Statement von David Sulkovsky und Spielbericht

 „Liebe Indianer,

ich möchte mich bei allen Fans für die begeisterte Unterstützung bedanken. Mit Eurer Hilfe hat die Mannschaft in den Pre-Playoffs Großartiges leisten können. Beide Spiele gegen die Wedemark waren absolute Höhepunkte und eine Werbung für das Eishockey vom Pferdeturm. Und ein Beispiel dafür, was man GEMEINSAM alles erreichen kann.  Letztendlich hat sich mit diesen Spielen unser Vertrauen in die Mannschaft ausgezahlt. Diese hat mit einer phantastischen kämpferischen und am Ende auch spielerischen Leistung dieses Vertrauen gerechtfertigt und mit dem Weiterkommen das ursprüngliche Saisonziel Playoffs – auch über den Umweg Qualifikationsrunde – erreicht. Ein wunderbares Beispiel dafür, was mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung unter Einbeziehung der großartigen Fan-Unterstützung möglich ist. Und der Kriegspfad ist für uns Indianer – und damit meine ich uns alle – noch nicht zu Ende. Lasst uns diesen Weg weiter gehen. Gemeinsam – weil wir so stärker sind.“

Euer David Sulkovsky

Festtag am Pferdeturm – Indians ziehen in die Playoffs ein

Ich war ursprünglich geneigt, diesen Post „Die Nummer 1 der Stadt sind wir“ zu nennen. Aber eigentlich sind wir ja formell gesehen die Nummer 1 der Region. Denn der eine Club aus dem Umland ist weg vom Fenster und der andere im Urlaub. Allerdings klänge das nur noch halb so cool. Egal – Nummer 1 ist Nummer 1. Die ECH-Anhänger hatten sich auf ein enges, spannendes, intensives Match wie schon am Freitag eingestellt. Auf einen Kantersieg hätte ich gerade mal 20 Cent gesetzt, um ehrlich zu sein. Aber die Playoffs haben nun mal ihre eigenen Regeln.

 

Im Gegensatz zu Freitag war Dennis Schütt nicht im Aufgebot. Und die Wedemark musste am Pferdeturm aufs Ganze gehen. Denn eine Niederlage bedeutete nach dem ECH-Sieg am Freitag das Saison-Aus für den ESC. Bereits vor dem Spiel wurde viel über die Schiedsrichteransetzung diskutiert, da uns mit Nicole Hertrich eine Frau pfeifen sollte. Das letzte Mal unter weiblicher Leitung, wir erinnern uns, kassierte Pohanka eine Matchstrafe wegen Beißens in den Finger. Aber so viel vorweg: für mich war es eine der besten Schiedsrichterleistungen der ganzen Saison. Das Licht ging aus und im Stockdunkeln hallten die wohlbekannten „Kühe, Schweine, Wedemark“-Rufe durchs Stadion. Und dann begann es…

 

Von Beginn der Partie an war es ein intensives Spiel und die Fans auf den Rängen waren genau da, wo sie hingehörten: hinter der Mannschaft. Schon in der 4. Minute hätte der ECH in Führung gehen können, als Brian Gibbons zuerst einen Schuss blockte und sich dann selbst hellwach zum Break aufmachte. Über die linke Seite gab er Vollgas, rechts begleitet von zwei Verteidigern. Der Schuss landete allerdings bei Korff. In der 9. Minute sahen sich die Indians erstmals in Unterzahl. Am Freitag war das Überzahl-Spiel Wedemarks stärkste Waffe und auch hier hatten Andy Reiß und Adams je zwei gute Chancen. Aber schon im ersten Drittel zeigte sich, wer hier Herr im Haus ist. Denn bei gleicher Zahl waren die Indians aktiver, agiler und bissiger. Jedoch sollte ein Tor noch etwas auf sich warten lassen.

 

