Drei Punkte gegen Duisburg im Kampf ums Heimrecht

Am Sonntag ging es am Pferdeturm echt tierisch zu. Nicht nur, weil die Füchse aus Duisburg zum nächsten Kräftemessen angereist waren, sondern auch, weil der Erlebnis-Zoo Hannover Partner des Spieltages war. Tierisch schwer einzuschätzen war es auch, wie sich Duisburg präsentieren würde. Denn nach einer 6:2 Führung hatten sie zuvor noch ihr Derby gegen Essen mit 6:8 verloren. Außerdem war Petrozza, der erst im Dezember das Amt als Headcoach übernommen hatte, schon wieder passé und Reemt Pyka übernahm die Position zum zweiten Mal als Feuerwehrmann. Trotz als Reaktion? Verunsicherung? Motivation? Alles war möglich.

Allerdings kümmerten sich die Indians eher um sich. Nach einem traumhaften Pass von Bacek, der fast wie eine Bananenflanke aussah, fackelte Pfennigs nicht lange und brachte sein Team schon in der 4. Minute mit 1:0 in Führung. Um mir zukünftige Ausführungen sparen zu können, werde ich die Skepsis aller Anwesenden bezüglich der Pfeifgewohnheiten des Schiedsrichters jetzt mal äußern. Denn irgendwie pfiff er alles, was nichts war und alles, was etwas war, nicht. Aber wir wollen ja keine schlechten Gewinner sein… Wo wir das erledigt haben, können wir zurück zum Spiel kommen. Denn das hatte einiges zu bieten. Denn Nico Turnwald legte mit dem toll herausgespielten 2:0, auf das auch Lionel Messi neidisch gewesen wäre, in der 10. Minute nach. Wir freuten uns schon auf eine echte Gala-Vorstellung unserer Indianer, allerdings wollten die Füchse da auch noch ein Wörtchen mitreden. Mit etwas mehr Glück als Verstand und einer unglücklichen Fehlerkette des ECH rutsche Albrecht ein Schuss von Habermann in der 13. Minute durch die Beine und Duisburg verkürzte auf 2:1. Allerdings brachte der Treffer die Gäste nicht vollkommen in die Spur zurück. Gut vier Minuten vor Drittelende fiel ein abgewehrter Schuss von Bacek hinter dem Rücken von Duisburgs Goalie runter und prallte von Pfennings Oberkörper ab, der mit Duisburger Begleitung direkt am Tor stand und rutschte über die Torlinie. Allerdings zeigte Hauptschiedsrichter Sogusku nichts an, da er sich zuerst mit seinen Linesmen beraten wollte. Das Tor wurde nach einem kurzen Kaffeeklatsch nicht gegeben, da es mit dem Schlittschuh erzielt worden sei. Auf der Tribüne waren wir uns relativ einig, dass man zwar über Torraumabseits nachdenken konnte, aber nicht über Schlittschuhtor. Statt des Ausbaus der Führung kam dann in der 19. Minute der Ausgleichstreffer. Joly kommt etwas zu leicht durch und trifft noch irgendwie im Fallen ins Tor. So ging es also nach einem wo grandiosen Start etwas überraschend mit 2:2 in die Kabine.

Der zweite Spielabschnitt startete für unsere Indians nicht gerade vielversprechend. Ein Alleingang von Joly wurde aus unserer Sicht perfekt verteidigt, nachdem Bovenschen ihm mit einem Diver noch den Puck vom Schläger spitzelte, Joly danach aber ins Stolpern kam. Unverständliche Entscheidung: Penalty für Duisburg. Allerdings konnte Albrecht den Strafschuss entschärfen. Mathis im Füchse-Tor hatte in der 23. Minute nicht so viel Glück. Uusivirta nutzte eine Lücke und die versperrte Sicht des Torhüters für einen Schuss von der Blauen und brachte Hannover mit dem 3:2 Überzahl-Treffer erneut in Führung. Den Rest des Drittels hätte echt alles passieren können. Tat es aber nicht. Denn es blieb bei der knappen Führung.

Auch im dritten Drittel wechselten sich Hoffnung und Sorge regelmäßig ab, weil jede der beiden Mannschaften den nächsten Treffer hätten erzielen können. In der 49. Minute war Luftanhalten angesagt, denn Grötzinger hätte fast wieder egalisiert und schoss nur um Zentimeter zu hoch. Duisburg drehte jetzt langsam auf. Sollte die Partie wie schon das letzte Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten am Turm in die Verlängerung gehen? Auf diese rhetorische Frage gibt es tatsächlich eine Antwort: nein. Denn in der 56. Minute trieb Valasek mit einem schnellen Angriff den Puck über rechts ins Füchse-Drittel und bediente den mitgelaufenen Arnold, der im Slot einen Schritt schneller war als sein Gegenspieler und so zum 4:2 einschieben konnte. Kurz vor Ende der Partie nahm Duisburg noch den Torwart vom Eis, aber der ECH war näher dran am Tor. Pohanka traf aus der Drehung beinahe von der eigenen Torlinie aus aber knapp am Tor vorbei.

 Das war ein wirklich hart erkämpfter Sieg und drei enorm wichtige Punkte beim Kampf um Platz 4 und somit dem Heimrecht in den Playoffs. Die Füchse liegen zwar noch immer auf Platz 4, aber Leipzig dahinter und die Indians auf dem 6. Rang sind beide punktgleich. Und auch Essen auf Platz 7 ist nur drei Punkte zurück. Das verspricht also ordentlich Spannung in den letzten Spieltagen der Meisterrunde. Die nächsten Big Points könnten unsere Indians dann beim Heimspiel am Freitag ab 20 Uhr einfahren, wenn das nächste und voraussichtlich auch letzte Derby der Saison ansteht.

 Heute mit Grüßen aus dem Wigwam

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 Zahlen und Fakten

 Tore:

 1:0 Pfennings (Pohanka, Bacek) 03:36
2:0 Turnwald (Pfennings, Pohanka) 09:15
2:1 Habermann (Barta, Krämer) 12:38
2:2 Joly (Huebscher, Nägele) 18:41
3:2 Uusivirta (Pohanka, Morczinietz / Überzahl-Tor) 22:57
4:2 Arnold (Valasek, Hein) 55:25   

 Strafen: Hannover Indians 4 Minuten – Füchse Duisburg 6 Minuten

 Zuschauer: 1.914

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