Indians unterliegen Tölz in der Verlängerung

Die Sommerpause ist verschoben! In den Süden ging es für das Team der Hannover Indians aber dennoch. Und zwar zu Spiel eins der Viertelfinal-Serie gegen die Tölzer Löwen. Der Verein dürfte einigen noch aus vergangenen Zweitliga-Zeiten bekannt sein. Und wie schon früher: Tölz ist immer eine Reise Wert. Und das nicht nur landschaftlich, sondern auch spielerisch. Denn mit einer leidenschaftlichen Leistung konnten die Indians die hochfavorisierten Tölzer an den Rand einer Niederlage bringen. Ein mageres Tor in der Verlängerung brachte den Oberbayern dann aber doch noch den Sieg.

Beinahe schon zur Gewohnheit geworden, fielen Peleikis gesperrt und Baier verletzt aus. Das Tor hütete erneut der Mann mit den sieben Händen, Mirko Pantkowski. Hatte Herne zuletzt noch mit ihrem relativ kleinen Kader zum Ende hin etwas Schwierigkeiten gehabt, drohte dies den Löwen nicht. 21 Mann standen auf dem Spielbericht, also fast volles Haus. Die 2.459 Zuschauer sahen einen fulminanten Start der Hausherren, schon früh setzten sie die weit angereisten Hannoveraner unter Druck. Schon zwei dicke Chancen in den ersten zwei Minuten, aber Pantkowski rettete zweimal riesig. Und auch im weiteren Verkauf des ersten Drittels drückte der 18-Jährige dem Spiel seinen Stempel auf und brachte die Tölzer Offensive schier zur Verzweiflung. Aber auch der ECH hatte einige aussichtsreiche Chancen vorzuweisen. In Überzahl landete der Puck nach Schüssen von Schwab und Gosdeck nur knapp neben dem Tor. Etwas Unmut gab es in der 10. Minute im Indianerlager als Valasek nach einem Bandencheck mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Eis liegen blieb und der Schiedsrichter lediglich eine 2-Minuten-Strafe gab. In der 18. Minute hätte Pohanka seine Mannschaft etwas entgegen dem Spielverlauf sogar fast in Führung bringen können, traf allerdings aus der Drehung nur den Pfosten.

Mit 26 Sekunden in Unterzahl startete Hannover ins zweite Drittel. Bei gleicher Zahl war es jedoch ein Spiel auf Augenhöhe und kaum komplett, gab es wieder Hannoveraner Torszenen zu sehen. Jedoch blieb es nicht lange bei 5 gegen 5. Insgesamt sieben Strafen am Stück gab es in den Dritteln eins und zwei für unseren ECH, bevor dann mal wieder ein Tölzer auf die Büßerbank musste. Eine übrigens sogar wegen unkorrektem Anspiel – ich glaub, das hab ich in meiner Eishockey-Karriere auch erst einmal gesehen. Wegen einer der Strafen gab es in der 34. Minute dieses Mal Unruhe im Löwenkäfig. Denn nach einem Check von Pohanka forderte das Publikum eine große Strafe, aber auch hier – wie schon im ersten Drittel seitenverkehrt – blieb es bei einer 2-Minuten-Strafe. Apropos bleiben: auch torlos blieb das Spiel, was nicht zuletzt den beiden starken Torhütern zu verdanken war.

Im dritten Drittel drehte Tölz nochmal richtig auf. Ein Angriff nach dem nächsten rollte auf das Indians-Tor zu und die Defensive hatte alle Hände voll zu tun, den wütenden Angriffen der Löwen Herr zu werden. Offensiv ging es in der 54. Minute nochmal richtig zur Sache, als gleich zwei Tölzer auf der Strafbank saßen und die Indians rund eine Minute mit 5 gegen 3 spielten. Größte Chance (oder Chancen) sicher die Dreifach- oder Vierfach-Chance (gefühlte 18-fach-Chance) von Schwab, der beinahe wie beim Flipper-Automat ein ums andere Mal aufs Tor schoss, der Puck immer wieder bei ihm landete, aber letztendlich nicht den Weg ins Tor fand. Gerade mal eine Minute vor Schluss schien der Traum vom Auswärtssieg beendet zu sein. Die Löwen jubelten schon, aber der Schiedsrichter signalisierte unmittelbar: kein Tor. Und so ging es in dieser unfassbar spannenden Partie also in die Verlängerung. Auch für die rund 100 sangesstarken Indians-Fans, die wie ein Mann hinter ihrem Team standen und gerade in dieser Phase dauerhaft sangen. Großes Kino!

Nun also Overtime. Die Spannung war zum Greifen nah. Gute vier Minuten lang. Denn dann viel es doch noch: das erste Tor der Partie. Ein abgefälschter Schuss aus der Ecke konnte diesen herausragenden Pantkowski dann doch noch überwinden. Somit steht es also letztendlich 1:0 – im Spiel und in der Serie.

Mit einer enormen kämpferischen Leistung haben die EC Hannover Indians die Tölzer Löwen beinahe niedergerungen. Und man darf nicht vergessen: Die Indians waren Neunter. In der Oberliga Nord. Und sind nur durch die Pre-Playoffs in die Playoffs reingerutscht. Und jetzt hauen sie erst den Sieger der Oberliga Nord raus und schaffen beinahe die Sensation in der Hacker-Pschorr-Arena und bringen den verbleibend Besten an den Rand einer Niederlage. Die Messe ist hier also noch lange nicht gelesen. Ich hab richtig Bock auf Hockey! Wir sehen uns also zu Spiel zwei am Sonntag um 19 Uhr. Seid pünktlich und laut!

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Kornelli (Kolacny, Horschel) 64:21

Strafen: Tölzer Löwen 14 Minuten – Hannover Indians 18 Minuten

Zuschauer: 2.459

Der Mann mit den sieben Händen: Mirko Pantkowski

 

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