Mit dem zweiten Spielabschnitt startete ein Drittel, von dem wir mit 80 noch unseren Enkeln erzählen können. Die Indians starteten mit 1:50 in Überzahl. Und nach 25 gespielten Sekunden machte es erstmals Peng. Tobi Schwab schoss von der blauen Linie und wurde als Torschütze gefeiert, der Treffer wurde im Nachhinein aber noch Arnold zugeschrieben. 1:0 in der 21. Minute. Aber wenn Schwab den nicht machte, dann eben den nächsten. Wir schrieben weiter die 21. Minute, da machte sich Schwab im Alleingang auf in Richtung Scorpions-Tor, verlud Korff und traf zum 2:0. Jetzt waren die Indians da angekommen, wo sie schon die ganze Saison hatten sein wollen. Und dann kam wieder er: Tobias Schwab. Fast hätte ich gesagt, aller guten Dinge sind drei (schließlich sind wir während des Spiels noch von einem lupenreinen Hattrick ausgegangen). 3:0 in der 26. Minute und der Turm bebte! Die Scorpions versuchten, über den Kampf ins Spiel zurück zu finden. Zuerst gerieten in der 28. Minute Grass und Morczinietz aneinander, wurden aber gleich von Gibbons und Knauf abgelöst, die sich noch etwas mehr zu sagen hatten und sich im Anschluss auf der Strafbank abkühlen konnten. Jetzt wurde die Wedemark zumindest temporär etwas aktiver, als Lehmann in der 29. Minute mal frei durch war, aber Pantkowski fischte den Puck reaktionsschnell aus der Luft. In der nächsten Minute wieder eine Torszene des ESC, wo Morczinietz hinter Pantkowski passierte und ihn anrempelte. Nicht mit Peleikis, der schnappte sich den Übeltäter unmittelbar. Jedoch wissen wir alle, dass Morczinietz eher weniger auf handfeste Auseinandersetzungen aus ist, daher eilte ihm Budd zur Hilfe und nahm den Faustkampf mit Peleikis an. Und was für eine Boxerei! Dafür gab es sogar Szenenapplaus von allen Spielern auf dem Eis, die sich das Spektakel anschauten. Nur das Popcorn hatte noch gefehlt. Letztendlich schlugen folgende Strafzeiten zu Buche: 2+2+2+10 für Peleikis und 2+2+10 für Budd, wobei sich beide erstmal in der Kabine wieder zurechtrücken mussten und zum letzten Drittel erst wieder da sein sollten. Nach Ablauf der Strafe waren die Indians oben auf. Sie ließen den Scorpions kaum Luft zum Atmen, störten früh und machten ihnen jeden Puckbesitz so unbequem wie möglich. Und folgerichtig ließ der nächste Treffer nicht lange auf sich warten. In der 36. Minute zockte Brian Gibbons alle so schön aus, wie er es sich tausende Male zuvor auf der PlayStation geübt hatte und traf zum 4:0. Ein letztes Aufbäumen der Wedemark gab es nochmal in den letzten zwei Minuten des Drittels. In gewohnt stärker Überzahl machte jedoch Pantkowski den Traum von einem Anschlusstreffer zunichte.

 

Mit beinahe ungläubigen Blicken von den Rängen ging es ins letzte Drittel und für die Wedemark in den letzten Akt. In der 43. Minute trieb Artur Grass dann mit dem 5:0 den ersten Nagel in den Sarg der Scorpions. Sogar der größte Pessimist war jetzt langsam siegessicher. Ausgerechnet Budd war es, der in der 46. Minute dann noch den Ehrentreffer für die Gäste machte, das 5:1 hatte er sich mit seinem Einsatzwillen aber auch verdient. Während auf den Rängen schon sanfte Eskalation und ausschweifende Partystimmung angesagt war, schnappte sich Nick Bovenschen den zweiten Sargnageln und traf in der 52. Minute mit seinem ersten Tor seit sechs Jahren zum 6:1 in Überzahl. Und weil es so schön war, besorgte Brian Gibbons in der 56. Minute Nagel Nummer drei und Tor Nummer sieben in Unterzahl bevor Artur Grass mit dem 8:1 in der 60. Minute den vierten Sargnageln versenkte und die Playoff-Träume der Wedemark begrub.

 

8:1! In Worten: acht zu eins!! Und das in einem Pre-Playoff-Spiel. Der absolute Wahnsinn. Die Wedemark wurde nicht nur in den Urlaub geschickt, sondern abgewatscht, Maß genommen, vorgeführt, vernichtet, massakriert. Bei aller sportlicher Fairness muss diese Ausschweifung mal erlaubt sein. Gegen wen die Indians nun in der nächsten Runde antreten, entscheidet sich am Dienstag und wo auch immer – am Freitag sind wir auswärts wieder für euch dabei. Ob Herne oder Duisburg: alles, was jetzt noch kommt, ist die Sahne. Obwohl ich gegen die Kirsche auch nichts hätte…

Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Arnold (Schwab, Pohanka / Überzahl-Tor) 20:26
2:0 Schwab (Ziolkowski, Pohanka) 20:50
3:0 Schwab (Pohanka, Baier) 25:39
4:0 Gibbons (Bovenschen, Gosdeck) 35:19
5:0 Grass (Ziolkowski, Arnold) 42:03
5:1 Budd (Morczinietz) 45:50
6:1 Bovenschen (Hein, Baier / Überzahl-Tor) 51:04
7:1 Gibbons (Hein, Wasser / Unterzahl-Tor) 55:58
8:1 Grass (Valasek, Peleikis) 59:29

Strafen: Hannover Indians 30 Minuten – ESC Wedemark Scorpions 26 Minuten

Zuschauer: 3.155

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