Nichts zu holen im Fuchsbau

Am Freitag stand das Spitzenduell der Oberliga Nord an. Der Tabellenführer aus Duisburg hatte Besuch vom Tabellenzweiten aus Hannover. Neben dieser Tatsache schaute man allerdings besonders auf die Schiedsrichteransetzung. Denn wie schon beim Auswärtsspiel in Herne sollte Frau Ramona Weiss die Partie pfeifen – wegen der Kapitän Branislav Pohanka das Spiel heute von der Tribüne aus verfolgen musste. Er pausierte nach seiner Matchstrafe wegen Beißens in den Finger. Vor dem Spiel war von den mitgereisten Indians-Fan ein Spruchband mit der Aufschrift „Never surrender Fred“ zu lesen, das sich auf die schwere Erkrankung unseres Coaches bezog. Auch wir wollen uns dem natürlich anschließen und wünschen Freddy Carroll alle Kraft und Stärke, die er braucht, um wieder gesund zu werden.

Nachdem der riesige aufblasbare Fuchs von der Einlaufshow wieder in sich zusammengesackt war, konnte das Spiel losgehen. Duisburg startete gut, aber schon in der 2. Minute konnte sich Grass für die Indians das erste Mal gut in Szene setzen, scheiterte allerdings im Alleingang an Schrörs im Duisburger Tor. Zu Anfang hatten die Füchse zwar mehr Spielanteile, aber die Indians waren in letzter Instanz noch den entscheidenden Schritt voraus. In den ersten 10 Minuten schienen die Füchse auch beinahe so oft im Abseits zu stehen wie ein 20-Jähriger auf einer Ü30-Party. Hätte gerne so weiter gehen können – tat es aber nicht. In der 14. Minute nutzten die Füchse eine Überzahl und versenkten im Nachschuss den Puck zum 1:0. Jetzt kippte das Spiel etwas. Duisburg bekam Aufwind und der ECH schien seinen Faden verloren zu haben. Erst eine zwei auf eins Situation, dann eine Doppelchance brachten Pantkowski im Indians-Tor in höchste Not. Folgliche Konsequenz war das 2:0 in der 18. Minute. Martens hatte einfach zu viel Platz und zog humorlos ab. Insgesamt schien Duisburg vor allem in den Zweikämpfen körperlich präsenter zu sein und eroberte sich viele Pucks.

Anfang des zweiten Drittels hatte die Schiedsrichterin wohl genug von Körperlichkeiten. In den ersten drei Minuten gab’s gleich drei Strafzeiten, die beinahe überraschend ausgesprochen wurden (zwei für Duisburg, eine für den ECH). Die doppelte Überzahl nahmen die Indians gerne an – Carsten Gosdeck sagte Danke und schob zum 2:1 Anschlusstreffer in der 25. Minute ein. In der 26. Minute hätte eigentlich der nächste Treffer für die Hausherren fallen müssen, als der Puck dem von der Strafbank kommenden Klöpper vor die Füße fiel und Duisburg mit drei zu eins auf’s Indians-Tor zumarschierte. Eine Glanztat von Pohl verhinderte Schlimmeres. Ausruhen konnten sich die Indians allerdings nicht. Mitte des Drittels gab es Dauerfeuer von Duisburg und der ECH hatte alle Mühe, zu verteidigen. Eine unglückliche Szene sollte sich in der 32. Minute ereignen. Mit vollem Tempo kam Robby Hein von der rechten Seite mit Puck auf’s Tor, dicht gefolgt vom einem Duisburger Verteidiger. Mit vollem Speed schossen beide auf den Füchse-Torwart zu – Hein wollte noch über ihn rüber hechten, landete aber mitsamt dem Verteidiger auf Duisburgs Goalie Schrörs. Einer der Duisburger wollte sich den noch am Boden liegenden Hein wegen Angehens seines Torhüters vorknöpfen, aber Max Wasser verhinderte das in bester Terrier-Manier. Schrörs wurde mit einer Trage und mit über den Kopf gezogenem Trikot vom Eis gebracht. Laut Stadiondurchsage ist er wegen Schmerzen im Knie direkt ins Krankenhaus gebracht worden. An dieser Stelle auch von uns natürlich gute Besserung! Spannend (oder auch verwirrend) wurde jetzt allerdings die Strafzeitenverteilung. Nach langen Diskussionen stand eine 5-Minuten-Strafe für Max Wasser auf der Uhr. Unnötige Härte lautete die Durchsage. Unsere Nummer 67 war schon mit einem Fuß unter der Dusche als dann korrigiert wurde. Die Strafe wegen unnötiger Härte sollte gegen Robby Hein ausgesprochen werden, der seinen Kollegen dann also in der Dusche ablöste. Nur eine Minute später fiel bei 4-4 dann der 3:1-Treffer für die Hausherren. Und wieder flogen Fäuste. Der Torschütze Barta machte nicht nur das Tor, nahm nach Peleikis‘ Meinung auch eine Gefährdung von Pantkowski hin und geriet noch beim Jubel in die nächste Auseinandersetzung. Die Hauptschiedsrichterin sah es wohl ähnlich. So bekam Barta nicht nur einen Scorerpunkt, sondern auch eine Strafe wegen unsportlichen Verhaltens. Neben all dem Drama gab’s in der 38. Minute noch den 4:1-Treffer für Duisburg und die erhitzten Gemüter konnten beim Pausentee etwas abkühlen.

Das dritte Drittel ist schnell erzählt. In der 44. und 46. Minute erhöhten die Hausherren mit zwei Treffern auf 6:1. Insgesamt muss man sagen, dass der Sieg von Duisburg absolut verdient ist. In weiten Phasen beherrschten sie das Spiel. Allerdings fällt das Ergebnis doch etwas zu hoch für unsere tapfer kämpfenden Pferdeturm-Krieger aus. Man darf nicht vergessen: in diesem Spiel kassierten die Indians mehr Gegentreffer als in allen vier Partien zuvor. Und das Auftaktprogramm war sicher kein leichtes. Daher hoffen wir mal, dass sich unsere Jungs am Sonntag beim Spiel gegen die Black Dragons Erfurt wieder auf alte Stärke besinnen können. Anpfiff der Partie ist dieses Mal um 16 Uhr.

Viele Grüße aus Eishockey-Deutschland
Euer Liveticker-Team

Zahlen und Fakten

Tore:

1:0 Grözinger (Barta, Huebscher / Überzahl-Tor) 13:30
2:0 Martens (Neugebauer, St.Jacques / Unterzahl-Tor) 17:20
2:1 Gosdeck (Hein, Peleikis / Überzahl-Tor 2) 24:17
3:1 Barta (Neumann, Klöpper) 32:40
4:1 Neumann (St.Jacques) 37:20
5:1 Huebscher (Schmitz, Grözinger) 43:43
6:1 Ochmann (Walch, Klöpper) 45:03
Strafen: Füchse Duisburg 20 Minuten – Hannover Indians 33 Minuten

Zuschauer: 1.430