„Duell unter Freunden“ bringt Indians zwei Punkte

Als „Duell unter Freunden“ wurde das Aufeinandertreffen der Saale Bulls und den Hannover Indians in ganz Halle beworben. Spätestens seit der legendären Sonderzug-Fahrt „Alle nach Halle“ sind die Fans in Freundschaft verbunden. Auf dem Eis sollte sich jedoch nichts geschenkt werden. Die Hallenser waren am letzten Spieltag der Hauptrunde gerade so als Siebter in die Meisterrunde gerutscht, hatten sich jetzt aber mit einem tollen Lauf bis auf Platz zwei vorgespielt. Dementsprechend sollte es kein Selbstläufer werden, hier zu punkten. Denn bereits im Hinspiel am Pferdeturm hatten die Saale Bulls den Großstadtindianern mit 0:3 eine Lehrstunde erteilt. Personell mussten wir auf den gesperrten Tramm und den weiter angeschlagenen Morczinietz verzichten, aber zumindest war Ledlin wieder mit im Aufgebot.

Noch bevor die Partie angepfiffen wurde, gab es einige Highlights zu sehen. Die zahlreich angereisten Indians-Fans hatten eine Choreo vorbereitet, um ihr Team anzufeuern und im Hallenser Block war ein großes Spruchband mit der Aufschrift „Wenn Eishockey zur Nebensache wird: Freundschaftliche Grüße zum 20. Geburtstag! Ein fröhliches Pow-Wow!“ zu sehen. Die letzten Fans hatten gerade erst ihre Plätze bezogen, da klingelte es auch schon im Kasten der Hannover Indians. Gerade einmal 10 Sekunden hatte Maximilian Spöttel gebraucht, um mit dem ersten Angriff seine Mannschaft mit dem 1:0 in Führung zu bringen. Na das ging ja gut los. Mit Erinnerung an die Heim-Niederlage konnte man schon fast Schlimmes erwarten. Aber wenn wir uns an das vorherige Auswärtsspiel erinnern, ging es in Leipzig ähnlich zu. Und tatsächlich sollten sich noch weitere Parallelen auftun. Denn insgesamt hatte Halle im ersten Drittel mehr vom Spiel, aber die Indians nahmen den Kampf an und verhinderten einen weiteren Treffer. Lediglich die zuletzt noch vielen Strafzeiten blieben heute aus. Wobei das meines Erachtens fast mehr am Schiri als an den beteiligten Mannschaften lag.

Was auch immer Soccio seinen Mannen in der Drittelpause mit auf den Weg gegeben hatte: es wirkte. Denn jetzt nahm Hannover hier zunehmend das Heft in die Hand. Erst ging Baceks Schuss noch an die Latte, aber in der 31. war es dann endlich soweit und Roman Pfennings belohnt sich und sein Team mit dem 1:1 Anschlusstreffer, als er einen Schuss von Turnwald von der blauen Linie noch abfälschte. Inzwischen hatte sich ein richtig munteres Spiel entwickelt, das auch dem neutralen Eishockey-Fan gefallen haben dürfte. Beide Teams zeigten viel Einsatz und kreierten sich torgefährliche Szenen. Lediglich ein Treffer sollte ausbleiben.

Im letzten Drittel ging es also spannend weiter. Doch machen wir es kurz: ein Sieger sollte in der regulären Spielzeit nicht ermittelt werden. Halle kam immer wieder brandgefährlich vor das Tor von Albrecht, aber die Indians waren insgesamt etwas näher dran, die Partie schon jetzt zu entscheiden. Aber vor der Partie hatte ich gesagt: wenn wir hier einen Punkt holen, bin ich absolut zufrieden. Ziel also schon mal erfüllt.

Aber jetzt wollte ich auch mehr… Mit drei gegen drei, wie es inzwischen in der Verlängerung üblich ist, ging es also weiter. Die Historie sollte etwas Mut machen. Denn das erste Gastspiel in Halle in der Hauptrunde ging ebenfalls in der Verlängerung an die Indians, wo das einzige Tor den 0:1 Sieg brachte. Damals traf Morczinietz nach 46 Sekunden. Dieses Mal mussten sich die Indians-Fans etwas länger gedulden. Knapp eine Minute vor Ende der Verlängerung nahm Soccio eine Auszeit, um die letzten Sekunden mit seinem Team zu besprechen. Und es sollte fruchten: Erst schoss Pohanka noch Zentimeter über das Tor, aber im nächsten Angriff setzte Pfennings erneut an, stand frei vor dem Tor und versenkte in der 65. Minute den 1:2 Siegtreffer im Kasten von Beech. So kann’s gehen: Halle hatte während des ganzen Spiels nicht eine Sekunde zurückgelegen und verliert dann doch das Spiel.

Als nächstes steht dann an diesem Sonntag wieder einmal das Derby an. Los geht es zu ungewohnter Zeit schon um 14.30 Uhr am Pferdeturm. Dann mal alle Daumendrücken!

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Spöttel (May, Pietsch) 00:10
1:1 Pfennings (Turnwald, Uusivirta) 30:02
1:2 Pfennings (Pohanka) 64:24   

Strafen: MEC Halle 04 4 Minuten – Hannover Indians 6 Minuten

Zuschauer: 1.334