Derbysieg Teil 2 misslingt

 
 Schon kurz nach dem umjubelten Derbysieg am Pferdeturm stand das Rückspiel bei den Scorpions in der Wedemark an. Seit Ewigkeiten war das Icehouse in Mellendorf oder wie es jetzt heißt die „hus de groot EISARENA“ nicht mehr ausverkauft. Das letzte Mal war es wohl das Abschiedsspiel von Lenny Soccio. So gingen die Schlangen von wartenden Fans vor Spielbeginn bis zur Hauptstraße und im Stadion hieß es, man möge doch noch etwas zusammenrücken. Die 3.300 Zuschauer sollten ein spannendes Spiel sehen. In den Reihen war Tobi Schwab wieder mit dabei, allerdings mussten wir dieses Mal auf Jan Tramm verzichten.
Das erste Nachbarschaftsduell wurde schon beim Aufwärmen entschieden, als Ledlin und Pantic sich einen unerbittlichen Kampf lieferten, wer das Eis als letzten verlassen dürfte. Während die Eismaschine schon ihre Kreise zog, konnte nur eine Runde „Schnick Schnack Schnuck“ die Entscheidung bringen. Eishockeytechnisch war es für die Indians ein Auf und Ab. Nach nur 16 Sekunden verpasste Pfennings nur um Haaresbreite einen scharfen Rückpass von Pohanka, sonst hätte der ECH schon früh in Führung gehen können. Das übernahmen dann jedoch die Scorpions. In der 2. Minute gab es einfach zu viele Schusschancen für die Hausherren, so dass Budd aus dem Gewühl zum 1:0 traf. Mit dem Selbstvertrauen des Führungstreffers machten die Scorpions einen deutlich angriffslustigeren Eindruck als noch im ersten Drittel des Hinspiels und waren auch die spielbestimmende Mannschaft. Jedoch kämpften sich die Indians mit jedem Angriff besser in die Partie. Lediglich das Glück fehlte noch, so dass in der 11. Minute gleich fünf Torschüsse in einer Szene nicht zum Erfolg führten. Aber für alle Mühen belohnte dann Andreas Morczinietz in der 15. Minute sein Team, und versenkte im Powerplay am kurzen Pfosten den Puck zum 1:1 Ausgleich im Tor. Zum Ende des ersten Abschnitts sahen sich die Indianer erneut in Überzahl. Und schon wieder gab es Chancen am Fließband. Gleich drei aussichtsreiche Schüsse von Schwab gingen daneben, Uusivirta ebenfalls glücklos und Valasek fiel der Puck direkt auf den Schläger, aber Linda als Mann mit den tausend Händen hielt einfach alles. Kaum komplett, klingelte es dann aber doch endlich. Mit einem Schlagschuss, der vermutlich kurz davor war, die Schallmauer zu durchbrechen, zog Nico Turnwald ab, Fröhlich fälschte im Slot noch ab und es stand in der 19. Minute 1:2.
Ich persönlich war ja schon für den Abpfiff, ein Drittel hätte mir heute durchaus gereicht. Aber Hauptschiedsrichter Fendt zeigte kein Erbarmen und pfiff zum zweiten Drittel an. In der 27. Minute hätte ich nicht mit ihm tauschen wollen. Es begann mit einer angezeigten Strafe gegen den ESC. Jedoch blieben die Indians noch sehr lange in Puckbesitz, so dass erst nach einiger Zeit abgepfiffen wurde. Schmid schien dann ein Problem mit Pohanka gehabt zu haben und auf einmal fanden sich die beiden im Faustkampf wieder. Jede Menge Blut war auf dem Eis, unser Kapitän hatte eine blutige Nase. Blut auf dem Eis heißt ja eigentlich automatisch Spieldauer,  vermutlich wurde deswegen auch erstmal ewig verhandelt mit dem Ergebnis, dass beide Kontrahenten 2+2 wegen unnötiger Härte bekamen und Schmid noch 2 obendrauf wegen Spielens mit unkorrekter Ausrüstung. Nachdem das endlich geklärt wurde, fing auch das Saubermachen an – nicht, dass man das hätte auch zwischendrin schon machen können… Angestachelt (haha – was für ein Wortspiel) durch die kleine Auseinandersetzung konnten die Skorpione jetzt wieder einige Akzente setzen. Aber ein ums andere Mal rettete Albrecht in der Not. In der 31. Minute traf Strakhov dann mit mehr Glück als Verstand zum 2:2. Der Puck wurde irgendwie abgelenkt und purzelte im hohen Bogen an Albrecht vorbei ins Tor. Nach dem Tor hatten die Hausherren das Momentum auf ihrer Seite und feuerten ein ums andere Mal aufs Indians-Tor. Beinahe absehbar fiel dann in der 36. Minute der erneute Führungstreffer zum 3:2 durch Sean Fischer, der viel Platz hatte. Den ersten Schuss hatte Albrecht zwar noch, aber den Nachschuss nagelte Fischer unter die Latte. Und dann kam auch noch eine Strafe für uns dazu. Ich mochte schon kaum mehr hinschauen, da hauchte Tobi Schwab seinem Team wieder neues Leben ein. Etwas überraschend und sowas von wichtig machte er in der 40. Minute das 3:3.
Nachdem sich die Schiedsrichter und Hausherren endlich bequemt hatten, zum dritten Drittel zu erscheinen, ging es dann in die finale Runde. Mit einem guten Start für Hannover. Gleich im ersten Angriff mit einer Traum-Kombi von Bacek und Pohanka und wenig später mit Ledlin frei vor dem Tor. An Linda war aber einfach kein Vorbeikommen. Den Rest des Spiels machen wir jetzt einfach mal im Schnelldurchlauf. Zweiter Puck auf dem Eis, blöde Strafen, Linda verschiebt das Tor, Bombis trifft in der 50. Minute kurz nach Ablauf einer Indians-Strafe, letzte Minute geht Albrecht vom Eis und die Scorpions machen kurz vor Schluss das empty Net. 5:3 war also der finale Endstand. Die Indians waren das bessere Team, die Scorpions aber das cleverere. Aber Derby Nummer 3 wird ja nicht all zu lange auf sich warten lassen. Am Donnerstag steht aber erstmal das letzte Spiel der Hauptrunde an. Um 20 Uhr startet die Partie gegen die Hamburg Crocodiles.
Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
1:0 Budd (Fischer, Schütt) 01:07
1:1 Morczinietz (Pohanka, Uusivirta / Überzahl-Tor) 14:54
1:2 Fröhlich (Lilik, Turnwald) 18:33
2:2 Strakhov (Fischer, Spelleken) 30:14
3:2 Fischer (Budd, Strakhov) 35:01
3:3 Schwab (Pohl, Uusivirta) 39:35
4:3 Bombis (Schütt, Schmid) 49:27
5:3 Schmid (Niddery, Bombis / Empty Net) 59:21
Strafen: Hannover Scorpions 14 Minuten – Hannover Indians 12 Minuten
Zuschauer: 3.300