„Bestes Spiel der Saison“ bringt Sieg über Duisburg

Dieses Wochenende stand für die Indians im Zeichen der Gegensätze. Am Freitag noch bei Ligaschlusslicht Timmendorf zu Gast, kamen jetzt die Füchse aus Duisburg an den heimischen Pferdeturm. Nach einem durchwachsenen Saisonstart hatte der Tabellendritte zuletzt ordentlich zugelegt und sich wieder als Spitzenmannschaft präsentiert. Mit nur einem Punkt mehr lag Duisburg unmittelbar vor den Indians, so dass es sich am Sonntag um ein echtes 6-Punkte-Spiel handelte.

Schon von der ersten Sekunde an, zeigte der ECH, wer hier der Herr im Wigwam ist und kam mit ordentlich Druck aus der Kabine und erspielte sich eine schöne Torchance um die andere. Problem an der Geschichte war nur, dass sie daraus kein Tor machten. Am nächsten dran waren Morczinietz mit einem Alleingang auf Duisburgs Mathis und Hein mit einem Pfosten-Treffer. Und obwohl die Indians bisher alles im Griff hatten, waren es die Gäste, die in der 8. Minute mit einem ihrer wenigen Torschüsse den ersten Treffer des Spiels erzielten. Die Freude über das 0:1 dauerte jedoch nur kurz. Denn es stand noch immer die 8. Minute auf der Uhr als Igor Bacek zum 1:1 Ausgleich traf und alles wieder auf Anfang setzte. In einer insgesamt recht strafenarmen Partie – ganz im Gegensatz zu Freitag in Timmendorf – konnten die Indians in der 14. Minute dann ihre wiederentdeckte Powerplay-Stärke unter Beweis stellen. Nach einem Hammer von Uusivirta von der blauen Linie, fälschte Morczinietz unhaltbar für Mathis ab und jubelte gemeinsam mit der Kurve über das 2:1. In diesen Zeilen kommt kaum rüber, was für ein spielerisch geiles und überlegenes Drittel es von unseren Indianern war, aber Duisburg konnte von Glück reden, dass Mathis nicht noch ein- oder zweimal mehr hinter sich greifen musste.

Die ersten Minuten im zweiten Drittel wirkte Duisburg etwas besser sortiert, was sich auch in Zählbarem zeigte. In der 25. Minute war es Habermann, dem der Puck unmittelbar vor Albrecht auf den Schläger fiel und für sein Team zum 2:2 ausgleichen konnte. Aber auch dieses Mal ließen sich die Pferdeturm-Indianer nicht von ihrem Kriegspfad abbringen, fanden schnell zu alter Stärke zurück und untermauerten das mit dem erneuten Führungstreffer, als Hein in der 28. Minute das 3:2 markierte. Und wenn es läuft, dann läuft es einfach. Duisburgs Joly hatte gerade mal für 10 Sekunden wegen Hakens auf der Strafbank platzgenommen, da durfte er auch schon wieder gehen. Denn unsere erste Powerplay-Formation fackelte da nicht lange, Pohanka nahm wie Zeitlupe Maß und schlenzte den Puck fast von der Blauen mitten ins Tor. 4:2 in der 31. Minute. Innerhalb der ersten beiden Drittel hatte der ECH satte 41 Schüsse abgefeuert. Nicht verwunderlich, dass die Indians-Anhänger vor allem von der Offensiv-Stärke ihrer Mannschaft angetan waren.

Das spektakuläre Power-Eishockey machte im finalen Spielabschnitt solider Verteidigung und einiger Konter Platz. In der 41. Minute war das halbe Stadion schon am Jubeln, als Pohanka nach einem Alleingang zu seinem nächsten Treffer einnetzte, aber das Tor zählte nicht – Abseits. Aber wenn nicht so, dann halt anders. Einer der erwähnten Konter führte dann letztendlich auch zum 5:2. Pohanka in der 55. Minute mit dem Adlerauge, spielt einen steilen Pass über grob geschätzte 147 Meter, Bacek sagt danke, zockt Mathis in bester Penalty-Manier aus und lässt sich für den 5:2 Endstand gebührend feiern. Mit dem Mut der Verzweiflung schoss Duisburg in den letzten Minuten zwar noch aus allen Lagen, aber Hannover ließ hier nichts mehr anbrennen, sackte die 6 Punkte ein und den Füchsen blieben von diesem Spiel lediglich 41 Sekunden, die sie in Führung lagen.

 Damit schieben sie die Indians an den Füchsen vorbei auf Tabellenplatz 3 und konnten auch zum Lokalrivalen ein kleines Polster aufbauen, die sich in der Verlängerung gegen Essen geschlagen geben mussten. Das nächste Wochenende ist aus blau-weiß-roter Sicht sicher kein einfaches. Am Sonntag geht es zum nächsten Nachbarduell in die Niederlande, wenn die Indians auf den Tabellenzweiten Tilburg treffen. Und am Freitag heißt der nächste Gegner Halle, die es sich aktuell auf Platz 6 bequem gemacht haben. Hoffen wir mal, dass es am Pferdeturm weniger gemütlich für die Saale Bulls wird und wir an dieses phantastische Wochenende anknüpfen können!

Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga

 Zahlen und Fakten

 Tore:

 0:1 Berzins (Neugebauer, Beck) 07:10
1:1 Bacek (Pohanka, Schwab) 07:51
2:1 Morczinietz (Pohanka, Uusivirta / Überzahl-Tor 13:59
2:2 Habermann (Verelst, Barta) 24:33
3:2 Hein (Pfennings, Finkel) 27:54
4:2 Pohanka (Uusivirta, Lilik / Überzahl-Tor) 30:35
5:2 Bacek (Pohanka, Pohl) 54:09

 Strafen: Hannover Indians 2 Minuten – Füchse Duisburg 6 Minuten

 Zuschauer: 1.891

 

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