Einstündige Drittelpause und Auswärtssieg in Leipzig

Nach einem spielfreien Freitag konnten unsere Indians die Strapazen des letzten Derbys gut verarbeiten und mit neuer Frische bei den Icefighters aus Leipzig angreifen. Allerdings war Hannover ohne Morczinietz und Ledlin angereist, da beide angeschlagen ausfielen. Somit war der Sturm etwas dünn besetzt. Jedoch gab es noch drei vollständige Reihen.
Den Beginn ins Spiel verpennte der ECH allerdings ziemlich. Nach gerade mal einer Minute machte Hildebrand für die Icefighters schon das 1:0, mit einem schönen Pass in den Slot aus unseren eigenen Reihen. Das stand sicher nicht auf dem Gameplan. Nun hieß es also, dem Rückstand hinterherzulaufen. Da gestalteten die Indians gut und störten das Spiel von Leipzig, jedoch machten es ihnen einige Strafzeiten schwer, offensiv selbst ins Spiel zu kommen. In der 12. Minute stoppte Tramm seinen Gegenspieler mit einem Open Ice-Hit, der diesen ordentlich durch die Luft segeln ließ. Der eher pedantisch pfeifende Schiedsrichter entschied nach längerer Beratung auf eine Spieldauerdisziplinarstrafe wegen unkorrekten Körperangriffs. Die Reihen der Indianer lichteten sich also weiter. Aber das Unterzahlspiel war wie eine Bank, so dass Leipzig keinen Treffer mehr markieren konnte. Auch nicht ganz unbeteiligt daran, wie schon zuletzt: ECH-Goalie Sebastian Albrecht. Die nächste ungewöhnliche Unterbrechung kam dann in der 18. Minute. Einer der Linesmen bekam den Puck direkt ans Ohr und bracht in sich zusammen. Er wurde dann zur Untersuchung in die Kabine gebracht und die Drittelpause wurde bei noch 2:11 auf der Uhr vorgezogen. Das eigentlich Spannende startete allerdings erst jetzt. Denn wie sich herausstellte, konnte der Linesman nicht zurück aufs Eis. Und die Frage stellte sich: Wie geht es nun weiter? Zu zweit weitermachen war keine Option, also ein Ersatz musste her. Oder sollte es sogar einen Spielabbruch geben?
 Nach ziemlich genau einer Stunde hatte sich dann alles geklärt. Ein Ersatz konnte kurzfristig rekrutiert werden und das zweite – oder der Rest des ersten Drittels – konnte nach einem 5-minütigen Warm-Up angepfiffen werden. Die unfreiwillige Pause hatte etwas den Drive aus der Partie genommen. Das Spiel war zeitweilig doch etwas verfahren. Insgesamt schien der ECH das etwas besser verkraften zu können als Leipzig und übernahm zunehmend die Initiative. Und wurden in der 37. Minute endlich für die Mühen belohnt. In Überzahl zog Turnwald einfach mal ab und schweißte den Puck zum 1:1 in den Winkel.
 Im letzten Drittel durften wir uns also noch aus Spannung, Spiel und (keine) Schokolade freuen. Die Indians starteten noch mit Überzahl ins Drittel, konnten sich aber nicht in Führung bringen. Die Partie stand jetzt auf Messers Schneide. Man hatte das Gefühl, das nächste Tor würde das Spiel entscheiden. Umso ungünstiger dann eine Strafe gegen Hein in der 50. Minute. Aber ich kann es einfach nicht anders sagen: unser Unterzahlspiel war heute so geil, dass wir auch da einfach Mal ein Tor machen. Pfennings und Pohanka im Doppelpack waren auf und davon, hatten nur noch einen Verteidiger vor sich, Pfennings spielte quer und Pohanka versenkte den Puck in Unterzahl zur 1:2 Führung. Jetzt war guter Rat teuer. Einmal für die Icefighters, wie sie jetzt ausgleichen wollten und für die Indians, wie sie die letzten acht Minuten fast dauerhaft in Unterzahl überstehen sollten. Leipzig nahm zum Schluss noch den Torwart vom Eis, aber der ECH warf sich entschlossen in jeden Schuss oder Zweikampf der nur zu kriegen war. Genau 6 Sekunden vor Schluss war es dann Igor Bacek, der zuletzt noch auf der Strafbank Luft holen konnte, der letztendlich das erlösende 1:3 empty Net machte.
 Freudestrahlende Gesichter und laute Party-Musik aus der Kabine begleiteten uns dann hinaus zum Parkplatz. Mit den drei Punkten im Gepäck ging es dann zurück auf die Autobahn in Richtung Heimat. Und weil es so schön war, fahren wir Freitag wieder in Richtung Osten. Dann treffen unsere Indians auf die Saale Bulls Halle. So viel darf man schon sagen: die Überraschungsmannschaft der Meisterrunde. Denn die Hallenser haben eine beeindruckende Bilanz vorzuweisen und auch mit dem 0:3 am Pferdeturm eine ordentliche Visitenkarte abgegeben. Wir halten euch im Liveticker wie immer auf dem Laufenden, wenn es um 20 Uhr im Sparkassen Eisdom wieder um Punkte geht.
Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
 Zahlen und Fakten
 Tore:
 1:0 Hildebrand (ohne Assist) 01:02
1:1 Turnwald (Schwab, Pohanka / Überzahl-Tor) 36:45
1:2 Pohanka (Pfennings / Unterzahl-Tor) 49:36
1:3 Bacek (??) 59:54
 Strafen: ECA Icefighters Leipzig 14 Minuten – Hannover Indians 43 Minuten
 Zuschauer: k.A.