Enges Spiel gegen Crocodiles bringt einen Punkt

Ein Tag vor Silvester. Temperaturen etwas über dem Gefrierpunkt. Ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Und volle Hütte. Das klingt doch wie das Rezept für einen schönen Eishockey-Abend. Und so sollte es auch kommen. Auch wenn ein oder zwei Punkte mehr auf dem Indianer-Punktekonto noch besser getan hätten, war das Spiel ein reines Eishockey-Fest. Und übrigens die erste Partie der gesamten Saison, die für die Indians nicht nach 60 Minuten beendet war.

 

Wie schon beim letzten Spiel musste der ECH auf Gibbons und Kraus verzichten. Gesperrt fiel auch Artur Grass aus und Alex Lambacher spielte heute in Kassel. Dafür griff Yannik Baier nach (oder besser gesagt trotz) seiner Verletzung wieder ins Geschehen ein. Inzwischen in anderen Farben fanden auch die verlorenen Söhne Brad McGowan und André Gerartz wieder zurück an den Turm.

 

Dieses Mal gab es schon recht früh für die tormäßig nicht so ganz verwöhnten Indians-Anhänger ein Tor zu bestaunen. Dummer Weise auf der Gegenseite. In der 4. Minute überwand Blank Deske und stellte den Spielstand schon früh auf 0:1. Allerdings ließ sich der ECH nicht von dem frühen Rückstand verunsichern und holte zum Gegenschlag aus. Branislav Pohanka konnte in der 5. Minute die erste Überzahl des Spiels nutzen und brachte seine Mannschaft mit dem 1:1-Ausgleichstreffer wieder zurück ins Spiel. Mit hochklassigem Eishockey und ohne weitere Treffer ging es dann Richtung Drittelpause.

 

Im zweiten Spielabschnitt sahen sich dieses Mal die Indians nach einer unglücklichen Strafe in Unterzahl als es das nächste Mal klingelte. Josh Mitchell brachte auf Vorarbeit von Ex-Indianer André Gerartz sein Team mit 1:2 wieder in Führung. Postwendend wie in Drittel Nummer eins hatten die Indians dieses Mal keine Antwort parat, kämpften sich aber weiter in die Partie.

 

Gleich zu Beginn des dritten Drittels machte sich Gerartz wenig Freunde, als er bei einem Angriff Deske ein wenig zu nah kam. Mehr Freunde fand dann Carsten Gosdeck in der 42. Minute. Er hatte scheinbar seine Freude am Jubeln entdeckt und traf vor toller Kulisse zum 2:2. Nicht mal 30 Sekunden später ging sein nächster Schuss jedoch lediglich ans Außennetz. Hamburg merkte man nun zunehmend das kräftezehrende Spiel an und der ECH konnte sich eine um die andere Chance erspielen. Lag womöglich auch daran, dass Ex-Freezers-Spieler Christoph Schubert zunehmend Gefallen an der Strafbank fand und im Verlauf des Spiels dreimal vorbeischaute. Zum Ende des Spiels konzentrierten sich die Crocodiles zunehmend aufs Verteidigen und auf Konter. Einer davon ist 11 Sekunden vor Schluss auch nochmal richtig gefährlich geworden, doch Deske konnte ihn behände aus der Luft fischen.

 

In Overtime mobilisierte Hamburg dann nochmal alle Kräfte und Thomas Zuravlev konnte einen Glanzmoment nutzen und dieses tolle Eishockeyspiel für die Crocodiles entscheiden und den zusätzlichen Punkt mit auf die Heimfahrt nehmen.

 

Hamburg hat die gefährlichste erste Reihe der Liga, diese haben die Indians aber hervorragend aus dem Spiel genommen. Wenn man ihnen zu viel Freiraum lässt, kann man das Spiel eigentlich gleich vergessen. Alles in allem hätte man die Partie wohl auch mit Münzwurf entscheiden können, so knapp ging es zu. In der Kurve hörte man die ECH-Anhänger schon vom „besten Spiel des Jahres“ sprechen und bei der doch eher anspruchsvollen Fan-Kurve hat das schon einiges zu bedeuten. Einfach wird der Kampf um Platz acht dennoch nicht. Denn die Wedemark konnte ihr Spiel gegen Halle im Penalty-Schießen für sich entscheiden und schiebt sich nun wieder mit einem Punkt mehr an den Indians vorbei. Zwei Spiele stehen jetzt noch an. Am Freitag sind die Beach Boys aus Timmendorf zu Gast bevor es dann Sonntag zum finalen Showdown in die ungeliebte Nachbarschaft nach Langenhagen geht. Da werden die Liveticker-Leitungen sicher nur so glühen!

 

Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 

Zahlen und Fakten

 

Tore:

 

0:1 Blank (Zuravlev) 3:07
1:1 Pohanka (Hein, Peleikis / Überzahl-Tor) 4:16
1:2 Mitchell (Gerartz, Zuravlev / Überzahl-Tor) 30:48
2:2 Gosdeck (Noack, Peleikis) 41:43
2:3 Zuravlev (Gerartz, Marek) 61:33 / Overtime

 

Strafen: Hannover Indians 4 Minuten – Crocodiles Hamburg 10 Minuten

 

Zuschauer: 4.301

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