Sieg in Braunlage

Winterwunderland im Harz, das zog am Sonntag auch zahlreiche Indianer an. Wenn auch weniger zum Skifahren oder Rodeln, sondern vielmehr, um ihre Mannschaft beim Spiel gegen die Harzer Falken zu unterstützen. Na und vielleicht für die eine oder andere Schneeballschlacht. Größtes Problem waren für die Eishockey-Fans nicht widrige Straßenverhältnisse, eher die Parkplatzsituation. Denn scheinbar hatte alles, was zwei Beine hat, den Weg an der Wurmberg gefunden, um eben doch Ski und Schlitten zu fahren. Merkte man auch im Stadion. Mit gut 600 Zuschauern fanden nur etwas mehr als die Hälfte als noch beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten den Weg ins Stadion.

 

Nach dem erst kürzlichen Schlagabtausch am Freitag hatten die Falken eine doch etwas größere Veränderung vorgenommen. Statt Fritz-Philipp Hessel (der zuletzt mit einer Leistenverletzung zu kämpfen hatte) hütete Jannis Ersel das Tor, der in der laufenden Saison bisher vier Einsätze (zwei Siege, zwei Niederlagen) vorzuweisen hatte. Für Tobias Schwab war es heute sicher ein ganz besonderes Spiel, hatte er doch bis vor kurzem noch für Braunlage seine Schlittschuhe geschnürt. Vergessen hatten ihn die Fans scheinbar nicht und begrüßten ihn mit einem gellenden Pfeifkonzert.

 

Es sollte ein etwas anderes Spiel als noch am Freitag sein, in dem das Spiel nach dem ersten Drittel schon beinahe entschieden war. Es waren zwar wieder die Hannoveraner, die in der 8. Minute durch Hein in Führung gingen, jedoch sollte es das einzige Tor des Drittels bleiben. Aber nicht wegen mangelnder Chancen. Denn besonders im ersten Spielabschnitt war es ein munteres Spiel mit schön herausgespielten Chancen auf beiden Seiten.

 

Den besseren Beginn im zweiten Drittel erwischten dann jedoch die Hausherren. Quaile tanzt sich durch die etwas wacklige Defensive und im Anschluss bekommt der ECH den Puck nicht mehr weg. Deske zum ersten, zum zweiten, Pfosten und letztendlich versenkt McGrath den Puck zum 1:1. In der 38. Minute belohnte sich dann auch unsere Parade-Reihe um Pohanka, Baier und Schwab endlich mit einem Tor. Schwab sieht Baier am kurzen Pfosten, der wiederum zurück auf Pohanka passt und der lässt Ersel keine Chance und netzte zum 1:2 ein. Das recht intensive Spiel kam bisher ohne große Strafzeiten aus, Ihr merkt schon – bisher… Denn in der 39. Minute rappelte es mal ordentlich im Karton. Zuerst ein scheppernder Bandencheck von Peleikis und R. Wittmann kommt direkt zur Prügelei gerannt. Hätte man eigentlich den anderen Wittmann noch erwartet, ergänzten dieses Mal Quaile, McGrath und Finkel. Da wurde es dann wegen unnötiger Härte gleich richtig kuschlig auf der Strafbank. Kann bei Minusgraden ja auch nicht ganz verkehrt sein. Letztlich bescherte die Auseinandersetzung den Indians eine 4-minütige Überzahl, woraus diese leider kein Kapital schlagen konnten.

 

Auch das letzte Drittel versprach mit dem hauchdünnen Vorsprung natürlich nochmal spannend zu werden. Besonders unsere erste Reihe drängte auf einen weiteren Treffer, der diese Zitterpartie beenden sollte. Die Falken testeten Deske weitestgehend mit Distanzschüssen, die unser Keeper aber alle entschärfen konnte. Mit einer Strafe gegen Valasek in der 56. Minute kam nochmal zusätzlich Brisanz in die Partie. In der 58. Minute schon eine Schrecksekunde für alle ECH-Fans, als einer der Falken nach Gewühl vor Deske jubelnd abdrehte. Jedoch entschied der Schiri auf kein Tor. Noch zwei Minuten mit Nägel kauen verbracht und das Spiel war zu Ende. Für die Indians ging es mal wieder zurück zum Minimalismus und mit drei Punkten im Gepäck nach Hause. Einen Eintrag ins Klassenbuch gab es dann noch für R. Wittmann, der sich beim Handshake nicht ganz unter Kontrolle hatte und noch mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe wegen unnötiger Härte bedacht wurde.

 

Mit diesem Sieg am Wurmberg bleiben unsere Indians also weiter ungeschlagen in der Qualifikationsrunde. Am Freitag steht dann die Partie bei den Preussen Berlin an, wo wir euch natürlich wieder im Liveticker auf dem Laufenden halten werden.

 

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 

Zahlen und Fakten

 

Tore:

 

0:1 Hein (Gosdeck, Gibbons) 7:21
1:1 McGrath (Quaile) 22:51
1:2 Pohanka (Baier, Bovenschen) 37:39

 

Strafen: EC Harzer Falken 37 Minuten – Hannover Indians 10 Minuten

 

Zuschauer: 618

 

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