Vor prall gefülltem Turm gegen Hamburg

Am Freitag, 30 Dezember, empfangen die Hannover Indians zum letzten Spiel des Jahres die Crocodiles aus Hamburg. Los geht es am Pferdeturm um 20.00 Uhr. Und das vor wahrscheinlich vor vollem Haus, der Vorverkauf für das Match ist außerordentlich gut.

 

Die neu erstarkten Kriechtiere von der Elbe gehen als Favorit in das Spiel. Mit Christoph Schubert haben die Hanseaten den wohl prominentesten Spieler der Oberliga in ihren Reihen. Schubert war bis zum Aus des DEL-Teams der Hamburg Freezers deren Kapitän, hat außerdem 315 NHL-Spiele und zahlreiche Einsätze in der Nationalmannschaft auf dem Buckel. Gefährlichstes Krokodil ist aber Mittelstürmer Bradley McGowan, mit 42 Treffern die Tormaschine der Liga. Und der Beweis, was für ein goldenes Händchen die Indians im vergangenen November mit seiner Verpflichtung aus Übersee hatten. Leider weckten McGowans Qualitäten auch die Begehrlichkeiten anderer Clubs. In seinem Fall die der Crocodiles, die den Kanadier mit einem Angebot an die Elbe lockten, dass man in der Oberliga nicht ausschlagen kann und ihn sogar zum „Rücktritt vom Rücktritt“ bewegte.

 

Genau wie auf André Gerartz, ebenfalls kein Unbekannter am Pferdeturm. Nachdem sich der ehemalige Indianer in der DEL2 bei den Kassel Huskies nicht hatte durchsetzen können, zog es ihn zurück in die Oberliga.

 

Wahrscheinlich sind die Indians gut beraten, vor allem dem dritten Mann in Hamburgs Paradereihe, Josh Mitchell, besondere Beachtung zu schenken. Mit 54 Assists ist der Kanadier Vorlagenkönig der Liga und der Ideengeber in Hamburgs Offensive. Außerdem sollten die Indians möglichst Strafzeiten vermeiden. In Überzahl ist Hamburg mit 37 erzielten Treffern Ligaspitze.

 

Zum Glück sind die Hanseaten trotzdem nicht unschlagbar. Im Gefolge der ersten Paradereihe wird die Luft im Crocodiles-Kader doch dünner. Vor allem die Defensive scheint mit der verhältnismäßig hohen Anzahl von 93 Gegentoren anfällig zu sein. Und der Grund, dass bislang der ganz große Sprung an die Spitze der Liga ausgeblieben ist. Immer wieder durchkreuzten überraschende Niederlagen wie zuletzt in Timmendorf die Ambitionen in Farmsen.

 

Klar, dass sich auch die Indians Hoffnungen machen, dem Favoriten aus dem Norden ein Bein zu stellen. „Natürlich gehen wir in das Spiel, um zu gewinnen. Schließlich spielen wir am Pferdeturm. Das muss für das notwendige Selbstbewusstsein reichen“, erklärt Tobias Stolikowski. Dafür wird seine Mannschaft allerdings an ihre Leistungsgrenze gehen müssen. Und die sich gegen die Crocodiles sicherlich bietenden Torchancen konsequent nutzen. „Natürlich ist unsere Chancenverwertung noch alles andere als gut. Aber wir haben gegen Berlin gesehen, dass man sein Schussglück auch erzwingen kann“, gibt sich Tobias Stolikowski kämpferisch. Darüber hinaus muss das Tempo über 60 Minuten hochgehalten werden, um Hamburgs Taktik, die eigene erste Reihe so lange wie möglich auf dem Eis zu lassen, durchkreuzen zu können. Denn irgendwann sind auch McGowan, Mitchell, Schubert & Co. müde.

 

Tobias Stolikowski muss gegen Hamburg weiter auf Brian Gibbons verzichten, der seine Trainingsverletzung auskuriert. Außerdem muss Artur Grass wegen seiner Disziplinarstrafe in Essen pausieren. Hinter dem Einsatz von Yannik Baier steht ein Fragezeichen. „Die Wahrscheinlichkeit, dass er spielt, beträgt etwa 50 Prozent. Das entscheiden wir kurzfristig“, erklärt Tobias Stolikowski.

 

Die Abendkassen öffnen morgen um 18.30 Uhr. Schiedsrichter der Partie ist Nikolaj Ponomarjow. Ihm zur Seite stehen Wayne Gerth und Jonas Merten als Linienrichter.

Attachment