Derbysieg als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk

 
 Ein Derbysieg zum Einläuten von Weihnachten – was kann man sich denn Schöneres wünschen?! Die Stimmung am altehrwürdigen Pferdeturm war schon vor dem Weihnachtsfest durchaus festlich. Während von der einen Seite „Oh Tannenbaum“ durch „Wir scheißen auf die Scorpions“ ersetzt wurde, schallte es von der anderen Seite „Scheiß Indianer“. Bis auf Tobi Schwab, der krankheitsbedingt ausfiel, waren alle Indianer dabei, um sich selbst und den Fans ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk zu machen.
Vpn Anfang an war die Spannung greifbar. Die Indians mit dem ersten Bully-Gewinn – da konnte ja schon kaum mehr was schiefgehen… Und wie schön wäre es gewesen, wäre nach rund 25 Sekunden schon das erste Tor zu bejubeln gewesen. Der Puck war eigentlich schon im Tor, aber „eigentlich“ reicht eben nicht. Allerdings sollte der erste Treffer nicht lange auf sich warten lassen. Denn in der 4. Minute verpasste Lilik unmittelbar vor dem Tor noch ganz knapp den Puck, da lauerte Nico Turnwald ein gutes Stück vor der blauen Linie, umwickelte die Scheibe mit einer roten Schleife und machte das heiß umjubelte 1:0. Als Geschenk des Schiris gab es wenig später lediglich eine Strafzeit für ihn. Die Scorpions mit dem besten Powerplay der Liga verpassten allerdings ihre Chance, den Ausgleich zu machen. Eine ganz besondere Freude ist es mir jetzt, den nächsten Torschützen anzukündigen. Denn in der 9. Minute war es Stefan Goller, der einigen Indians-Fans noch schmerzhaft als Torschütze der 0:1-Derbyniederlage in Erinnerung sein dürfte, der mit dem 2:0 nachlegte und somit (wir wollen es zu Weihnachten ja nicht zu spannend machen) das gamewinning Goal erzielte. Die Indianer waren aus dem Freudentaumel kaum heraus, da zeigte Lasse Uusivirta nur rund 30 Sekunden einen Move, den er vermutlich schon oft auf der Playstation geübt hatte, zockte Linda im Scorpions Tor aus und versenkte eiskalt und unhaltbar zum 3:0. Mit so einem Start hatte hier wohl keiner gerechnet. Die Scorpions verarbeiteten die Geschehnisse erstmal in einer Auszeit. Jedoch schienen die Gäste einfach von der Rolle zu sein und hatten beinahe Glück, dass Morczinietz erst frei am Pfosten den Puck verfehlte und Pfennings wenig später nur das Außennetz traf.
Unglücklicherweise schienen sich die Scorpions mit der Drittelpause genug Eierpunsch eingeflößt zu haben, dass sie sich doch wieder gefangen hatten. In der 25. Minute konnte Pohl durch ein beherztes Eingreifen einen 3 auf 1 Alleingang gerade noch entschärfen, allerdings gab es in der 27. Minute keine andere Alternative, als das 3:1 durch den Topscorer der Liga Patrick Schmid hinzunehmen. Angestachelt durch den Anschlusstreffer nahm auch die körperliche Präsenz der Scorpions zu. Spelleken und Bovenschen wollten sich da schon zum Nahkampf einfinden, jedoch unterband der Linienrichter das vorzeitig. Auch wenn die Scorpions jetzt etwas besser ins Spiel kamen, blieben die Indians Herr im Haus. Das hätten sie in der 35. Minute fast mit einem Überzahl-Tor untermauern können, aber Linda zeigte einen Trick aus seinem Zauberkasten und hielt irgendwie doch noch. Die ECH-Anhänger waren trotzdem in Sangeslaune und so ertönte die gesamte Drittelpause hindurch ein „Hannover Indians olé“.
In der 50. Minute sollte noch einmal Ex-Indianer Sebastian Lehmann in den Mittelpunkt der Geschehnisse rücken. Allerdings weniger als Torschütze, sondern als böser Bube. Denn nachdem Maxi Pohl einen hohen Stock in seinem Gesicht fand, entschied der Schiedsrichter sich, Lehmann ein wenig Zeit zu schenken und schickte ihn mit einer Spieldauer duschen. Damit darf er also auch das Rückspiel am zweiten Weihnachtsfeiertag von der Tribüne aus verfolgen. Bei 2:30 auf der Uhr scharrte Linda schon mit den Hufen und wollte vom Eis. Bei 1:20 ließ der Trainer ihn endlich gewähren. Allerdings passierte außer einer Auszeit der Indians und zwei Hannoveraner Distanz-Schüssen, die am leeren Tor vorbeigingen, nicht mehr viel. Mit dem Schlusspfiff und bevor es zu den gebührenden Feierlichkeiten kommen konnte, hatten sich Turnwald und Schütt an der Bande noch in die Wolle bekommen, was zur Rudelbildung auf dem Eis führte, nach ein paar Schubsereien und kleineren Beschimpfungen beim Shakehands aber auch wieder beendet war. Jetzt heiß es also nur noch Feiern bis zum Abwinken. Denn das schönste Geschenk sind doch die Partien, bei denen die Feier länger dauert als das Spiel selbst.
In diesem Sinne wünschen wir euch allen ein wunderschönes Weihnachtsfest mit euren Lieben. Feiert schön und am 2. Weihnachtsfeiertag lassen wir es dann beim nächsten Derby in Mellendorf wieder gemeinsam krachen. Die Partie startet um 18.30 Uhr und natürlich sind auch wir wieder mit vor Ort und halten alle auf dem Laufenden, die keine Karte bekommen haben, keinen Bock auf Mellendorf haben, mit der Schwiegermutter unterm Weihnachtsbaum sitzen müssen, sich im Geschenkband verfangen haben, sich vor lauter Weihnachtsbraten nicht mehr bewegen können oder einfach ein oder zwei Lebkuchenliköre zu viel getrunken haben. Frohe Weihnachten!
Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
1:0 Turnwald (Lilik, Pfennings) 03:11
2:0 Goller (Hein, Pfennings) 08:52
3:0 Uusivirta (Pfennings, Bacek) 09:23
3:1 Schmid (Fischer, Pantic) 26:31
Strafen: Hannover Indians 18 Minuten – Hannover Scorpions 04 59 Minuten
Zuschauer: 4.608

Nico Turnwalds Säge nach dem 1:0

Nico Turnwald: Die Freude muss raus – und zwar richtig

Stefan Goller freut sich über sein 2:0

Der dritte Streich – Lasse Uusivirta feiert

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