Unglückliche Niederlage in Leipzig

Nach dem verkorksten Spiel gegen Rostock am Freitag ging es am Sonntag für unsere Indianer zu den Icefighters nach Leipzig, besser gesagt nach Taucha, wo die Leipziger in der frisch umbenannten kW-Rent EisArena Taucha spielen.
Gleich zu Beginn der Partie war ordentlich was los. Den ersten Schuss aufs Tor von Niklas Deske gab es schon nach 11 Sekunden, nach 25 Sekunden die erste Unterzahl und nach drei Minuten die erste Überzahl. Beide Special Teams der Indians machten einen guten Job. Und ein erstes Mal fehlte ja noch – das erste Tor sollte jedoch nicht lange auf sich warten lassen. Leider auf der falschen Seite. In der 6. Minute nutzte Lazorko eine 2 auf 1 Überzahl nach einem Turnover und versenkte den perfekten Querpass im Tor zum 1:0. Der ECH hatte jedoch gleich die passende Antwort parat und konnte in der 9. Minute eigentlich ausgleichen, jedoch erkannte Schiedsrichter Hedwig den Treffer nicht an, da der Torwart behindert worden sei. (Kleine Randbemerkung: das hätte er sich auch für die andere Seite mal merken können. Aber dazu später mehr.) Die letzten fünf Minuten zogen die Icefighters das Tempo nochmal merklich an. In höchster Not konnte Armin Finkel in der 18. Minute noch den Puck bei einem Alleingang vom Leipziger Schläger spitzeln. Der ECH hatte zwar noch einen Pfostenschuss vorzuweisen, aber dennoch ging es mit 1:0 in die Drittelpause.
Zum Start ins Mitteldrittel fanden die Indians eigentlich gut in die Partie. in der 30. Minute holte Gosdeck zu einem echten Hammer aus, verzog aber in letzter Sekunde als der Schlittschuh wegrutschte, brachte Leipzig Cervany dennoch in Not. In der 31. Minute dann ein Durcheinander für das ich eigentlich einen komplett eigenen Spielbericht brauchen würde. Ich versuche mich auf das Wesentliche zu beschränken. Hannes Albrecht blieb an Deske hängen und es gab unterschiedliche Auffassungen, wer an dem Schlamassel Schuld sei. So entbrannte eine Boxerei zwischen Albecht und Peleikis. Die Strafzeitenverteilung schien aber eine etwas größere Herausforderung zu sein – und zwischen jeder nachfolgenden Szene lagen etwa zwei Minuten. Zuerst saß lediglich Peleikis auf der Büßerbank. Dann kam noch unter Protest der Leipziger Albrecht dazu. Wobei es ja auch sehr ungewöhnlich ist, dass beide Parteien einer Auseinandersetzung eine Strafe bekommen. Anschließend gesellte sich auch Max Wasser dazu, der eine Strafe gegen Deske absitzen musste. Letztendlich wurde auch Noack auf die Strafbank beordert. Bis er wieder fortgeschickt wurde. Peleikis bekam 2+2, Albrecht lediglich 2 Minuten. Drücken wir mal auf fast forward: Peleikis war schon von der Bank, obwohl er noch nicht durfte – die zweiten 2 Minuten wurden einfach nachgeholt – die Uhr läuft nicht weiter – statt sie nach vorn zu stellen, wird sie zurück gestellt – und letztendlich war die Strafe auf magische Weise sogar früher abgelaufen als es rein rechnerisch möglich war. Während J.K. Rowling inzwischen schon einen neuen Teil von Harry Potter fertiggestellt hatte, fing dann auch mal das Spiel weiter. Nach dem ganzen Durcheinander machte Leipzig dann in der 38. Minute das 2:1. In dieser Phase des Spiels fast etwas unverdient. Jedoch gewannen sie mit dem Führungstreffer im Rücken erneut die Oberhand.
Im letzten Drittel spielte abermals die Strafzeitenverteilung eine prominente Rolle. Etwas bedrängt fährt Leipzigs Keil zu dicht an Deske heran und zieht ihm das Bein weg. Nicht das erste Mal, dass unser Keeper angegangen wurde. Lilik will sofort ein Zeichen setzen und knöpft Keil vor. Im Gerangel bleiben letztendlich aber Keil und Gibbons aneinander hängen. Während Keil gnädig mit einer 2+2 Strafe wegen Beinstellens und unnötiger Härte bedacht wurde, musste Gibbons mit einer Spieldauer duschen gehen. Tja, nun nahm das Schicksal seinen Lauf. Stand das Spiel bis eben noch auf Messers Schneide, nutzten die Icefighters ihr Überzahl-Spiel eiskalt aus. Erst traf Eichelkraut in der 50. Minute zum 3:1, bevor Gale ebenfalls in numerische Überzahl auf 4:1 erhöhte. Die letzten beiden Tore, für Leipzig in der 58. Minute zum 5:2 und für den ECH in der 60. Minute zum 5:2, können wir uns jetzt getrost mal schenken. Auch wenn es der Schiri in einigen Szenen etwas zu gut mit Leipzig meinte, wollen wir die Niederlage nicht darauf schieben. Mit ein wenig mehr Glück und zum Ende hin auch weniger individuellen Fehlern, wäre in Taucha durchaus was zu holen gewesen. Was gefiel, war, dass unsere Indians bis zum Schluss nicht aufsteckten. Eine Chance von Baier hatte ich eigentlich schon drin gesehen und die letzten zwei Minuten spielten wir konsequent mit vier Stürmern. Aber Leipzig war dann einfach zu clever.
Insgesamt war es ein tolles Eishockeyspiel, das viel Biss, Tempo und Spannung zu bieten hatte. Allerdings blieben die Punkte leider auf der Strecke. Und noch ein kleiner Tipp für Herrn Keil: dieser blaue Halbkreis rund um’s Tor, ist der Torraum. Hier hat ein Stürmer eigentlich nichts viel zu suchen. Er stochert nicht im Handschuh des Torwarts rum, er fährt nicht unnötig nah an ihn ran und vor allem zieht er ihm nicht die Beine weg. Nun heißt es: neues Wochenende, neues Glück. Auch wenn sich die Punkte in Spielen wie zu Hause gegen Duisburg und auswärts in Erfurt nicht von selbst auf das Punktekonto schieben.
Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland
Euer Liveticker-Team mit dem ehrlichsten und subjektivsten Spielbericht der Liga
Zahlen und Fakten
Tore:
1:0 Lazorko (Fischer, Raaf-Effertz) 5:22
1:1 Finkel (Gibbons, Deske) 21:23
2:1 Lazorko (Fischer, Piehler) 38:32
3:1 Eichelkraut (Gale, Hofverberg / Überzahl-Tor) 49:05
4:1 Gale (Hofverberg, Eichelkraut / Überzahl-Tor) 52:45
5:1 Fischer (Lazorko, Piehler) 57:20
5:2 Pohanka (Gosdeck, Deske / Überzahl-Tor) 59:15
Strafen: Icefighters Leipzig 12 Minuten – Hannover Indians 37 Minuten
Zuschauer: 1.214