Indians siegen in spannendem Derby

Das erste Hannöversche Derby der Saison stand am Sonntag für unsere Indianer an. Zu Gast waren die Scorpions aus der Wedemark. Allerdings mussten die Gäste mit Morczinietz und Schütt auf zwei ihrer wichtigsten Spieler verzichten. Schon beim Aufwärmen zeigte sich, dass beide Teams bis in die Haarspitzen motiviert waren. An der Mittellinie gab es eine erste Rudelbildung und ich kann dem Wortspiel „Gift und GALLe spucken“ kaum widerstehen.  Wenn man sich den Kader der Wedemärker so anschaut, hat sicher die Hälfte auch mal blau-weiß-rot getragen. Allen voran der letztjährige Indians-Kapitän Sebastian Lehmann, der mit einem gellenden Pfeifkonzert begrüßt wurde.

 

Auf dem Eis sah die Partie zunächst allerdings recht eindeutig aus. Schon in der dritten Minute konnte Lilik den ECH in Führung bringen und die Fans der Nordkurve konnten sich über eine Jubeltraube direkt am Plexiglas vor ihnen freuen. Die Gangart des Spiels zeigte Gibbons nur wenige Sekunden später mit einem Mega-Hit. Unserem alter Bekannter Sven Fischer gefiel das wohl nicht so wie den Indians-Fans, welche die Aktion mit einem Raunen und Szenenapplaus bedachten. Bis der etwas späte Pfiff des Schiris unsanft unterbrach und Gibbons wegen unnötiger Härte in die Kühlbox musste. Daran sollten sich beide Teams gewöhnen. Denn das Schiedsrichtergespann fuhr zwar eine weitestgehend konsequente, aber kleinliche Linie. Allen voran bekam das der ESC zu spüren. Beinahe im Minutentakt musste einer der Scorpions auf die Büßerbank. Und die Chance wussten die Indians zu nutzen. In der 6. Minute nutzte der glänzend aufgelegte Gibbons die doppelte Überzahl zum 2:0-Treffer. Die Wedemark wusste zu diesem Zeitpunkt kaum, wo vorne und hinten ist – Gibbons jedoch genau, wo das Tor stand. Ebenfalls in doppelter Überzahl schon er in der 11. Minute zu 3:0 ein. Zu dem Zeitpunkt hallte schon das erste Mal „nur noch 7“ durch das Stadion. Aber auch die Wedemark zeigte, dass sie nicht als Kanonenfutter angereist waren. Nach einem sehenswerten Konter wurde Pigache etwas unsanft zu Boden gerungen. Die Wedemark-Bank hätte hier wohl auch gerne einen Penalty gesehen, der ihnen aber verwehrt blieb. Strafe gab’s trotzdem. Und nur die erste von vielen. Aus der Überzahl konnten die Scorpions jedoch kein Kapital schlagen. In der 19. Minute jubelten die Gäste schon, aber Schiedsrichter Fischer entschied auf „kein Tor“. Daher ging es für die Scorpions torlos in die Drittelpause.

 

Im zweiten Drittel hatte man beinahe den Eindruck, dass eine komplett andere Mannschaft in Indians-Farben auf dem Eis stand. Von der erdrückenden Dominanz aus dem ersten Drittel war rein gar nichts mehr zu sehen. Die Wedemark nutzte ihre Chance und ausgerechnet Ex-Indians-Kapitän Lehmann machte das erste Tor für die Gäste und traf in der 26. Minute zum 3:1. Jedoch hatten die Indians direkt die passende Antwort parat. Robby Hein war es, der nicht mal eine Minute später den alten Vorspung mit dem 4:1-Treffer wieder herstellte. Trotzdem übernahm weiter die Wedemark das Heft. In der 32. Minute stand Adams mutterseelenallein halblinks vor dem Tor und musste nur noch schießen – 4:2. Dieses Mal dauerte es nur 19 Sekunden bis der nächste Treffer viel. Erneut für die Scorpions. Langmann wurde von einem Verteidiger so bedrängt, dass er eigentlich nicht mal hätte schießen können, aber irgendwie brachte er den Puck in Pantkowskis Tor unter. Eigentlich war die Wedemark im ersten Drittel schon mausetot, erlebte jetzt aber wieder ihren zweiten Frühling.

 

Das letzte Drittel versprach also einiges an Spannung! Und noch schlimmer wurde es, als Lehmann in der 52. Minute tatsächlich den Ausgleichstreffer erzielte. Wieder dauerte es nicht mal eine Minute, da kam für die Indians-Fans die Erlösung. Hein traf nach toller Vorarbeit von Valasek zum 5:4. Jetzt galt es, diesen knappen Vorsprung noch über die Zeit zu bringen. Unter den Anfeuerungsrufen aus der Kurve hielten die Indians dem Dauerdruck der Scorpions in den letzten Minuten stand. Da kam eine Strafe gegen den ESC gut zwei Minuten vor Ende natürlich auch ganz gelegen. Auch eine Auszeit 16 Sekunden vor Schluss und das Herausnehmen des Torhüters brachte keinen Erfolg mehr aus Wedemärker Sicht. Aus diesem Spiel nehmen wir nicht nur die drei Punkte mit, sondern auch eine tolle moralische Leistung, da wir zweimal unmittelbar nach einem Gegentreffer selbst ein Tor machen konnten und die weise Erkenntnis, dass man auf der Strafbank keine Spiele gewinnt.

 

Schon am Freitag werden wir diese Erkenntnis hoffentlich gewinnbringend nutzen können, wenn die Moskitos aus Essen zu Gast am Pferdeturm sind. Los geht’s wie immer um 20 Uhr.

 

Heute mit Grüßen aus dem Wigwam
Euer Liveticker-Team

 

Zahlen und Fakten

 

Tore:

 

1:0 Lilik (Noack, Finkel) 2:10
2:0 Gibbons (Gosdeck, Wasser / Überzahl-Tor 2) 5:17
3:0 Gibbons (Ziolkowski, Turnwald / Überzahl-Tor 2) 10:15
3:1 Lehmann (Pigache, Berblinger / Überzahl-Tor) 25:32
4:1 Hein (Gibbons, Valasek) 26:06
4:2 Adams (Budd, Lehmann) 31:45
4:3 Langmann (Herklotz, Janisch) 32:04
4:4 Lehmann (Budd, Berblinger / Überzahl-Tor) 51:07
5:4 Hein (Valasek, Finkel) 51:53

 

Strafen: Hannover Indians 18 Minuten – Wedemark Scorpions 24 Minuten

 

Zuschauer: 2.642

Unser ECHtes Livetickerteam: Nessie und Caspar

Unser ECHtes Livetickerteam: Nessie und Caspar

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Unser ECHtes Livetickerteam: Nessie und Markus Casper