Das war Nummer 1

Bisher war alles nur Vorgeplänkel. Jetzt heißt es: zurück auf Anfang. Denn die Playoffs haben ihre eigenen Regeln. Ein Derby in den Pre-Playoffs – das verspricht doppelte Brisanz. Und eben zu diesem Spiel reisten die Hannover Indians zu den Scorpions in die Wedemark. Pantkowski war wieder gekommen, um das Indians-Tor zu hüten und auch Florian Kraus war für dieses enorm wichtige Spiel von seinem Ausflug nach Kassel zurückgekommen. Armin Finkel konnte jedoch noch nicht wieder ins Spielgeschehen eingreifen.

 

Schon beim Aufwärmen zeigte sich der hitzige Charakter dieser Partie und erste nette Worte wurden ausgetauscht. Das Spiel startete von Anfang an mit ordentlichem Tempo und Einsatzwillen. Das erste Tor gelang dann den Hausherren. In einer Ex-Indianer-Co-Produktion stocherte Lehmann den Puck in Überzahl auf Vorlage von Schütt und Reiß über die Linie. Trotz einiger Diskussionen, ob es ein regulärer Treffer war, stand es in der 5. Minute 1:0. Das Überzahltor sollte nicht das einzige dieses Spiels bleiben. Allein im ersten Drittel griff Hauptschiedsrichter Engelmann sage und schreibe 10 Mal zu seiner Pfeife. Immerhin mit fragwürdigen Entscheidungen auf beiden Seiten. Kein Wunder also, dass auch der zweite Treffer des Abends in Überzahl fiel. Gerade musste Andy Reiß wegen eines Stockschlags auf die Bank, da zog Schwab nach 10 Sekunden gespielter Überzahl von der blauen Linie einfach mal ab und versenkte den Puck bei 4 gegen 3 zum 1:1 in Korffs Tor. Da das Tor so früh fiel, wurde die andere vorherige Strafe von der Uhr genommen und nach eigener Komplettierung konnte der ECH weiter in Überzahl spielen. Und das sollte sich auswirken, denn in genau dieser Überzahl brachte Brian Gibbons seine Mannschaft in der 12. Minute mit einem Schuss aus der Halbdistanz unter dem Jubel der mitgereisten Indians-Fans mit 1:2 in Führung und drehte mit hochgerissenen Armen in den Gästeblock ab. Aber all zu lange sollte die Freude nicht währen. Denn in der 13. Minute meldete sich auch die Wedemark wieder zu Wort und Bombis netzte – wie sollte es auch anders sein – in Überzahl im Nachschuss zum 2:2 ein. Aber dieses turbulente Drittel sollte noch nicht beendet sein. Nur 30 Sekunden später hat Budd bei einem Alleingang nur noch einen Verteidiger vor sich, kommt zu Fall und Schiri Engelmann entscheidet sich ausnahmsweise nicht für eine Strafe, sondern gibt einen Penalty. Denn anschließenden Schuss von Budd konnte Pantkowski aber mit dem Schoner halten. Aber munter ging es weiter. Zuerst mit dem Strafenreigen und dann hatten wir eine Situation, die haargenau so war, wie die vor dem 1:1-Ausgleichstreffer. Wieder saßen schon je ein Spieler beider Teams auf der Bank, als auch Lehmann wegen Stockschlags platznehmen musste. Dieses Mal dauerte es sogar nur 8 Sekunden bis es nach einem Schuss von der blauen Linie wieder rappelte. Dieses Mal war es Ziolkowski, der die Indians in der 16. Minute erneut mit 2:3 in Führung brachte. Damit sollte das erste Drittel auch beendet sein und in der Pause standen für alle Baldriantropfen, Beatmungszelte und Schnäpse zur Verfügung. Naja, schön wär’s…

 

Und so kurios, wie das Spiel begonnen hatte, sollte es auch weitergehen. Allerdings ganz anders als zuvor. Die Indians drehten auf und erspielten sich auch gute Chancen, aber was auch immer sie versuchten … ein Tor wollte dabei nicht herausspringen. Das einzige, was auf dem Spielberichtsbogen zu notieren war, waren drei Strafen. Kurz vor Ende des Drittels hätte die Wedemark den Spielverlauf beinahe auf den Kopf stellen können, doch Adams traf 13 Sekunden vor Drittelende in Überzahl lediglich den Pfosten.

 

In das letzte Drittel starteten die Indians noch gut eine Minute in Unterzahl. Und es sollte nicht die einzige bleiben, denn Engelmann fand zu seiner Linie der vielen Strafen zurück. Jedoch etwas einseitig nur auf Hannoveraner Seite. Es war eine regelrechte Schlacht, wie sich unsere Jungs in Unterzahl behaupteten und immer wieder Pantkowski. Der Junge mit den tausend Armen! Mit der hauchdünnen Führung hatten wir schon all unsere Fingernägel bis zum Anschlag runtergekaut. Es standen noch 2:23 auf der Uhr, da wurde Gosdeck wegen Beinstellens kaltgestellt. Direkt im Anschluss nahm die Wedemark eine Auszeit und ließ Korff vom Bully weg auf der Bank sitzen. Und dann zeigten wir, dass wir es auch in Unterzahl können. Bei 6 gegen 4 nahm Ziolkowski in der 59. Minute ganz genau Maß, schoss den Puck weit übers Feld und der Puck schlitterte zum 2:4 mittig ins leere Tor. Jetzt gab es hier kein Halten mehr und das Dach im Ice House Mellendorf flog unter dem Indianer-Jubel sprichwörtlich weg. Noch war die Messe aber nicht gelesen. Der Wedemark blieb nichts weiter übrig, als auf Sieg zu spielen. 46 Sekunden vor Schluss und mit 6 gegen 4 Spielern machte Bombis dann noch das 3:4 und Zittern war wieder angesagt. Neun Sekunden vor Schluss rutschte der Puck nur knapp am nächsten Empty Net vorbei und die Indians nahmen noch eine letzte Auszeit. Die letzten Sekunden verstrichen dann aber mit Puckbesitz der Indians und die Sensation war perfekt: die Indians gewinnen in der Wedemark das erste von (maximal) drei Pre-Playoffspielen in der Wedemark.

 

Nun liegt der Druck allerdings bei den Indians, wenn sie am Sonntag das Spiel am heimischen Pferdeturm bestreiten und die Chance haben, zu Hause die Serie klarzumachen. Da dürfte es rappelvoll werden und wir werden alles dafür tun, unser Team zum Sieg zu peitschen. Anpfiff ist wie immer 19 Uhr.

 

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland

Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 

Zahlen und Fakten

 

Tore:

 

1:0 Lehmann (Schütt, Reiß / Überzahl-Tor) 4:47
1:1 Schwab (Pohanka, Ziolkowski / Überzahl-Tor) 10:34
1:2 Gibbons (Schwab, Ziolkowski / Überzahl-Tor) 11:07
2:2 Bombis (Schütt, Lehmann / Überzahl-Tor) 12:31
2:3 Ziolkowski (Gibbons, Peleikis / Überzahl-Tor) 15:26
2:4 Ziolkowski (Pohanka / Unterzahl-Tor, Empty Net) 58:01
3:4 Bombis (Überzahl-Tor) (André Reiß) 59:14

 

Strafen: Wedemark Scorpions 12 Minuten – Hannover Indians 24 Minuten

 

Zuschauer: 1.881

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