Indians haben Tilburg nichts entgegenzusetzen

Manchmal ist Eishockey richtig geil und manchmal – eben nicht. So ein Spiel war es leider auch am Sonntag als unsere Indians bei den Tilburg Trappers zu Besuch waren. Die zu Hause noch ungeschlagenen Trappers machten mit den Punkteträumen der Indianer relativ kurzen Prozess.

Der Beginn war noch relativ auf Augenhöhe, aber nachdem Collier für die Trappers bereits in der 2. Minute das 1:0 erzielte, spielten uns die Hausherren regelrecht an die Wand. Folgerichtig machte de Hondt in der 9. Minute im Nachschuss das 2:0. Im ersten Überzahl-Spiel der Partie in der 11. Minute hatte der ECH die besten Chancen, den Anschluss-Treffer zu erzielen. Ich kam schon kaum mit dem Zählen hinterher – allein in dieser Überzahl waren es acht aussichtsreiche Chancen. Aber die Scheibe wollte einfach nicht ihren Weg über die Linie finden.

Im zweiten Drittel ging es noch schneller als im ersten. Wir hatten kaum Platz genommen, da klingelte es auch schon zum dritten Mal. Nach nur 37 gespielten Sekunden machte van Gorp bei 4 gegen 4 das 3:0, was meiner Meinung nach nicht hätte zählen dürfen, da bereits beim vorigen Puckkontakt der Stock eines Tilburgers so hoch war, dass er hätte einer Giraffe in der Nase popeln können. Aber um die letzten Zweifel, wer hier Herr im Haus ist, auszuräumen, kam dann abermals de Hondt in der 24. Minute, umkurvte den weit draußen stehenden Albrecht und schob hinter ihm zum 4:0 ein. In der 29. Minute  hieß es nochmal Luft anhalten. Denn nach einem Zusammenstoß mit einem Tilburger blieb Pohanka mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Eis liegen und hielt sich das Knie. Während wir uns hier noch Sorgen machten, erforderte eine ganz andere Szene unsere Aufmerksamkeit. Morczinietz war mit einigen anderen Spielern beim Schiedsrichter. Jedoch schien Ali Soguksu nicht zu gefallen, was dieser zu sagen hatte und er bedachte unsere 75 mit einer 10-Minuten-Strafe wegen Reklamierens. Und kurz darauf noch eine, so dass das Spiel für Morczinietz vorzeitig beendet war, denn zwei 10er zählen ja wie eine Spieldauerdisziplinarstrafe. Und als ob noch nicht alles schlimm genug war, machte sich Montgomery in Unterzahl auf, ein Indianer blieb im Eis hängen, so dass Montgomery freie Fahrt hatte, er zog aus dem Halbfeld ab und traf links in den Winkel. Ziemlich angeschlagen ging es für unsere Indianer so in die Kabine.

Zu Beginn des dritten Drittels gab es dann einen Torhüterwechsel bei den Indians und Golombek sollte die letzten 20 Minuten zwischen den Pfosten stehen. Mit gut einer Minute Powerplay ging es für uns los. Wie schon zuvor im Spiel lief das auch ganz gut. Gerade eine Sekunde waren die Trappers komplett, da gelang es Mark Ledlin endlich, den Fluch zu brechen und in der 42. Minute das 5:1 erzielen. Und wenn man nichts mehr zu verlieren hat, spielt sich auf einmal auch alles viel einfacher. Nur eine Minute nach dem Tor traf Pfennings leider nur den Pfosten. Tilburg schaltete mit der komfortablen Führung einen Gang zurück und die Indians einen hoch, so dass sie sich einige schöne Torchancen kreieren konnten. Besonders in der letzten Minute hätte mindestens mal ein Torschuss von Ledlin, Pohanka, Hein oder Arnold reingehen können. Hätte, wenn und aber – ging er aber nicht. Die knapp 100 mitgereisten Indians-Fans ließen sich die Laune aber nicht verderben, sangen die letzten Minuten der Partie beinahe durch und feierten trotz Niederlage ihr Team und den ersten Schnee seit drei Jahren in Tilburg.

Ob es jetzt der frühe Anpfiff um 15 Uhr war, die 13 Grad Schwimmhallentemperatur in der Halle oder ob die Schneeballschlacht vor dem Spiel so viele Kräfte gekostet hat – man weiß es nicht. Gewinnen muss man in Tilburg sicher nicht. Außer man heißt Tilburg. Aber ein etwas offeneres Spiel hätte sich sicher der eine oder andere Indians-Fan, Indians-Spieler oder Indians-Trainer gewünscht. Neues Spiel, neues Glück heißt es dann schon am nächsten Freitag um 20 Uhr, wenn die Hannover Indians bei den Harzer Falken auf Punktejagd gehen. Auch wir sind für euch wieder mit dabei. Erfahrungen mit Schnee haben wir jetzt ja schon…

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Collier (de Ruijter, Montgomery) 01:47
2:0 de Hondt (Stempher, Loginov) 08:09
3:0 van Gorp (Bowles, Stempher) 20:37
4:0 de Hondt (Bowles, van Oorschot) 23:49
5:0 Montgomery (Loginov, de Hondt / Unterzahl-Tor) 36:41
5:1 Ledlin (Pfennings, Pohl) 41:17

Strafen: Tilburg Trappers 12 Minuten – Hannover Indians 40 Minuten

Zuschauer: 2.145