Vergangenheit bewiesen, dass in den Ausscheidungsduellen so einiges passieren kann.
Nach der rund 700 Kilometer langen Anreise setzten die Indians also erstmals seit langer Zeit wieder einen Fuß (oder besser gesagt, eine Kufe)  auf das Eis des emilo-Stadions, das wir noch als Kathrein-Stadion kannten. Lenny Soccio konnte auf alle seine Spieler zurückgreifen, auch Florian Kraus war als Unterstützung aus Kassel dabei. Rosenheim startete gleich nach wenigen Sekunden mit einer guten Chance, aber Albrecht war von Beginn an hellwach. Im Gegenzug Fröhlich für Hannover, verfehlte aber das Tor um wenige Zentimeter. Dass es sich um Playoffs handelte, musste man beiden Teams nicht erzählen. Von Anfang an spielten beide Mannschaften mit körperlichem Einsatz. Waren die Indians anfangs noch ein wenig stärker, zogen die Starbulls das Tempo in den letzten Minuten etwas an, aber der ECH überstand auch eine stark gespielte Überzahl der Hausherren, bis auf einen Pfostentreffer, schadlos. Die 2.674 Zuschauer, darunter rund 100 aus Hannover, sahen zwar ein torloses, aber bei weitem nicht langweiliges Drittel.
Langweiliger wurde auch das zweite Drittel nicht. Chancen hüben wie drüben. Ein abgefälschter Puck schlug sogar direkt neben uns auf der Tickerbank ein. So nah beim Spiel dabei waren wir auch selten… Während die Starbulls zunehmend das Heft zunehmend in die Hand nahmen, verlagerten sich die Indians zunehmend auf konzentrierte Defensiv-Arbeit und schnelle Konter. In der 30. Minute scheiterte Morczinietz bei einem davon mit seinem Rückhandschuss nur knapp und im Gegenzug versenkte dann Vollmayer nach einer glanzvollen Einzelaktion den Puck mit seinem eigenen Rebound im Hannover-Tor zum 1:0. Aus einer Überzahl wegen unkorrekter Schlägerübergabe wenig später konnten die Indians leider nicht viel machen. Einer der beiden neuverpflichteten Ausländer von Rosenheim, Vitezslav Bilek, zeigte kurz darauf, wofür man ihn geholt hatte: zum Tore schießen. In der 37. Minute hatte der erfahrene Tscheche viel Zeit und Geduld, wartete auf den richtigen Moment und schob ein. Kleine Randnotiz: Kurz vor Transferschluss hatten die Starbulls noch zugeschlagen und zu ihren beiden Finnen noch besagten Tschechen und einen jungen Kanadier verpflichtet. Luxusprobleme. Wobei ich trotz intensiver Suche nicht rausgefunden habe, was mit dem Finnen Nättinen passiert ist, der gefühlt kommentarlos von der Rosenheimer Teamseite gelöscht wurde und Ende Januar fast zeitgleich mit den beiden Neuzugängen sein letztes Spiel bestritt. Sherlock, übernehmen Sie… Aber zurück zum Spiel. Die Führung für Rosenheim ging insgesamt in Ordnung, auch wenn sich der ECH sicher auch einen Treffer verdient hätte. So ging es also in die Drittelpause, die ich nutzte, um festzustellen, dass es keine offizielle Strafe wegen „unkorrekter Schlägerübergabe“ gibt und dies beim DEB lieblos als „Sonstiges“ geführt wird.
Zu Beginn des Drittels taten sich beide Mannschaften mit Offensiv-Akzenten etwas schwer und neutralisierten sich weitestgehend gegenseitig. Ihre erste (und einzige) richtig gefährliche Torchance nutze Rosenheim dann jedoch in der 55. Minute. Wieder war es Bilek, der den Pass kurz vor dem Tor auf den Schläger serviert bekam und mit Hilfe des Innenpfostens das 3:0 markierte. Kurz darauf drohte die Stimmung etwas zu kippen. Nach einem Bandencheck von Pohanka wurde er selbst plötzlich zum Gejagten, nachdem er sich nach einem Zusammenprall mit Starbulls-Kapitän Draxinger im zweiten Drittel schon wenig Freunde im Stadion gemacht hatte. Eine kleine Strafe auf beiden Seiten beruhigte die Gemüter dann wieder. Gute drei Minuten vor Schluss musste Rosenheim dann noch eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis hinnehmen und die Indians nahmen kurz darauf eine Auszeit, um die weitere Taktik zu besprechen. Ansage war klar: wir geben nochmal alles. So ging Albrecht zu Gunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, dass die Indians mit 5 gegen 3 in Überzahl waren. Der ECH feuerte aus allen Lagen, mehr geschossen wird wohl nur beim Biathlon. Aber egal, was die Indianer auch machten, der Puck wollte einfach nicht über die Linie gehen.
Insgesamt geht der Sieg für Rosenheim sicher in Ordnung, wenn er aber über das spannende Spielgeschehen auf dem Eis etwas hinwegtäuscht. So führen die Bayern also mit 1:0 in der Best-of-Five-Serie. Aber am Sonntag kommen die Starbulls dann zu Spiel zwei an den Turm. Wenn die Indians mit ihrer Chancenverwertung etwas weniger hadern würden, ist da auf jeden Fall einiges drin. Wir haben trotz 3:0-Niederlage schon mal eine gute Visitenkarte hinterlassen. Und wir werden sehen, wie das Duell auf heimischem Eis ausgeht… Wir sehen uns zur nächsten Playoff-Partie Indians gegen Rosenheim am Sonntag um 19 Uhr am Pferdeturm.
Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland
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Zahlen und Fakten
Tore:
1:0 Vollmayer (ohne Assist) 29:19
2:0 Bilek (Daxlberger) 36:19
3:0 Bilek (Fröhlich, Bergmann) 54:13
Strafen: Starbulls Rosenheim 6 Minuten – Hannover Indians 6 Minuten
Zuschauer: 2.674