Stellungnahme zu den Artikeln in der Neuen Presse/HAZ vom 11. Januar 2016

Nachfolgend möchten die Hannover Indians zu den o.g. Artikel vom heutigen Tage folgendes anmerken:

Die Hannover Indians haben im Vorfeld des Spiels gegen die Hannover Scorpions mit dem Sicherheits- und Ordnungsdienst, dem Stadionbetreiber und der Polizei ein Vorgehens- und Sicherheitskonzept erstellt.

Normalerweise ist eine solche Vorbereitung, wie man sie eigentlich nur vom Fußball kennt, nicht notwendig, da Eishockeyfans im Allgemeinen und die Fans der Hannover Indians im Besonderen als friedlich, kooperativ gegenüber Ordnungskräften und nicht aggressiv gelten. Dies gilt auch – und darauf sei hier besonders hingewiesen – für den überwiegenden Teil der Fans der Hannover Scorpions.

In den letzten Jahren hat es jedoch mehrfach unschöne Szenen mit einer gewaltbereiten Gruppierung von Anhängern der Hannover Scorpions gegeben, die eine solche Vorbereitung notwendig gemacht haben. In den vorangegangenen Spielen hat es wiederholt Zwischenfälle mit Pyrotechnik, körperlichen Auseinandersetzungen und Vandalismus gegeben.

Um diesen für den Eishockeysport vollkommen untypischen Vorfällen entgegenzutreten sind schon im Vorfeld der Partie an polizeibekannte Anhänger der Hannover Scorpions und eines befreundeten Teams diverse Hausverbote zugestellt worden. Die Polizei war mit einem außerordentlich großen Aufgebot am Spielabend vor Ort.

Das Zusammenwirken der Polizei, der Sicherheitskräfte und der Verantwortlichen am Pferdeturm hat dazu geführt, dass es o.g. Zwischenfälle nicht erneut gegeben hat. Es wurde keine Pyrotechnik ins Stadion verbracht, es gab keine körperlichen Auseinandersetzungen. Das Sicherheitskonzept hat bez. der vorgenannten Bedenken vollumfänglich gegriffen.

Fünf Stadionverweise – auch für den Sohn des Scorpions-Geschäftsführers

 

Insgesamt hat die Polizei fünf Personen präventiv des Stadions verwiesen, weil diese durch aggressives Verhalten aufgefallen sind. Davon war eine Person Anhänger der Hannover Indians – die Personalien sind den Hannover Indians bekannt und gegen diese Person wird ein Hausverbot ausgesprochen.

Die restlichen vier Personen sind Anhänger der Hannover Scorpions. Nach den uns vorliegenden Informationen befand sich irritierenderweise hierunter auch der Sohn des Geschäftsführers der Hannover Scorpions.

Vorwürfe des Scorpions-Geschäftsführers

 

Die Hannover Indians haben die Polizei und die Sicherheitskräfte zu der Aussage des Geschäftsführers der Hannover Scorpions, er sei massiv bedroht worden, befragt. In der HAZ wird er sogar dahingehend zitiert, dass er angegriffen worden sei. Weder der Polizei noch den Sicherheitskräften ist ein solcher Vorfall bekannt. Auch bei den Verantwortlichen der Hannover Indians hat er sich dazu nicht gemeldet.

Vor dem Hintergrund, dass es keine bekannten körperlichen Auseinandersetzungen gab und das Stadion flächendeckend durch Sicherheitskräfte und Polizei beobachtet wurde, erscheinen diese Aussagen äußerst fragwürdig und nicht glaubhaft. Es stellt sich zudem die Frage, warum er die angeblichen Vorfälle nicht der Polizei, sondern der Zeitung meldet. Zudem soll das Verlassen des Stadions in einem nahen zeitlichen Zusammenhang mit dem Platzverweis seines Sohnes stehen.

Vorfälle hinter der Spielerbank der Hannover Scorpions

 

In der Spielunterbrechung, die der Strafe gegen den Spieler Sebastian Lehmann folgte, hat ein Zuschauer im Sitzplatzblock hinter der Spielerbank der Hannover Scorpions einen Bierbecher Richtung Eisfläche geworfen. Der Zuschauer ist den Hannover Indians mittlerweile insoweit bekannt, als dass ein Foto der Person vorliegt. Sobald eine zustellfähige Adresse der Person ermittelt wurde, werden die Hannover Indians die notwendigen Maßnahmen (Hausverbot) einleiten.

Die darauf folgende Eskalation wurde jedoch durch Personen auf der Spielerbank der Hannover Scorpions ausgelöst, insbesondere durch den Trainer, der den Inhalt seiner Wasserflasche in Richtung völlig unbeteiligter Personen schüttete. Derart provoziert, flogen aus dem Zuschauerbereich weitere Bierbecher Richtung Spielerbank. Der Ordnungsdienst hat dort jedoch schnellstmöglich eingegriffen und die Situation beruhigt. Der Trainer der Hannover Scorpions hat in der Pressekonferenz sein Fehlverhalten eingeräumt und sich entschuldigt. Die Fortdauer der Spielunterbrechung, hatte mit dieser Situation nichts zu tun. Vielmehr hat der Schiedsrichter Ordnungsdienst und Polizei in den Bereich des Gästefanblocks gebeten, in dem sich die bereits erwähnte Fan-Gruppierung der Hannover Scorpions aufgehalten hat. Aus diesem Block sind mehrfach Gegenstände aufs Eis geworfen wurden.

Die Hannover Indians distanzieren sich von dem Verhalten der einzelnen Zuschauer, die für die Becherwürfe verantwortlich sind und hoffen zugleich, dass auf Seiten der Hannover Scorpions das Verhalten von Offiziellen und Teammitgliedern kritisch betrachtet wird.

Dies gilt auch für das sog. Medienteam der Hannover Scorpions, das in herablassender und beleidigender Weise  im „Live-Ticker“ von der Partie berichtet hat. Hierzu ist die Aussage des Geschäftsführers in der HAZ: „Das ist nicht unsere Art, davon distanzieren wir uns“ wenig aufschlussreich. Da es sich hierbei um Vereinsoffizielle handelte, stellt sich die Frage, wer denn „wir“ ist.

Abschließend sei von Seiten der Hannover Indians darauf hingewiesen, dass man mit der vom Sicherheitsdienst geleisteten Arbeit äußerst zufrieden ist. Ein großes Dankeschön geht auch an die Polizei, die in vorbildlicher Weise dazu beigetragen hat, dass das Derby weitgehend friedlich abgelaufen ist und von Dingen, die nicht zum Eishockey gehören, verschont blieb.

Das Werfen von Gegenständen auf die Eisfläche aus dem Fan-Block der Hannover Scorpions konnte zwar nicht vollständig verhindert werden, aber dem wird beim nächsten Aufeinandertreffen bei Wiederholung eines solchen Fehlverhaltens durch noch rigoroseres Eingreifen begegnet.

Zudem möchten wir feststellen, dass die Fans der Hannover Indians zu den gastfreundlichsten im gesamten deutschen Eishockey gehören. Zahlreiche Fan-Freundschaften mit anderen Vereinen untermauern dies eindrucksvoll. Auch zum Derby sind aus allen Teilen Deutschlands Eishockeyfans angereist, um die Hannover Indians zu unterstützen und diese Fan-Freundschaften zu pflegen.

Dem von den besagten Artikeln transportierte Eindruck, dass sich unter den Anhängern der Indians zahlreiche Rowdys befänden, möchten wir entschieden wiedersprechen. Das vereinzelt Personen unangenehm auffallen, ist – leider – ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Dass sich der Sport dem nicht entziehen kann, erlebt man insbesondere beim Fußball immer wieder. Im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen, erfahren solche Vorfälle im Eishockey jedoch einen „self-cleaning“ Prozess. Da der überwältigende Teil der Fans jegliches Fehlverhalten strikt ablehnt, werden Leute, die sich nicht an die Regeln des Fair-Plays halten, sehr schnell isoliert. Der Grundsatz unter den Fans: „Eishockeyfans sind faire Fans“, ist keine leere Phrase, sondern wird von den Fans mit großer Intensität gelebt.

Das ausverkaufte Stadion hat ein emotionsgeladenes, spannendes Derby vor einmaliger Atmosphäre gesehen und jeder Einzelne ist sicher glücklich, dabei gewesen zu sein. Wir würden es begrüßen, wenn vor allem dieser Eindruck die Berichterstattung dominieren würde.